Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drei Millionen Euro für Klinische Forschergruppe

01.08.2005


Interdisziplinäres Team soll Regeneration im Herz-Kreislauf-System untersuchen



Erneuter Geldsegen für die Forschung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Einrichtung einer Klinischen Forschergruppe unter Leitung der MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie und wird die Hochschule mit insgesamt drei Millionen Euro in den kommenden drei Jahren unterstützen. Neben der Kardiologie sind das MHH-Institut für Molekularbiologie (Professor Dr. Achim Gossler) und die MHH-Abteilung Nieren- und Hochdruckkrankheiten (Professor Dr. Hermann Haller) an der Forschergruppe beteiligt. Damit können acht wissenschaftliche Stellen und sechs Stellen für technische Assistenten finanziert werden. Die Forschergruppe wird sich mit der Regeneration und Adaptation (Anpassungsfähigkeit) im Herz-Kreislauf-System beschäftigen. "Uns interessieren in den sechs Teilprojekten die Signalwege und molekularen Mechanismen, mit denen sich das Herz nach Infarkt regenerieren kann", sagt Professor Dr. Helmut Drexler, Direktor der MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie und Sprecher der Forschergruppe. Die Leitung der Forschergruppe soll Privatdozent Dr. Kai Wollert aus der Kardiologie übernehmen.



Wird der Herzmuskel durch einen Infarkt geschädigt, wandern aus dem Knochenmark bestimmte Stamm- und Progenitorzellen (Vorläuferzellen) ein und verbessern die Durchblutung vor Ort. Wissenschaftler fanden zudem in jüngster Zeit organspezifische Stamm- und Vorläuferzellen im Herzmuskel, von denen man vermutet, dass sie ebenfalls an Regenerationsprozessen beteiligt sind. Allerdings reichen diese Prozesse bei weitem nicht aus, das zerstörte Gewebe in nennenswertem Ausmaß zu reparieren. "Dennoch besitzen diese Zellen unserer Ansicht nach ein großes Potenzial und könnten uns helfen, neue Therapien für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu finden", sagt Dr. Wollert. So zeigten erste klinische Studien, dass eine direkte Injektion von Stammzellen die Herzmuskelfunktion nach Infarkt verbessern kann. Noch werde heiß diskutiert, welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Dass sich die Stammzellen in Herzmuskelzellen umwandeln und so die Pumpleistung anheben, ist unwahrscheinlich. Eher, so die Hypothese, regulieren die eingewanderten Zellen indirekt Regenerationsprozesse vor Ort. "Diese Wechselwirkungen sind uns bislang weitgehend unbekannt und durch klinische Studien mit Patienten nicht zu klären", sagt Dr. Wollert. "Dies wollen wir nun im interdisziplinären Team mit krankheitsbezogener Grundlagenforschung herausfinden."

Weitere Informationen gibt gern Privatdozent Dr. Kai C. Wollert, MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie, Telefon: (0511) 532-4055, E-Mail: wollert.kai@mh-hannover.de

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Angiologie Infarkt Kardiologie MHH-Abteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie