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Höchst dotierter Nachwuchspreis an vier Heidelberger Wissenschaftler vergeben

03.09.2004


Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Spitzenkräfte / durchschnittliches Preisgeld liegt bei je 1,5 Millionen Euro.



Acht Nachwuchswissenschaftler wurden mit dem BioFuture-Preis 2004 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet; davon gehören vier Preisträger zum Universitätsklinikum Heidelberg. Mit einem Preisgeld von im Durchschnitt je 1,5 Millionen Euro ist dies die höchst dotierte Auszeichnung für junge Forscher in Deutschland. Die Preise werden Ende des Jahres vergeben an: Dr. Raffi Bekeredjian von der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie der Medizinischen Universitätsklinik (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo A. Katus), Dr. Friedrich Frischknecht und Dr. Markus Meissner (beide Abteilung Parasitologie des Hygieneinstituts, Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Michael Lanzer) und PD Dr. Carsten Watzl vom Institut für Immunologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Stefan Meuer).

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"Wir freuen uns mit den Preisträgern", sagt Professor Dr. Hans-Günther Sonntag, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. "Diese Auszeichnungen sind ein herausragender Erfolg für die einzelnen Nachwuchswissenschaftler aber auch für die Forschung, die hier an unseren Instituten und Kliniken betrieben wird."

Mit den Preisgeldern können die jungen Wissenschaftler eigene Forschungsgruppen aufbauen bzw. bereits bestehende Gruppen ausbauen. So ist Dr. Carsten Watzl bereits seit 2002 Leiter einer so genannten Nachwuchsgruppe am Institut für Immunologie. "Unser Labor beschäftigt sich mit bestimmten Zellen des Immunsystems, die Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) genannt werden. Diese Zellen sind bei der frühen Immunabwehr gegen Infektionen und auch gegen Krebs von Bedeutung", sagt Dr. Watzl. Er untersucht, wie die Aktivität dieser NK-Zellen auf molekularer Ebene reguliert ist, d.h. woher die Zelle weiß, wann sie inaktiv und wann sie aktiv sein soll. Ziel ist, regulierend in diese Prozesse einzugreifen und so z.B. die NK-Zellen gegen Krebszellen zu aktivieren.

Dr. Friedrich Frischknecht wird ab 1. Juli 2005 eine Arbeitsgruppe in der Abteilung Parasitologie des Hygieneinstituts leiten. Gegenstand seiner Forschung, die der junge Wissenschaftler im Moment noch am Pasteur Institut Paris betreibt, sind die Mechanismen der Malaria-Übertragung von Stechmücken auf den Menschen. "Wir wollen die molekularen Mechanismen erforschen, die die Beweglichkeit der Malaria-Parasiten beeinflussen. Ein weiteres Ziel ist, mit Hilfe modernster Mikroskopietechnik Einblicke in die innere Struktur der Parasiten zu erhalten", erklärt Dr. Frischknecht. Er hofft, dadurch eventuell neue Ansätze zur Bekämpfung der Malaria entwickeln zu können.

In der selben Abteilung startet zum 1. Januar 2005 Dr. Markus Meissner seine Arbeitsgruppe. Der Forscher beschäftigt sich mit Parasiten, die Malaria, Toxoplasmose (auf Menschen übertragbare Tierseuche) und andere Krankheiten verursachen können. "Wir suchen nach bestimmten Genen von Parasiten, die für den Erreger essentiell sind, um in seine Wirtszellen einzudringen bzw. diese zu zerstören", beschreibt Dr. Meißner seine Arbeit. "Solche Gene repräsentieren gute Angriffspunkte für die Medikamenten- und Impfstoffentwicklung."

Dr. Raffi Bekeredjian baut in den nächsten Monaten seine Arbeitsgruppe in der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie der Medizinischen Universitätsklinik auf. Sein Forschungsgebiet liegt im Bereich der experimentellen Ultraschall-Anwendungen: "Wir können in kleine Bläschen (Mikrosphären) bestimmte Wirkstoffe verpacken. Die Bläschen transportieren diese Substanzen zu einem Zielorgan, können dort durch hochenergetischen Ultraschall gezielt zum Platzen gebracht werden und geben so die Wirkstoffe ab", erklärt der Preisträger. Dies erlaubt eine Organ-spezifische medikamentöse Therapie (z.B. der Transport von Chemotherapeutika in einen Tumor) oder eine Organ-spezifische Gen-Therapie (wenn DNA oder Viren in die Hüllen eingebaut werden). Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung dieser Technik, um in einigen Jahren einen therapeutischen Ansatz beim Patienten zu ermöglichen.

Mit dem BioFuture-Wettbewerb werden seit 1998 exzellente Nachwuchskräfte der Biotechnologie für die Wirtschaft und Wissenschaft ausgezeichnet. Ihr Höchstalter bei der Bewerbung ist 39 Jahre. Mit dem Preisgeld können die Siegerinnen und Sieger ihre Forschungsideen realisieren und sich ein wissenschaftliches Team aufbauen. Mit den jetzt vorgeschlagenen sind mittlerweile 51 Spitzenforscherinnen und -forscher mit dem BioFuture-Preis gekürt worden. Mehr als ein Drittel davon haben einen ausländischen Pass oder kamen als Deutsche aus dem Ausland zurück. Schon jetzt haben 20 BioFuture-Gewinner einen Ruf an eine Universität erhalten, 11 Nachwuchskräfte haben ein eigenes Unternehmen gegründet und zusammen über 250 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Dabei konnten sie mehr als 80 Millionen Euro an privatem Kapital mobilisieren.

Dr. Annette Tuffs | Universitätsklinikum Heidelberg
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

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