Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neurologe für innovative Injektionstherapie ausgezeichnet

15.10.2003


Das Bakteriengift Botulinumtoxin - eigentlich ein Nahrungsmittelgift - hilft gegen unterschiedliche Krankheiten. Mit diesem Wirkstoff hat der Neurologe Prof. Dr. Markus Naumann von der Uni Würzburg seit 1997 eine Injektionstherapie für spezielle neurologische Leiden entwickelt. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie würdigte diese herausragende innovative Therapie und verlieh dem Würzburger Mediziner den Mertens-Forschungspreis.



Die von Naumann einsatzfähig gemachte Injektionstherapie hilft bei Störungen des autonomen Nervensystems, zum Beispiel bei krankhaftem Schwitzen oder bei übermäßigem Speichel- oder Tränenfluss. Diese Symptome können im Rahmen ganz unterschiedlicher Erkrankungen auftreten und waren bislang nicht ausreichend zu behandeln. Botulinumtoxin wird schon seit Jahren mit großem Erfolg auch in anderen Bereichen der Neurologie verwendet, so zum Beispiel zur Behandlung von krankhaft erhöhter Muskelaktivität im Rahmen von Spastik oder Dystonie.



Die dem Mertens-Forschungspreis zu Grunde liegenden Studien hat Naumann in internationalen Verbünden und in Kooperation mit anderen Kliniken der Universität Würzburg durchgeführt, insbesondere mit Prof. Dr. Eva-Bettina Bröcker und Prof. Dr. Henning Hamm von der Hautklinik sowie mit Prof. Dr. Klaus Toyka und Prof. Dr. Karlheinz Reiners von der Neurologischen Klinik. Der Einsatz von Botulinumtoxin bei krankhaftem Schwitzen (fokaler Hyperhidrose) ist aufgrund der Würzburger Forschungsaktivitäten mittlerweile international etabliert und in zahlreichen Ländern der Erde zugelassen.

Markus Naumann ist seit 1994 Oberarzt an der Neurologischen Klinik der Uni Würzburg und leitet dort die Ambulanz für Bewegungsstörungen und neurodegenerative Erkrankungen. Sein klinisch-wissenschaftliches Interesse gilt insbesondere der Parkinson-Krankheit, dystonen Bewegungsstörungen und der Spastik sowie dem therapeutischen Einsatz von Botulinumtoxin.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Er erinnert an Hans Georg Mertens, der von 1968 bis 1989 den Lehrstuhl für Neurologie an der Uni Würzburg innehatte, und soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Markus Naumann
Tel. (0931) 201-24621, Fax -23697
E-Mail: naumann@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten