Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungspreis: Nanotechnologie am Quantenlimit

06.11.2006
1.5 Millionen Euro für den Tübinger Nachwuchswissenschaftler József Fortágh

Am heutigen 6. November wird in Berlin im Rahmen der deutschen Nanotechnologie Konferenz "nanoDE" ein mit 1,5 Mill. € dotierter Forschungspreis an den Tübinger Nachwuchswissenschaftler Dr. József Fortágh verliehen. Sein Projekt mit dem Titel "Molekulare Nanostrukturen und Quantengase - Nanotechnologie am Quantenlimit" ist eines der im Nachwuchswettbewerb "NanoFutur" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 20 Mill. Euro geförderten Preisträger.

Mit Hilfe der Förderung wird der 1974 in Budapest geborene József Fortágh am Physikalischen Institut der Universität Tübingen die Nachwuchsgruppe "Nano-Atomoptik" aufbauen. Fünf Jahre können damit vier Personen in bestausgestatteten Labors auf höchstem Niveau forschen. Erklärtes Ziel ist es, so Fortágh, "Experimente an der Schnittstelle der Nanotechnologie und der Physik ultrakalter Quantengase durchzuführen". Damit biete das Konzept nicht nur "das Potenzial für zahlreiche Anwendungen im Bereich der Atominterferometrie und der Sensorik sondern auch neuartige experimentelle Möglichkeiten, die Grenze zwischen klassischer und Quantenphysik zu untersuchen." Auf diese Weise könnten "die ultimativen Grenzen der Mikrofallen" ausgelotet und "anstatt Mikrostrukturen, nanoskalige Makromoleküle zur Manipulation von einzelnen Atomen" verwendet werden.

Die Forschungsgruppe in Tübingen versucht aus verschiedenen Feldern neue Erkenntnisse zu gewinnen, die möglicherweise zu einer neuen Disziplin der Nanotechnologie führen können. Aktuelle Entwicklungen der Nanotechnologie sollen dabei mit den ebenfalls revolutionären experimentellen Methoden der Physik ultrakalter Quantengase verbunden werden. Das Institut Dr. Förster GmbH & Co. KG sowie die Tübinger HighFinesse Laser and Electronic Systems GmbH stehen dem Projekt als industrielle Partner unterstützend zur Seite.

József Fortágh kam im Oktober 1998 zur Promotion nach Tübingen in die neu gegründete Gruppe von Prof. Claus Zimmermann. Forschungsziel war damals die Herstellung eines Bose-Einstein-Kondensates (kältestetes Objekt des Universums mit laserartigen Welleneigenschaften) an einer Chipoberfläche. Der Durchbruch gelang 2001, als die Forschergruppe weltweit zum ersten Mal ein Kondensat in der Mikrofalle erzeugte. Das Ergebnis fand international Beachtung und wurde mit dem Dr. Friedrich Förster Preis der Fakultät für Mathematik und Physik bedacht.

Die Nanotechnologie (ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter (10-9 m) ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Forschungs- und Innovationsbereich herangereift. Mithilfe dieses Technologieansatzes können Materialeigenschaften gezielt beeinflusst und genutzt werden. Bereits heute werden zahlreiche nanotechnologische Produkte auf dem Markt angeboten, gleichzeitig sind jedoch noch viele Fragestellungen der Nanotechnologie ungelöst.

Weitere Informationen:

Dr. József Fortágh
Physikalisches Institut der Universität Tübingen
Auf der Morgenstelle 14,
72076 Tübingen
Tel.: +49 7071 2976270
Mob.: +49 177 7346048
Fax: +49 7071 295829
fortagh@pit.physik.uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de/
http://www.pit.physik.uni-tuebingen.de/fortagh

Weitere Berichte zu: Forschungspreis Nanotechnologie Physik Quantengas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften