Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG bewilligt drei Klinische Forschergruppen

11.07.2005


Auch ein Projekt zur Stammzellforschung unter den Neueinrichtungen


In Erlangen, Hannover und Tübingen beginnen in Kürze drei neue Klinische Forschergruppen ihre Arbeit. Der zuständige Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beschloss die Einrichtung der Gruppen in seiner Sitzung vom 5. Juli 2005 in Berlin. Die DFG fördert damit insgesamt 27 Klinische Forschergruppen. Von den drei neuen Forschungsvorhaben beschäftigt sich eines mit adulten Stammzellen. Somit unterstützt die DFG zukünftig insgesamt drei Projekte zur adulten Stammzellforschung.

Mit ihrem Förderinstrument Klinische Forschergruppen fördert die DFG unter anderem die wissenschaftliche Profilbildung der jeweiligen medizinischen Fakultäten, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Stärkung der Klinischen Forschung in Deutschland. Eine Neueinrichtung setzt voraus, dass die Hochschule die Hälfte der Finanzierung übernimmt und eine zusätzliche Professorenstelle für die Leitung der Gruppe ermöglicht.


Die drei Neueinrichtungen im Einzelnen:

Am Universitätsklinikum in Erlangen untersucht die Klinische Forschergruppe "Determinanten und Modulatoren der postoperativen Schmerzverarbeitung" zukünftig, wie der Körper nach einer Operation zurückbleibende Schmerzen bewältigt. Anhand von Laboranalysen und Versuchen mit Testpersonen wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den genetischen, neurobiologischen, pharmakologischen und psychosozialen Mechanismen auf die Spur kommen, die die individuelle Schmerzempfindlichkeit erhöhen oder senken. Ziel der geplanten Studien ist neben dem Erkenntnisgewinn für die Grundlagenforschung auch die Entwicklung von vorbeugenden Behandlungen und wirksamen Therapien.

Die Stammzelltherapie gilt als viel versprechend für die erfolgreiche Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen. Wie die Zellmechanismen dabei wirken, ist jedoch bislang nicht eindeutig geklärt. Dieser Frage will nun die Klinische Forschergruppe "Regeneration und Adaption im kardiovaskulären System: Molekulare Signalwege und Mechanismen" nachgehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden bei ihren Untersuchungen auf Experimente mit adulten Stammzellen zurückgreifen. Von ihren Ergebnissen erhoffen sie sich, nicht nur die molekularen Prozesse besser zu verstehen, sondern auch Vorschläge für eine wirksamere Stammzelltherapie anbieten zu können. Überdies wird ihre Arbeit den Forschungsschwerpunkt der MHH in den Bereichen Zelldifferenzierung, Zelltherapie und "Tissue Engineering" ausbauen.

In Deutschland leiden etwa 30 000 Menschen an erblichen Netzhauterkrankungen, die zur Sehbehinderung bis hin zur Erblindung führen. Bisher gibt es keine Maßnahmen zur Prävention oder Behandlung. An der Universitäts-Augenklinik Tübingen will die Klinische Forschergruppe "Erbliche Netzhauterkrankungen: Klinik, Genetik und Tiermodelle" die Verbindung zwischen genetischen Veränderungen und unterschiedlichen Sehstörungen erforschen. Im Zentrum ihrer Untersuchungen stehen dabei Erkrankungen der auf Licht reagierenden Sinneszellen, insbesondere der so genannten Zapfen. Langfristig erhofft sich die Forschergruppe, mit ihren Ergebnissen neue Strategien zur Verhinderung und Behandlung von Sehstörungen entwickeln zu können. Das Forschungsvorhaben, in dem Augenärzte, Genetiker, Zellbiologen und Pharmakologen eng zusammenarbeiten, ist damit in Deutschland und Europa einmalig.

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/forschungsfoerderung/koordinierte_programme/klinische_forschergruppen

Weitere Berichte zu: Genetik MHH Sehstörung Stammzelle Stammzelltherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie