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Förderung: Schüler erproben nachhaltiges Wirtschaften in eigenen Firmen

09.01.2004


14 "Schülerfirmen" in Niedersachsen, Thüringen und Baden-Württemberg - Ökologische Verantwortung übernommen - DBU förderte mit 280.000 Euro

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»Umweltbildungszentrum

Seit der Pisa-Studie ist die Forderung in aller Munde: Das System Schule in Deutschland muss sich verändern. Das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen im niedersächsischen Ganderkesee reagierte auf den Ruf nach mehr Praxisbezug. Es entwickelte das Modellprojekt "Schülerfirmen im Kontext einer Bildung für Nachhaltigkeit". Das bedeutet: Schüler gründen ein eigenes kleines, umweltorientiertes Unternehmen, das regelmäßig Produkte herstellt oder Dienstleistungen bereitstellt. "Mit dem Konzept können Schulen für alle Schüler ab der 5. Klasse eine starke Praxisorientierung anbieten", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück, die das Projekt finanziell unterstützt hat. "Die Schüler erhalten die Chance, im Team unter realen Bedingungen wirtschaftliche Zusammenhänge und die ökologische Verantwortung von Wirtschaft kennen zu lernen".

Buchhaltung und Marktanalyse statt Mathe und DeutschZwei Jahre lang haben rund 150 Schüler aus Niedersachsen, Thüringen und Baden-Württemberg den Ernstfall trainiert. Insgesamt 14 Schülerfirmen boten - oft in Kooperation mit einem Unternehmen aus der Region - so Unterschiedliches wie Reisen, PC-Dienstleistungen oder fair gehandelten Tee an und gründeten etwa eine Werbeagentur oder einen Fahrradladen. Gemeinsam war allen Firmen, dass die Schüler nicht nur gute Ideen haben mussten, sondern auch wirtschaftliches Know-how: Sie lernten, wie man eine Buchhaltung führt, den Markt sondiert und Lieferantenangebote vergleicht, wie die gewünschten Produkte hergestellt werden, Werbung gemacht und der Vertrieb geregelt wird.


Bei jeder Entscheidung die Frage: Gut für die Umwelt oder nicht?
Eines durfte dabei niemals aus den Augen verloren werden: die Auswirkungen, die das Handeln der Schülerfirma auf die Umwelt und das soziale Umfeld hatte - regional, überregional oder sogar global. Die Schüler lernten schnell, so Brickwedde, dass ökologische Verantwortung in einem Unternehmen auf Schritt und Tritt getragen werden muss - bei der Auswahl umweltverträglicher Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe genauso wie beim Vertrieb, bei dem Transportwege berücksichtigt werden müssen, oder bei der Entsorgung der Produkte, die möglichst wiederverwertbar sein sollten.

"Gelernt, mit Konflikten zwischen Wirtschaft und Umwelt umzugehen"

"Wirtschaft und Umwelt können an vielen Schnittstellen miteinander kollidieren", sagt Brickwedde. "In den Schülerfirmen haben die jungen Leute in den vergangenen zwei Jahren gelernt, mit diesen Konflikten umzugehen und Verantwortung für das Agieren ihrer Firma zu übernehmen. Das führt nicht nur zu einem besseren Verständnis der Abläufe in Politik und Wirtschaft. Es trägt auch zur Vermittlung von Werten bei und dazu, die Gefährdung dieser Werte im Alltag zu erkennen."
Ansprechpartner:

Kontakt:

Regionales Umweltbildungszentrum Hollen
Herr Rolf Daseke (Leitung),Frau Beatrice v. Monschaw
Tel.: 04223-95-058, Fax: -057, mobil: 0173/589 16 30

Astrid Deilmann | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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