Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preis für Operationsplanungs-Software aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum

18.11.2003


Der digitale Assistent am Operationstisch: Software aus dem DKFZ ermöglicht präzise Planung chirurgischer Eingriffe.

... mehr zu:
»DKFZ

OrgaNicer, eine Software zur computergestützten Operationsplanung für die Leberchirurgie, wurde jetzt mit dem doIT-Software-Preis ausgezeichnet. Entwickelt haben OrgaNicer Medizininformatiker des Deutschen Krebsforschungszentrums innerhalb des Projektes LENA.

Mit dem digitalen Werkzeug können die Software-Experten basierend auf computertomografischen Patientendaten ein digitales dreidimensionales Modell der Leber erzeugen. Damit können Chirurgen den Eingriff am Computer individuell auf jeden Patienten zuschneiden und planen. Auch während der Operation kann sich der Arzt am Modell räumlich orientieren, die virtuelle Leber frei drehen und in diese hineinzoomen. Zum preisgekrönten DKFZ-Team gehören Professor Hans-Peter Meinzer, Leiter der Abteilung Medizinische und Biologische Informatik, Matthias Thorn, Max Schöbinger und Tobias Heimann. Chirurgische Eingriffe an der Leber sind sehr kompliziert und verlangen vom Operateur eine präzise Kenntnis des Organzustandes jedes einzelnen Patienten. Mit der Software kann der Chirurg schon vor dem Eingriff die für den Patienten bestmögliche Schnittführung individuell planen und sich auf mögliche Komplikationen vorbereiten. Vor einer Tumoroperation zum Beispiel muss der Operateur wissen, ob der Tumor in der Nähe wichtiger Blutgefäße liegt und welchen Sicherheitsabstand er zu diesen Gefäßen beim Schneiden einhalten muss. Die Daten, die OrgaNicer in der Simulation verarbeitet, stammen aus einer Untersuchung des Patienten im Computer-Tomografen, die vor dem Tag des Eingriffs stattfindet. Die zweidimensionalen Daten aus der radiologischen Untersuchung werden von den Medizininformatikern des DKFZ am Rechner zu einem dreidimensionalen Modell zusammengesetzt und ausgewertet. Das System wurde realisiert in enger Kooperation zwischen DKFZ und der Universitätsklinik Heidelberg, wo die Radiologie durch das Team von Professor Götz Martin Richter und die Chirurgie durch das Team um Professor Markus W. Büchler beteiligt ist.


Die Entwickler im DKFZ arbeiten an einer Erweiterung der Software für Nieren-, Herz- und Bauchspeicheldrüsen-Operationen. Ergänzt werden soll die Software zukünftig durch eine spezielle stereoskopische Technik, die dem Operateur als Navigationshilfe dient und ihm zeigt, wo sich sein Operationsinstrument gerade im Organ befindet.

Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird dieses Jahr erstmals von der MFG Stiftung vergeben. Er wurde jetzt im Rahmen des doIT Software-Forschungstages in Stuttgart vom Schirmherr des Wettbewerbs und Minister im Staatsministerium Baden-Württemberg, Dr. Christoph-Eberhard Palmer, verliehen.

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Berichte zu: DKFZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise