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Deutscher Umweltpreis 2003: Einzelwürdigung Hermann Josef Schulte

17.09.2003


Die Firma HJS mit ihrem Unternehmensgründer Hermann Josef Schulte hat als höchst innovatives mittelständisches Unternehmen mit Filtersystemen für die Automobilbranche national wie international Meilensteine gesetzt. Wenn in den nächsten Jahren der Spagat gelingt, einerseits die Zahl der in Deutschland jährlich bis zu 14.000 Todesfälle, die auf Dieselruß zurückzuführen sind, drastisch zu verringern und andererseits dem Dieselmotor mit seinem im Vergleich zum Otto-Motor deutlich geringeren Kohlendioxid-Ausstoß noch weiter zum Durchbruch zu verhelfen, wird das auch ein Verdienst der Firma aus Menden sein." - Mit diesen Worten würdigte heute Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Pionierleistung des Mendener Unternehmers Hermann Josef Schulte (56) in der Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher Abgastechnologien für den Fahrzeugbau. Er ist einer von zwei Trägern des Deutschen Umweltpreises 2003 der DBU.

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Seit der Gründung 1976 sei es Firmenphilosophie von HJS, nicht nur Produkte zu verkaufen, sondern auch Konzepte zu liefern, betont Brickwedde in einer DBU-Pressemitteilung. Erfolgreich seien von HJS als erstem Anbieter in den 80er Jahren Nachrüstkonzepte für Drei- Wege-Katalysatoren entwickelt und vermarktet worden. Heute habe HJS 260 Katalysatorarten für 600 verschiedene Kraftfahrzeugtypen im Programm, die über 80 Prozent aller Bedarfsfälle abdeckten. Brickwedde: "Ein kompetenter und innovativer Partner für Industrie und Forschungseinrichtungen, der sich für ein Unternehmen seiner Größe außerordentlich stark für die Entwicklung umweltfreundlicher Abgastechnologien für den Fahrzeugsektor engagiert und damit große Entlastungen von Umwelt und Gesundheit ermöglicht."

Neben der gesamtunternehmerischen Leistung von Hermann Josef Schulte würdige die DBU, die diese Thematik auch in verschiedenen Projekten aufgreife, aber mit dem Deutschen Umweltpreis im Speziellen die Entwicklung eines Partikelfilters für Dieselmotoren, der wartungsfrei und verlustarm betrieben werden könne und die bauartbedingten Nachteile herkömmlicher keramischer Filter vermeide. Durch intensive Arbeiten habe HJS ein spezielles Material entwickelt, ein poröses Sintermetall, das aus einem mit einem Pulver beschichteten leinenähnlichen Drahtgewebe bestehe. Durch die überlegenen Materialeigenschaften ergäben sich besondere Betriebsvorteile wie etwa geringeres Gewicht und weniger benötigter Bauraum, ein doppelt so großes Speichervolumen von Asche und eine längere Haltbarkeit. Außerdem sei der Wertstoff Metall wiederverwertbar, wohingegen Keramikfilter als Sondermüll entsorgt werden müssten.


Der Abgasnachbehandlung komme bei Dieselmotoren die zentrale Rolle zu, vor allem einer weitestgehenden Verringerung des Ausstoßes von inhalierbarem Schwebstaub, der nach einem Gutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung Krankheit und Tod durch Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen könne. Das Lungenkrebsrisiko durch Dieselruß sei in Tierversuchen nachgewiesen worden. Und da in Deutschland der Kraftfahrzeugverkehr eine wichtige Quelle des Ausstoßes von Schwebstaub und die Hauptquelle von Feinstäuben und feinsten Partikeln sei und 84 Prozent der partikelförmigen Kohlenstoffe aus Dieselmotoren stammten, seien hier Maßnahmen zu einer Verminderung dringend erforderlich. Partikelfilter verringerten den Ausstoß fester Schadstoffbestandteile um über 95 Prozent.

Andererseits weise der Dieselmotor im Vergleich zum Otto-Motor mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator mit Blick auf den Ausstoß klimaschädigenden Kohlendioxids noch immer deutliche Vorteile auf und könne einen notwendigen Beitrag zum Klimaschutz in einer von zunehmender Mobilität gekennzeichneten Gesellschaft ohne Einschränkungen erfüllen. Da in den letzten Jahren bis zu 40 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland Diesel gewesen seien, ergebe sich hier "eine beachtliche Möglichkeit weiterer Minderbelastungen für Umwelt und Gesundheit", so Brickwedde. Und der Dieselmotor werde seine Stellung als leistungsstarker und dennoch sparsamer Antrieb für Personenkraftwagen noch weiter ausbauen. Mit dem HJS-Dieselpartikelfilter sei es möglich, schon heute die Partikelgrenzwerte der Euro 5 (ab 2010) zu unterschreiten und ein sehr hohes Maß an Kleinstpartikeln zurückzuhalten. Brickwedde: "Die Sintermetalltechnologie verringert die Umweltbelastung durch Dieselruß deutlich. Neben wirtschaftlichen Vorteilen für die Nutzer ermöglicht sie ganz erhebliche ökologische und gesundheitliche Entlastungen und nicht zu vergessen Minderbelästigungen, wenn man z.B. an rußende LKW oder Stadtbusse denkt."

Der HJS-Filter erhöhe also klar die Chancen auf einen vermehrten Einsatz dieser Technologie in einem wachsenden Markt von Dieselfahrzeugen, verringere die Gefahren und leiste gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unseres Klimas. Brickwedde: "Dies bedeutet, dass ähnlich wie beim 1985 erstmals angebotenen Nachrüstkatalysator wieder damit gerechnet werden darf, dass eine HJS-Entwicklung demnächst erneut in großer Breite in der Branche Einzug halten wird. Die Aktivitäten des Unternehmens in Fragen der Entgiftung von Kraftfahrzeugabgasen sind über viele Jahre hinweg ausgesprochen bemerkenswert. "

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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