Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1,43 Millionen Euro für die Umweltforschung

29.04.2003


VolkswagenStiftung bewilligt drei weitere Vorhaben in ihrer Initiative zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung



Mit ihrer inzwischen beendeten Initiative zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung zielte die VolkswagenStiftung darauf ab, Defizite auf diesem Gebiet abzubauen - fokussiert auf junge Forscher und die Kooperation unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche. Dieser Ansatz kennzeichnet auch die folgenden drei Projekte. Sie konnten sich unter einem Dutzend im vergangenen halben Jahr eingereichter Anträge durchsetzen und werden nun von der VolkswagenStiftung über einen Zeitraum von jeweils drei Jahren gefördert:



1. 468.400 Euro für das Vorhaben "Weidemanagement und Nachhaltigkeit - ökonomischer und ökologischer Erfolg fünf verschiedener Nutzungsformen in einer Savanne Nordnamibias" am Institut für Völkerkunde der Universität Köln.

Savannen gehören zu den wichtigsten weidewirtschaftlichen Nutzungsflächen der Erde. Das Wissen über die Ökologie der Savannen ist jedoch sehr gering. Von der VolkswagenStiftung mit 468.400 Euro gefördert, untersucht die Ökologin Dr. Anja Linstädter am Institut für Völkerkunde der Universität Köln fünf verschiedene Weidesysteme im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit und die aus ihnen resultierenden Störungen des Ökosystems Savanne: und zwar zum einen ein nomadisch genutztes Gebiet, des Weiteren ein Areal innerhalb eines Schutzgebietes, das kommunaler Nutzung unterliegt; drittens eine Farm, die ehemaligen Landarbeitern vom Staat im Rahmen eines Wiederbesiedlungsprogramms zur Verfügung gestellt wurde, ferner eine konservativ bewirtschaftete Rinderfarm sowie eine Jagdfarm mit Wildbestand. Eines der wesentlichen Ziele ist es, die Charakteristika nachhaltiger Nutzungsformen herauszufinden und entsprechende Gemeinsamkeiten festzuhalten. Kooperationspartner der Kölner Forscher sind Wissenschaftler vom Geographischen Institut der Universität Bonn, vom Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam, vom Umweltforschungszentrum Leipzig und vom Etosha Ecological Institute in Namibia.

Kontakt:
Dr. Anja Linstädter
Tel.: 0221 - 2940643
E-Mail: a.schulte@uni-koeln.de

2. 476.400 Euro für das Vorhaben "Optimierung von Co-Vergärung in Bezug auf die spezifische Biogasbildung, die Produktqualität und ihre Einbindung in regionale Entsorgungskonzepte" am Institut für Siedlungswasserwirtschaft sowie am Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung an der Universität Karlsruhe.

476.400 Euro stellt die VolkswagenStiftung bereit für das Vorhaben von Dr.-Ing. Hilke Würdemann vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Universität Karlsruhe. Hier geht es um die gemeinsame Vergärung von organischen Abfällen und landwirtschaftlichen Substraten wie Gülle oder schwach schadstoffbelasteten Klärschlämmen. Vorzug solch eines Verfahrens ist neben der Rückführung von Nährstoffen in den Stoffkreislauf die Gewinnung regenerativer Energie. Zugleich heißt das: Energiegewinnung und dezentrale Abfallbehandlung ließen sich kombinieren. Inwieweit das bei diesen Substraten - etwa auch mit Blick auf Wechselwirkungen zwischen den Stoffen oder die Herauslösung vorhandener Schadstoffe - möglich und vor allem ökonomisch sinnvoll ist, soll bei zwei technisch unterschiedlich konzipierten Co-Vergärungsanlagen erprobt werden. Deren Nutzung im laufenden Betrieb ermöglicht die Bremer Nehlsen AG. In einer weiteren Kooperation dann mit dem Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung an der Universität Karlsruhe will die Wissenschaftlerin ökonomischen Fragestellungen hinsichtlich der Substratzufuhr, der Verfahrenskonzeption und der Absatzsicherung für die Vergärungsprodukte nachgehen.

Kontakt:
Dr.-Ing. Hilke Würdemann
Tel.: 0721 - 608-2457
E-Mail: hilke.wuerdemann@bau-berm.uni-karlsruhe.de

3. 481.200 Euro für das Vorhaben "Ökosystem, Sozialstruktur und Wirtschaftsweise im mittelalterlichen Altbaiern" am Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie der Universität München.

Mit 481.200 Euro gefördert wird ein Vorhaben an der Universität München, das sich von der Archäologie über die historische Agrarökologie, die Anthropologie bis hin zu Archäozoologie und Paläobotanik erstreckt. Dr. Thomas Meier vom Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzial-römische Archäologie will an Hand von drei Grabungsorten in Altbayern Wechselbeziehungen zwischen Landschaftsstruktur und menschlicher Wirtschafts- und Siedlungstätigkeit untersuchen. Dabei konzentriert er sich auf die Produktion und den Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte. Über die Nahrungsmittelproduktion sind Mensch und Umwelt unmittelbar verknüpft, der Konsum ist dann im hohen Maße sozial bestimmt. Der Wissenschaftler fragt insbesondere nach den naturräumlichen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Agrar- und Siedlungsstruktur, nach den natürlichen und ökonomischen Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktionstechniken, der Ernährungssicherheit und dem Vertrieb von Nahrung nach sozialen Kriterien und nach der siedlungsstrukturellen Organisation. Für das Vorhaben wurden Grabungsplätze bei Kelheim, Petersberg und Unterigling ausgewählt. Flankierend sind geologische Untersuchungen vorgesehen.

Kontakt:
Dr. Thomas Meier
Tel.: 089 - 2180-5548
E-Mail: thomas.meier@vfpa.fak12.uni-muenchen.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse03/29042003.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie