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Ernst-Hellmut-Vits-Preis für Historiker Meier

07.10.2004


Forschungspreis des Förderkreises der Universität Münster mit 20.000 Euro dotiert



"Von Athen bis Auschwitz" - so der Titel einer Sammlung seiner Vorträge - reicht das Wirkungsfeld des Münchner Althistorikers Prof. Dr. Christian Meier. Nicht nur als Vorsitzender des Historikerverbandes, auch als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt hat er es verstanden, auch einer breiteren Öffentlichkeit sein Fach nahezubringen. Dafür wird er am 3. November um 17 Uhr in der Aula des Schlosses mit dem Ernst-Hellmut-Vits-Preis des Förderkreises der Universität Münster ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.



Kaum ein anderer Historiker seiner Generation, so heißt es in der Laudatio, habe eine so breite und vor allem nachdrückliche Wirkung in der Öffentlichkeit entfaltet. Dabei behalte er stets die Gegenwart der Vergangenheit im Blick. Meier habe sich stets über die Grenzen seines eigentlichen Fachgebietes - die Republiken Rom und Athen - hinaus engagiert, beispielsweise mit dem Buch "Vierzig Jahre nach Auschwitz. Deutsche Geschichtserinnerung heute", das 1987 zu den wichtigsten Beiträgen des Historikerstreits gehörte. In ähnlicher Weise hat er zu weiteren zentralen Fragen gegenwärtiger Politik Stellung bezogen, unter anderem in den anlässlich der Wende erschienenen Büchern "Deutsche Einheit als Herausforderung" (1990) und "Die Nation, die keine sein will" (1991). Weitere grundlegende Arbeiten hat er auch im Bereich der Theorie der Geschichte, der Kulturgeschichte und der historischen Anthropologie vorgelegt.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hält Dr. Jürgen Busche, Meier selbst wird in seinem Festvortrag über "Alte Geschichte in neuer Zeit" sprechen. Den musikalischen Rahmen gestaltet Alexej Gorlatch von der Hochschule für Musik und Theater Hannover, der trotz seiner erst 16 Jahre vielfacher Gewinner und Preisträger internationaler und nationaler Klavierwettbewerbe ist.

Der Ernst-Hellmut-Vits-Preis ist nach dem langjährigen Vorsitzenden der Förderergesellschaft der Universität Münster benannt und wird in zweijährigem Turnus verliehen. Im Wechsel wird ein Beitrag aus dem Bereich der Naturwissenschaften beziehungsweise Medizin und aus den Geisteswissenschaften gewählt. Der Preisträger kann sowohl für eine einzige Leistung als auch für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden. Der Preis wird in der Regel für deutschsprachige Beiträge verliehen.

Brigitte Nussbaum | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Foerderer

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