Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BiotechGenoMik-Netzwerk: Förderung für Genomforschung an Mikroorganismen

14.08.2006
BMBF stellt sieben Millionen Euro zur Verfügung - Göttinger Wissenschaftler koordiniert Arbeiten

Das von der Universität Göttingen koordinierte Forschungsnetzwerk "BiotechGenoMik - From Genomes to Functions to Products" wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit mehr als sieben Millionen Euro gefördert. Davon gehen rund drei Millionen Euro an die Georgia Augusta. Die Fördermittel hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Forschungs- und Förderinitiative Funktionelle Genomforschung an Mikroorganismen (GenoMik-Plus) bewilligt. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten steht die funktionelle Genomanalyse an Bakterien mit wichtigen Eigenschaften für die industrielle Produktion. In drei großen Forschungsverbünden mit 14 verschiedenen Einrichtungen werden dazu 20 Einzelprojekte durchgeführt. "Vorrangige Zielsetzung ist es, die Erbinformationen mit Blick auf Anwendungen in der Industrie zu analysieren", erläutert Prof. Dr. Wolfgang Liebl. Der Wissenschaftler vom Institut für Mikrobiologie und Genetik ist in der Göttinger Netzwerkzentrale für die bundesweite Koordination der Arbeiten verantwortlich.

Die im Jahr 2001 gestartete BMBF-Initiative GenoMik verfolgt das Ziel, durch genombasierte Forschungsansätze das Potential von Mikroorganismen für die Entwicklung neuer Produkte und industrieller Produktionsprozesse nutzbar zu machen. Mit der Förderung GenoMik-Plus soll dieser Forschungsbereich weiter ausgebaut werden. Lag der Schwerpunkt der Arbeiten in den bisherigen GenoMik-Netzwerken in Göttingen, Bielefeld und Würzburg auf der vollständigen Sequenzierung mikrobieller Genome und der Schaffung einer umfangreichen Datenbasis, so wird es jetzt vorrangig um die funktionelle Genomanalyse mit Anwendungsorientierung gehen. "Die so genannte Weiße Biotechnologie erfährt derzeit einen starken Aufschwung. Immer mehr Unternehmen der chemischen Industrie, der Pharma-, der Lebensmittel- und der Kosmetikindustrie nutzen biotechnologische Verfahren für die Produktion", erläutert Prof. Liebl. So sind an dem BiotechGenoMik-Netzwerk 14 Partner aus der Industrie beteiligt. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Anwendern soll die schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis garantieren.

Die Forschungen werden dabei anknüpfen an die Arbeiten des von 2001 bis 2006 geförderten GenoMik-Netzwerkes unter der Leitung des Göttinger Mikrobiologen Prof. Dr. Gerhard Gottschalk. An der Georg-August-Universität wurden bislang 13 Bakteriengenome vollständig sequenziert. Weitere Genomsequenzen befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Entschlüsselung. "Eine Reihe von Vorhaben in dem neuen Netzwerk basieren auf diesen Genomdaten aus Göttingen", betont Prof. Liebl. Im Zuge der funktionellen Genomanalyse werden die Forscher untersuchen, welche Funktionen einzelne Sequenzabschnitte für den Organismus besitzen, um so gezielt genetische Bausteine für biotechnologische Verfahren nutzbar zu machen. So lassen sich zum Beispiel Gene "herausfiltern", die für die Produktion spezieller Enzyme verantwortlich sind. Diese können dann als Biokatalysatoren in der industriellen Produktion genutzt werden.

Zu den drei Forschungsverbünden in dem neuen BiotechGenoMik-Netzwerk gehört der Verbund BacillOMik, der sich mit der Genomforschung an einer speziellen Gruppe von Bakterien, so genannten Bacillen, befasst. Im Mittelpunkt des zweiten Verbundes GenoMikEngineering steht die Verbesserung von Produktionsorganismen. Schwerpunkt des dritten Verbundes MetaGenoMik bildet die Nutzung der enormen Vielfalt kultivierbarer und nicht-kultivierbarer Mikroorganismen und deren Biokatalysatoren und Stoffwechselwege, um damit neue Produkte und Produktionsprozesse zu entwickeln. Die Forschungsarbeiten werden durch bereits etablierte Serviceeinrichtungen für die Schlüsseltechnologien Sequenzierung und Annotation (Göttingen), Bioinformatik (Bielefeld) und Proteomanalyse (Greifswald) unterstützt. Die Netzwerkzentrale mit einer Geschäftsstelle für die Koordination der Arbeiten ist an der Biologischen Fakultät der Georg-August-Universität angesiedelt.

"Wir freuen uns, dass das vom BMBF eingesetzte, internationale Gutachtergremium unser Forschungskonzept ausgewählt und zur Förderung empfohlen hat", betont der Koordinator. "Die erneute Finanzierung eines Netzwerkes mit Zentrum in Göttungen bedeutet nicht nur eine Anerkennung für die in den vergangenen Jahren geleistete Forschungsarbeit, sondern sichert darüber hinaus Arbeitsplätze und sorgt für einen weiterhin hohen technischen Standard der beteiligten Laboratorien durch modernste Geräteausstattung."

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Wolfgang Liebl
Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät
Institut für Mikrobiologie und Genetik
Grisebachstraße 8, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3795, Fax (0551) 39-4897
e-mail: wliebl@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/
http://www.img.bio.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen