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HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreise 2004 verliehen

29.11.2004


Das HELIOS Research Center (HRC) verleiht am heutigen Freitagabend in Fulda die diesjährigen HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreise. Die Preisträger 2004 sind PD Dr. med. Andreas Meier-Hellmann aus Erfurt und Dr. med. Michael Boschmann aus Berlin.


Die Ärzte und ihre Teams wurden für patientennahe Forschungsprojekte ausgezeichnet. Die HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreise werden alljährlich im Rahmen des Herbstseminars der HELIOS Kliniken GmbH verliehen und sind mit insgesamt 10.000 EUR dotiert. Mit dem Preis zeichnet das HRC wissenschaftliche Leistungen und Innovationen aus, die für die Patienten des Klinikkonzerns von besonderem Nutzen sind.

Ralf Michels, Hauptgeschäftsführer der HELIOS Kliniken GmbH: "Wir haben in den letzten Jahren die Wissenschaft und Forschung in unserem Konzern gut vorangebracht und fördern diesen Bereich mittlerweile mit über zwei Millionen Euro jährlich. Als Höhepunkte sind zu nennen die Etablierung des HELIOS Research Centers zur Forschungsförderung, der Ausbau der Spitzenmedizin durch unsere Krankenhäuser der Maximalversorgung und der Anschluss an die universitäre Forschung in Berlin sowie durch unser Universitätsklinikum Wuppertal. Die jüngste Entwicklung, die Gründung der Neuen Europäischen Chirurgischen Akademie, verspricht weitere Impulse für unseren Weg zur Qualitätsführerschaft."


Um Wissenschaft und Forschung innerhalb des HELIOS-Konzerns gezielt und effizient fördern zu können, hatte das Unternehmen im März 2002 das HELIOS Research Center (HRC) unter Leitung von Dr. med. Joachim Linke als Tochtergesellschaft der HELIOS Kliniken GmbH gegründet. Das HRC versteht sich als Mittler und Schnittstelle zwischen wissenschaftlich tätigen HELIOS-Mitarbeitern und externen Interessenten, die nach Möglichkeiten zur Durchführung klinischer Studien oder Forschungsvorhaben suchen. Gesellschafter der HELIOS Research Center GmbH sind zu 76 Prozent die HELIOS Kliniken GmbH und zu 24 Prozent das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch (MDC). Die Beteiligung des MDC unterstreicht den Stellenwert, der dem HRC und seinen Aufgaben in Wissenschaft und Forschung beigemessen wird.

Das jährlich stattfindende HELIOS Herbstseminar in Fulda ist ein zentrales Treffen aller Führungskräfte des Konzerns. An dem diesjährigen Treffen nehmen über 400 Führungskräfte aus Medizin und Verwaltung aus allen 25 Standorten des HELIOS-Konzerns sowie externe Experten aus Politik, von Krankenkassen und aus der Gesundheitswirtschaft teil.

Die Preisträger 2004 des HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreises:

PD Dr. med. Andreas Meier-Hellmann, Erfurt: "Nur hochqualitative Kosten-Nutzen-Analysen ermöglichen ökonomische Entscheidungen im Gesundheitswesen"


Dr. Meier-Hellmann und seine Arbeitsgruppe analysierten 42 gesundheitsökonomische Studien aus dem Bereich der Intensivmedizin in Hinblick auf die Rolle der Finanzierungsquelle. Dabei wurden die Art der Kostenanalyse, die medizinische Therapie, sowie wesentliche Qualitätsmerkmale wie der Einsatz von Peer-Review-Verfahren bzw. kritische Ergebnisüberprüfung (Sensitivitätstests) überprüft. Darüber hinaus stellten die Autoren die Kostenbeurteilung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Naturgemäß wird bei den von der Pharmaindustrie unterstützten gesundheitsökonomischen Studien in der Regel ein Medikament als medizinische Therapie auf seine Wirtschaftlichkeit hin untersucht. Die Ergebnisse von Meier-Hellmann zeigten, dass sehr häufig die untersuchte Methode als kostengünstiger eingeschätzt wurde. Meier-Hellmann nimmt dies als Indiz dafür, dass in gesundheitsökonomischer Forschung genauso wie in anderen Bereichen der Medizin die Neigung besteht, positive Ergebnisse zu berichten. Bei Studien, die von Non-Profit-Organisationen unterstützt wurden, werden hingegen auch andere medizinische Therapien aus ökonomischer Sicht untersucht.

Mehr als die Hälfte der untersuchten Kosten-Nutzen-Analysen wiesen keine Ergebnisüberprüfung auf.

Vor dem Hintergrund der finanziellen Anspannungen im deutschen Gesundheitswesen und der mittlerweile hohen finanziellen Patientenbeteiligungen tragen Kosten-Nutzen-Analysen durchaus zu einer sinnvollen Verteilung der knappen Ressourcen bei.
Dr. Meier-Hellmann fordert daher für vernünftige und verwertbare Kostenanalysen medizinischer Therapien eine hinlänglich hohe und nachvollziehbare Qualität sowie einen sinnvollen Praxisbezug.

PD Dr. Meier-Hellmann ist Chefarzt im Kollegialsystem in der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des HELIOS Klinikums Erfurt.
Seine Analyse ist in der Zeitschrift Journal of Intensive Care Medicine, 18 (5); 2003, erschienen.

Dr. med. Michael Boschmann: "Wasser trinken erhöht Energieumsatz"

Zum Abnehmen wird häufig empfohlen, viel Wasser zu trinken - allerdings fehlte bislang ein wissenschaftlicher Beleg, wie dadurch eine Gewichtsreduktion unterstützt werden soll. Dr. Boschmann fand nun in seinem klinischen Grundlagenforschungsprojekt einen Zusammenhang zwischen der Wasseraufnahme und dem Stoffwechsel sowie dem Energiehaushalt und wies nach, dass das Trinken von einem halben Liter Wasser den Energieumsatz um 30 Prozent ansteigen lässt. Weil es auch bei HELIOS viele adipöse Patienten gibt, stellt diese Arbeit einen wertvollen Beitrag zu einer nichtmedikamentösen Behandlung von Übergewicht dar.

Männer und Frauen bringen die dafür erforderliche Energie auf unterschiedliche Weise auf. Während Männer den erhöhten Energiebedarf durch sogenannte Thermogenese mit Fetten decken, sind es bei Frauen Kohlenhydrate. Offenbar wird 40 Prozent der Energie für das Erwärmen des Wassers im Körper auf 37 Grad benötigt. Mit einem Betablocker, einem Medikament, das in die Funktion des vegetativen Nervensystems eingreift und häufig zur Blutdrucksenkung verordnet wird, ließ sich der Effekt unterdrücken. Nur durch das Trinken von zwei Litern Wasser täglich lassen sich nach Dr. Boschmann immerhin etwa 400 Kilojoule Energie verbrauchen.

Dr. med. Michael Boschmann arbeitet in der klinischen Forschung des HELIOS Klinikums Berlin-Buch / Franz-Volhard-Klinik der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Seine Arbeit ist im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 88 (12): 6015-6019, veröffentlicht.

Die HELIOS Kliniken GmbH ist mit einem Umsatz von über EUR 1,1 Mrd. einer der großen privaten Träger von Akutkliniken. Derzeit gehören zum Konzern 25 Kliniken, darunter vier Krankenhäuser der Maximalversorgung in Erfurt, Berlin-Buch, Wuppertal und Schwerin. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 19.000 Mitarbeiter bei einer Gesamtkapazität von 9.600 Betten und jährlich 330.000 stationär behandelten Patienten.

Torsten Böhmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.helios-kliniken.de

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