Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF schafft mit Biotechnologie-Tagen neue Perspektiven

20.10.2003


Bulmahn: "Wir fördern junge Unternehmen und Nachwuchskräfte für die Spitze in Europa"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in der Biotechnologie junge Unternehmen sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für eine Spitzenposition in Europa. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn kündigte auf den 5. BMBF-Biotechnologie-Tagen am Montag in Leipzig eine neue Runde für die deutsche Biotechnologie an. Ein neues mit 100 Millionen Euro ausgestattetes Programm werde kleine und mittlere Biotech-Unternehmen beim Aufbau unterstützen.

"Wir werden die Perspektiven der Biotechnologie für neue Arbeitsplätze und Wachstum in Deutschland entscheidend verbessern." Bulmahn überreichte in Leipzig fünf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern den BMBF-Preis "BioFuture" für die Erforschung neuer Ansätze in den Biowissenschaften. Die Mittel in Höhe von insgesamt 5,5 Millionen Euro sollen den Preisträgern bei der Gründung eigener Unternehmen oder der Qualifizierung für eine wissenschaftliche Laufbahn helfen. Die Ministerin machte deutlich, dass sie von der Förderung auch eine thematische Netzwerkbildung zu forschungspolitischen Schwerpunkten erwarte. Sie wies darauf hin, dass mit der BMBF-Förderung auch qualifizierte Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland nach Deutschland geholt worden seien. Unter den insgesamt 43 Preisträgern von BioFuture seien zehn Deutsche, die aus dem Ausland nach Deutschland zurück gewonnen werden konnten. "In den Biowissenschaften fördern wir Exzellenz bei den Fachkräften und innovative Unternehmenskonzepte", sagte die Ministerin.

Die Bundesregierung sei entschlossen, die Rahmenbedingungen für die Biotechnologie in Europa und in Deutschland weiter zu verbessern, sagte die Ministerin. "Die Biotechnologie ist ein forschungspolitischer Schwerpunkt." Hierfür seien allein die Projektfördermittel des BMBF seit 1998 um etwa 70 Prozent auf 180 Millionen Euro im Jahr 2003 erhöht worden. Im Bereich der institutionellen Förderung stünden dieses Jahr mehr als 480 Millionen Euro für die Biotechnologie, vor allem für die Grundlagenforschung, bereit. Bulmahn verwies auch auf die Bedeutung privater Kapitalgeber für die noch junge Branche in Deutschland. Sie setze darauf, dass der von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement angekündigte Dachfonds für Beteiligungskapital die deutsche Venture Capital-Szene wachrüttele. Der Dachfonds sei mit 500 Millionen Euro ausgestattet, die je zur Hälfte vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) und vom ERP-Sondervermögen aufgebracht würden. Zusammen mit privaten Mitteln sollen in den nächsten fünf Jahren 1,7 Milliarden Euro an Beteiligungskapital für Gründungen und das Wachstum von Technologie-Unternehmen mobilisiert werden. Hiervon werden auch die Biotechnologie-Unternehmen profitieren.

Nach den Angaben des 4. Deutschen Biotechnologie-Reports 2003 der Beratungsgesellschaft Ernst & Young gibt es in Deutschland 360 Biotech-Firmen im engeren Sinne. Damit halten im europäischen Vergleich in Deutschland immer noch die meisten Unternehmen dieser Art ihren Sitz. Der Umsatz belief sich auf rund eine Milliarde Euro, der Forschungsaufwand betrug 1,1 Milliarden Euro.

Zur BMBF-Projektförderung in der Biotechnologie gehören: Der BioFuture-Wettbewerb zur Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte für die Wirtschaft und Wissenschaft. Mit den neuen Preisträgern wurden seit 1998 insgesamt 43 Nachwuchsgruppen mit 60 Millionen Euro unterstützt. Als spezifisches Programm für den Mittelstand hat BioChance mit 42 Millionen Euro seit 1999 Grundlagen für die Kommerzialisierung der Biotechnologie gelegt. Als Nachfolger richtet sich BioChancePLUS vorrangig an kleine und mittlere Unternehmen, die biotechnologische Verfahren und Produkte entwickeln und verwerten wollen. Das Programm unterstützt auch die Kooperationen zwischen Unternehmen und ist offen für neu gegründete Biotechnologie-Unternehmen. Für das Programm stellt das BMBF bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung. Mit privaten Mitteln sollen zusammen 250 Millionen Euro mobilisiert werden.

BioRegio fördert seit 1999 in vier ausgewählten Modellregionen (München, Rhein-Neckar-Dreieck, Rheinland und Jena) die Umsetzung biotechnologischen Wissens in Produkte und Produktionsverfahren. Dafür wurden bislang rund 90 Millionen Euro bewilligt. Ergänzend dazu fördert das Programm BioProfile die Entwicklung international konkurrenzfähiger, fachlicher Profile in deutschen Biotech-Regionen. Das Programm ist über die Laufzeit von 2001 bis 2006 mit 50 Millionen Euro ausgestattet.

| BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/210_5412.html
http://www.bmbf.de/6531_1135.html
http://www.fz-juelich.de/ptj/php?index=474

Weitere Berichte zu: Biotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive