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"Research Award" an vier UKE-Anästhesisten vergeben

13.08.2003


Drei junge Wissenschaftler und eine junge Wissenschaftlerin der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind für ihre Forschungsarbeiten ausgezeichnet worden.


Privatdozent Dr. Patrick Friederich (37) hat den mit 15 000 Euro dotierten "Research Award" der European Society of Anaesthesiologists (ESA) erhalten. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Neurale Signalverarbeitung des Zentrums für Molekulare Neurobiologie war seine Arbeitsgruppe der Frage nachgegangen, warum Lokalanästhetika als schwere Nebenwirkung Krampfanfälle hervorrufen können. Die Forscher fanden in Laborversuchen heraus, dass Lokalanästhetika auf die so genannten Kaliumkanäle wirken, die normalerweise für eine geordnete Nervenaktivität sorgen. Werden sie jedoch blockiert, können Krampfanfälle entstehen. Das Preisgeld wird für eine auf 18 Monate angelegte vertiefende Studie verwandt.

Dr. Marko Fiege (35) hat beim "Trainee Research Prize Competition" der ESA den 1. Platz belegt. Das Preisgeld beträgt 3000 Euro. Die Arbeitsgruppe forscht nach Ursachen der "malignen Hyperthermie", einer vererbbaren Muskelerkrankung, die sich im täglichen Leben nicht bemerkbar macht, bei der Gabe von Narkosemedikamenten jedoch eine schwere Stoffwechselentgleisung und dadurch bedingte Muskelkontraktur zur Folge hat. Wird sie nicht sofort erkannt und behandelt, kann sie innerhalb sehr kurzer Zeit zum Tode führen. Die Wissenschaftler konnten eine bislang unbekannte spezielle Kalziumregulationsstörung in der Muskelzelle nachweisen, die eine Rolle bei dieser Erkrankung spielt.


Christian Rempf (37) hat beim "Best Abstract Prize Competition" der ESA den 3. Platz belegt. Das Preisgeld beträgt 1700 Euro. Die Arbeitsgruppe konnte in Laborversuchen zeigen, dass im Umfeld einer Operation die Gabe einer Hämoglobinlösung, eines künstlichen sauerstofftragenden Blutersatzes, mit weniger riskanten Herzrhythmusstörungen einhergeht und die Größe eines Herzinfarkts verringern kann. Vor, während und nach einer Operation ist der Körper eines Patienten einer Stresssituation ausgesetzt. Verengte Herzkranzgefäße können in solchen Situationen die Versorgung des Herzens mit Blut und Nährstoffen gefährden: Etwa drei bis fünf Prozent der Patienten mit einer Herzgefäßerkrankung erleiden im zeitlichen Umfeld eines operativen Eingriffs einen Infarkt.

Dr. Dinah Schulte (38) hat beim "Wissenschaftlichen Vortragswettbewerb" auf dem Deutschen Anästhesiekongress den 2. Platz belegt. Das Preisgeld beträgt 750 Euro. Ihrer Arbeitsgruppe war die Entwicklung einer elektrochemischen Methode zum direkten Nachweis von Stickstoffmonoxid gelungen, das in Schmerzsituationen vom Körper freigesetzt wird. Zudem fanden die Wissenschaftler in Laborversuchen heraus, dass bei der Freisetzung von Stickstoffmonoxid nicht die Stärke der Schmerzstimulation, sondern ihre Häufigkeit und Dauer eine Rolle spielt. Dies stärkt die Hypothese, dass Stickstoffmonoxid vor allem bei chronischem Schmerzgeschehen beteiligt ist. Die Forschungsergebnisse sollen helfen, mit Medikamenten schmerztherapeutisch eingreifen zu können.

Informationen bei:

Dr. Patrick Friederich, Tel.: 040-42803-2450 oder -6657, patrick.friederich@zmnh.uni-hamburg.de
Dr. Marko Fiege, Tel.: 040-42803-4525, fiege@uke.uni-hamburg.de
Christian Rempf, Tel.: 040-42803-3480, chr.rempf@freenet.de
Dr. Dinah Schulte, Tel.: 040-42803-2415, schulte@uke.uni-hamburg.de

Dr. Marion Schafft | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: Krampfanfall Stickstoffmonoxid

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