Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Nanobiotechnologie potentielle Medikamente schneller testen

20.05.2005


Nanobiotechnologie zielt darauf ab, biologische Funktionseinheiten zu verstehen sowie winzig kleine Bausteine in der Größe eines Millionstel Millimeters kontrolliert zu erzeugen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dafür 2004 in der zweiten Runde des Förderschwerpunkts "Nanobiotechnologie" ca. 3,1 Millionen Euro bereitgestellt. Aus 58 eingereichten Anträgen werden vier gefördert, darunter das Projekt "Hochdurchsatz Elektrophysiologie im Nanoformat" (Helena), an dem die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Richard Wagner des Fachbereiches Biologie/Chemie der Universität Osnabrück beteiligt ist. Die Förderung für dieses Projekt beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro, wobei der Anteil der Universität Osnabrück knapp eine Million Euro ausmacht. Weitere 750.000 Euro stellt die Industrie dem Forschungsvorhaben zur Verfügung.



Bei dem Verbundprojekt arbeitet die Hochschule mit der börsennotierten Biotechnologiefirma Evotec OAI AG in Hamburg und der Abteilung "NanoBiophotonik" des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen zusammen. In Osnabrück laufen die Forschungen unter der Federführung von Dr. Karsten Gall. Ziel ist die Entwicklung neuer nanoanalytischer Technologien, die bei der effizienten Suche nach pharmakologischen Wirkstoffen eingesetzt werden können. Sie sollen durch die mögliche zeitgleiche Untersuchung verschiedener pharmakologisch relevanter Aspekte den Gesamtprozess der Wirkstofffindung deutlich verkürzen. "Darüber hinaus wird die neue Technologie die Analyse von Membrantransportprozessen maßgeblich erweitern", so Gall.

... mehr zu:
»Nanobiotechnologie


Zum Hintergrund: In den neunziger Jahren versprach die Sequenzierung des menschlichen Genoms viele biologische Ansätze für die pharmakologische Beeinflussung von Erkrankungen zu enthüllen. Gleichzeitig sollten Fortschritte der kombinatorischen Chemie die Herstellung neuartiger pharmakologischer Substanzen ermöglichen. "Tatsächlich hatten beide Ansätze bahnbrechende Erfolge, führten aber auch zu neuen Aufgaben. So musste eine riesige Anzahl potenzieller Wirkstoffe effizient, umweltschonend und wirtschaftlich getestet werden", erklärt Gall. Durch die Verfügbarkeit optischer Methoden, mit denen mehr als 100.000 Proben pro Tag mit hohem Informationsgehalt charakterisiert werden, konnte die Suche nach pharmazeutischen Wirkstoffen deutlich verkürzt werden. "Auf einem biomedizinisch besonders wichtigen Gebiet, der Funktion und Regulation von Membrantransportproteinen, insbesondere von pharmakologisch wichtigen Ionenkanälen, bestehen die Schwierigkeiten jedoch weiterhin", fügt Wagner hinzu. In fast allen Fällen ist für die Zulassung potenzieller Pharmaka zur klinischen Erprobung der Ausschluss von Nebenwirkungen auf Ionenkanäle erforderlich. Hier, so hoffen die Forscher, werde mit der neuen Methodik ein wichtiger Beitrag zur Verkürzung der Suche nach pharmakologischen Wirkstoffen sowie zur Entwicklung von Einzelmolekül-Analysetechniken geleistet. Diese kämen der industriellen, aber auch der Grundlagenforschung zugute.

Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de

Weitere Berichte zu: Nanobiotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz