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NRW startet Exzellenzwettbewerb der Geisteswissenschaften über 3,5 Millionen Euro

25.02.2005


Exzellenz in der Forschung und eine starke Position im Wettbewerb der Wissenschaften - diese Ziele der NRW-Wissenschaftspolitik dulden keinen Aufschub. Deshalb startet das nordrhein-westfälische Ministerium für Wissenschaft und Forschung einen Exzellenzwettbewerb zu Zukunftsthemen der Geistes- und Kulturwissenschaften. Unter dem Titel "Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven" sollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes Projekte und Lösungsansätze erarbeiten. Die Ausschreibung ist mit insgesamt 3,5 Millionen Euro dotiert.



Mit dieser Forschungsoffensive nimmt NRW eine bundesweite Vorreiterrolle ein. "Unsere kultur- und geisteswissenschaftliche Forschung ist ein wertvolles Potenzial. Mit ihrer Innovationskraft bringen wir die gesellschaftliche Diskussion voran und erschließen neue Chancen für das Zusammenleben im Land", sagte NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft heute bei der Vorstellung des Wettbewerbs in Düsseldorf.



Die Themen des geisteswissenschaftlichen Wettbewerbs sind "friedfertige Gesellschaft" und "Gesellschaft des langen Lebens". Angesprochen sind alle Geistes- und Kulturwissenschaftler, die sich etwa mit Themen wie Sprache, Philosophie, Medien, Kunst, Erziehung, Geschichte, Bildung oder Gesellschaft auseinandersetzen. "Der friedfertige Umgang mit Konflikten sowie das Zusammenleben verschiedener Generationen sind Themen, die uns jetzt und künftig bewegen. Wir bieten unseren Wissenschaftlern einen Anreiz, sich diesen Herausforderungen zu stellen und in der gesellschaftlichen Debatte wichtige Impulse zu geben", umriss Wissenschaftsministerin Kraft das Ziel der Forschungsoffensive.

Gesellschaftlicher Fortschritt bestehe nicht allein in technischer Innovation. "Ich erwarte von dieser Initiative einen deutlichen Schub für die zu Unrecht oft vernachlässigten Geisteswissenschaften in ganz Deutschland. Diese Initiative wird auch zeigen, welches kreative Potenzial gerade in diesen Wissenschaften steckt und welchen Nutzen Politik und Gesellschaft davon haben. Anders als andere Bundesländer wissen wir um die Bedeutung der Geistes- und Kulturwissenschaften für die Lösung von Zukunftsfragen der Gesellschaft", so Ministerin Kraft.

Interdisziplinarität und Vernetzung sind für Wettbewerbsteilnehmer verpflichtend. Teilnehmende Forscherteams sollen mit Wissenschaftlern verschiedener Fachbereiche besetzt sein und den Dialog mit der Öffentlichkeit sowie die Kooperation mit europäischen Partnern in ihr Konzept integrieren. Die Organisation des Wettbewerbs übernimmt das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen. Dort entscheidet auch eine international besetzte Fachjury darüber, welche Projekte gefördert werden. Bis zu 150.000 Euro werden pro Forschungsvorhaben und Jahr vergeben.

"Ich freue mich darüber, dass die Geistes- und Kulturwissenschaften die Anerkennung erfahren, die notwendig ist. Denn ohne wissenschaftlich fundierte kulturelle Orientierungen gibt es für unsere Gesellschaft keine tragfähige Zukunftsperspektive. Die Initative der NRW-Landesregierung setzt somit einen außerordentlich wichtigen Impuls für eine produktive Weiterentwicklung des kulturwissenschaftlichen Denkens", so Prof. Dr. Jörn Rüsen, Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts.

Bis Mitte April können sich die Wissenschaftler aus NRW-Universitäten bewerben. Die Jury wählt bis Mai die Teilnehmer aus, einen Monat später sollen die Projekte starten. Die Förderung läuft bis Ende 2006.

Die wissenschaftliche Qualitätskontrolle endet nicht mit dem Auswahlentscheid. Auch danach ist die Jury in regelmäßige Treffen aller Projektgruppen eingebunden und gewährleistet eine kontinuierliche Evaluation. Zwischenpräsentationen der Projekte fördern während der anderthalbjährigen Forschungsphase den kontinuierlichen Austausch der Forschergruppen untereinander.

"Mit unserer Forschungsoffensive bauen wir Exzellenznetzwerke auf und stärken die Position der NRW-Wissenschaftler im internationalen Wettbewerb", so Wissenschaftsministerin Kraft. Denn die Kooperation der Forscherteams wirkt auch über die Projektphase hinaus: Die Teilnehmer etablieren ein geistes- und kulturwissenschaftliches Netzwerk, das auch nach 2006 die gemeinsam entwickelten Dialogstrategien umsetzt und die Präsenz der Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit stärkt. Damit bauen die Beteiligten zugleich ihre Position in der europäischen Konkurrenz der Wissenschaften aus.

Ralf-Michael Weimar | idw
Weitere Informationen:
http://www.kwi-nrw.de

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