Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ernst Zander-Preis für: "Warenhaus des Wissens und Goodwill-Abschreibungen in den USA"

19.11.2004


Für ihre herausragenden Dissertationen haben die Bochumer Wirtschaftswissenschaftler Dr. Carsten Dittmar und Dr. Thorsten Sellhorn heute den Ernst Zander-Preis 2004 erhalten. Dittmar entwickelt in seiner Arbeit einen neuen, integrativen Ansatz eines "Knowledge Warehouse" für Unternehmen und liefert damit eine Referenzarchitektur für das computergestützte Unternehmensgedächtnis.



Sellhorn klopft die neue US-amerikanische Vorschrift der so genannten Goodwill-Bilanzierung auf ihre Schwachstellen ab und untersucht empirisch, ob Manager die bilanzpolitischen Spielräume nutzen. Sein Fazit: Wertabschreibungen gehen zumeist mit realwirtschaftlichen Entwicklungen einher, bilanzpolitische Manipulationen lassen sich nicht nachweisen. Den Zander-Preis hat die Fakultät für Wirtschaftwissenschaft der RUB in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal verliehen.

... mehr zu:
»Dissertation


Die Ressource Wissen

Wie können Unternehmen die Ressource Wissen möglichst effektiv nutzen? Mit dieser Herausforderung für das unternehmerische Handeln beschäftigt sich Dr. Carsten Dittmar in seiner Dissertation "Knowledge Warehouse - Ein integrativer Ansatz des Organisationsgedächtnisses und die computergestütze Umsetzung auf Basis des Data Warehouse-Konzepts" (Betreuer: Prof. Dr. Roland Gabriel). Die Konzeption des Organisationsgedächtnisses ist ein neuer Ansatz: Er integriert bisher isolierte Theoriefelder, die sich mit dem Phänomen des Lernens auf einer multipersonellen Ebene und mit dem Management der Ressource Wissen auseinandersetzen. Dittmars Arbeit gibt Gestaltungsempfehlungen für eine computergestützte Umsetzung eines Organisationsgedächtnisses.

Referenzarchitektur zum Knowledge Warehouse

Das breite Spektrum der Aufgaben konkretisiert er anhand eines Anforderungskatalogs: Auf dieser Basis ist es möglich, das etablierte Data Warehouse-Konzept an den entwickelten Kriterien zu messen. Um Defizite des Data Warehouse zu überwinden, entwickelt der Autor ein Konzept für ein computergestütztes Organisationsgedächtnis für den Anwendungsbereich der Fach- und Führungskräfte, das auf dem Data Warehouse aufbaut und als "Knowledge Warehouse" bezeichnet wird. Der Vorschlag einer Referenzarchitektur zum Knowledge Warehouse schließt die Untersuchung ab.

Bilanzpolitische Spielräume für Manager

In seiner Dissertation zum Thema "Goodwill Impairment - An Empirical Investigation of Write-Offs under SFAS 142" (Goodwill-Wertberichtigung - Eine empirische Untersuchung außerplanmäßiger Abschreibungen nach SFAS 142, Betreuer: Prof. Dr. Bernhard Pellens) beschäftigt sich Dr. Thorsten Sellhorn mit der Frage, ob die neue US-amerikanische Vorschrift zur Goodwillbilanzierung bilanzpolitische Spielräume eröffnet und ob Manager diese Spielräume tatsächlich nutzen. Die Bilanzposition "Goodwill" spiegelt als immaterieller Vermögenswert das Ertragspotenzial wider, das aus einem Unternehmenszusammenschluss zu erwarten ist. Bisher wurde diese Bilanzposition planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Seit 2002 ist der Goodwill in den USA - ähnlich nicht abnutzbaren Posten wie Grund und Boden - nur noch bei einer festgestellten Wertminderung abzuschreiben. In der EU ist eine ähnliche Regel seit März 2004 in Kraft.

Neue Wertbilanzierung im positiven Licht

Angesichts des beträchtlichen Ausmaßes, das der Goodwill in den Bilanzen vieler Unternehmen erreicht, sowie der erheblichen Ermessenspielräume, die Sellhorn in seiner Arbeit identifiziert, liegt es nahe, dass opportunistisch handelnde Manager die Goodwillbilanzierung für bilanzpolitische Zwecke nutzen könnten. Für rund 1.250 US-Börsengesellschaften untersucht der Autor, inwieweit das Abschreibungsverhalten in Bezug auf den Goodwill durch bilanzpolitische Beweggründe zu erklären ist oder aber tatsächlich wirtschaftliche Entwicklungen abbildet, die den Wert des Goodwills beeinflusst haben. Im Ergebnis zeigt die Arbeit, dass Firmenwertabschreibungen bzw. ihr Ausbleiben in der Regel mit realwirtschaftlichen Entwicklungen einhergehen und sich bilanzpolitische Manipulationen nicht eindeutig nachweisen lassen. Dieses Resultat lässt die neue Firmenwertbilanzierung in einem positiven Licht erscheinen.

Der Zander-Preis

1994 von Prof. Dr. Ernst Zander gestiftet, werden alljährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen (vorrangig Dissertationen) aus allen Fakultäten der Ruhr-Universität, insbesondere aus den Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und aus den Ingenieurwissenschaften mit dem Preis ausgezeichnet. Die Auswahl der preiswürdigen Arbeiten erfolgt - auf Vorschlag des Instituts für Unternehmensführung der Ruhr-Universität Bochum - durch den Vorstand der Alwin Reemtsma-Stiftung, dem unter anderem der Kanzler der Ruhr-Universität Bochum sowie Prof. Dr. Ulrich Middelmann, Mitglied des Kuratoriums der Ruhr-Universität, angehören.

Weitere Informationen:

Dr. Martin Seidler, Geschäftsführer des Instituts für Unternehmensführung (IFU), Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität, GC 4/32, Tel. 0234/32-22235, Fax: 0234/32-14260, E-Mail: martin.seidler@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de

Weitere Berichte zu: Dissertation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie