Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kolonnade von Sanssouci macht Restauratoren Sorgen

28.06.2006
Umwelteinflüsse schädigen Säulensubstanz - DBU fördert Forschungsprojekt mit 250.000 Euro

Sanssouci, ein Schlösserensemble "ohne Sorgen", wie der Name vermuten ließe? Für Friedrich den Großen war das "preußische Versailles" im 18. Jahrhundert Lieblings- und Zufluchtsort in schwierigen Zeiten. Sorgen bereitet der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) heute allerdings der Zustand der Kolonnade am Neuen Palais: Teilweise massivste Umweltschäden haben nach Aussage des SPSG-Baudirektors Dr. Alfons Schmidt der "letzten Kriegsruine" im UNESCO-Weltkulturerbe Sanssouci schwer zugesetzt. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird der als Halbkreis angelegte Triumphbogen mit seinen 160 Säulen jetzt restauriert. Geplant ist, dass die Kolonnade zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen 2012 im neuen Glanz erstrahlt. Heute machten sich DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde, SPSG-Generaldirektor Professor Dr. Hartmut Dorgerloh sowie Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten.

Im Unterschied zur Arkade ist eine Kolonnade (lateinisch columna: Säule) eine Säulenreihe, die ein gerades Gebälk trägt. Gegen Ende seiner Regierungszeit errichtete Friedrich der Große das von ihm kaum noch genutzte Neue Palais. Zum Gebäude gehört eine Kolonnade. Diese Säulenreihe ist das größte Natursteinbauwerk im Park Sanssouci. Doch der "Ummendorfer" Sandstein der 15 Meter hohen Pfeiler wird von schädlichen Umwelteinflüssen zermürbt - zu diesem Schluss kam eine vorbereitende Untersuchung der SPSG. Durch Industrieabgase belasteter, schwefelhaltiger Regen habe dem Stein schwer zugesetzt und dazu beigetragen, dass Schadsalze wie Gips das Material porös gemacht hätten. Das Resultat: Sandsteinbauteile sind abgeplatzt, ganze Gewölbekappen eingestürzt.

"Hinzu kommt, dass Restaurateure schon in den 30er Jahren im Vorfeld der Olympischen Spiele mit mäßigem Erfolg versucht haben, den Sandstein zu konservieren. Dadurch sind die Säulen heute unterschiedlich saugfähig", weiß Brickwedde. Dieser Umstand erschwere die Restauration, da die Experten kleinteilig arbeiten müssten. Die SPSG will nun nicht nur die Schadensentstehung weiter untersuchen. Da für die verwendete seltene Gesteinsart keine fertigen Festigungs- und Ergänzungsmittel vorliegen, werden Experten diese im Vorfeld der Sanierungshauptphase entwickeln.

... mehr zu:
»Kolonnade »SPSG

"Die Stiftung baut auf in Modellprojekten gewonnenen Erkenntnissen auf", betont Brickwedde. Der DBU-Generalsekretär lobte die enge Verzahnung zwischen Forschung (Labor für Bauwerksdiagnostik Wolfgang Köhler) und Praxis (CRP-Ingenieurbüro, Restaurierungsabteilung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie die Zentrale Objektabteilung der Remmers Bauchemie/ZOA). "So wird ein komplexes Thema praxisorientiert bearbeitet", erläutert Brickwedde. Ein Projekt, das Vorbild für andere Vorhaben sein könne. Die DBU hat in Brandenburg seit ihrer Gründung von 15 Jahren Fördermittel in Höhe von fast 48 Millionen Euro vergeben.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Kolonnade SPSG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik