Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt "GLOWA Jordan River" von BMBF gefördert

24.02.2003


Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert an der Uni Potsdam angesiedeltes Projekt mit drei Millionen Euro



Für das am Institut für Biochemie und Biologie, Bereich Vegetationsökologie und Naturschutz der Universität Potsdam angesiedelte Projekt GLOWA Jordan River bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) etwa drei Millionen Euro. Mit der Projektleitung ist Dr. Katja Tielbörger betraut. Das Projekt läuft zunächst bis Mai 2005.

... mehr zu:
»BMBF »GLOWA »Wasserressource


Wasser spielt im Nahen Osten eine zentrale Rolle. Allein die naturräumlichen Gegebenheiten, der größte Teil der Region besteht aus Wüsten und Halbwüsten, haben Wasser schon immer zu der wichtigsten Ressource für Mensch und Natur gemacht. Nicht zuletzt deshalb ist Israel zu einem der wichtigsten Exporteure für wassersparende Technologien, besonders in der Landwirtschaft, geworden. Trotz dieser Technologien, wie beispielsweise der berühmten Tröpfelbewässerung, verbraucht die Landwirtschaft in Israel, den Autonomiegebieten und in Jordanien den überwältigenden Teil des gesamten verfügbaren Wassers. Gleichzeitig hat die Landwirtschaft nur einen sehr geringen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Alle Anrainerstaaten des Jordan leben, was die erneuerbaren Wasserressourcen angeht, bereits seit Jahrzehnten auf Pump. Hinzu kommt, dass das Bevölkerungswachstum eines der höchsten in der Welt ist. Klimatische Veränderungen könnten die Situation noch verschlechtern. Bisher ist noch viel zu wenig bekannt, wie sich Klimaveränderungen in Kombination mit sozio-ökonomischen Prozessen auf die Verfügbarkeit von Wasser auswirken. Hier ist ein Ansatz gefordert, welcher naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Forschung verbindet, und die Ergebnisse dieser Forschung zur Anwendung bringt. Deshalb sucht das GLOWA Jordan River-Projekt einen interdisziplinären Ansatz, der von einem ständigen Dialog mit potentiellen Anwendern begleitet ist.

Die Komplexität der Aufgabe verlangt ein großes internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der verschiedensten Fachbereiche. So sind insgesamt nahezu 50 Arbeitsgruppen aus ca. 30 Institutionen in Israel, Deutschland, den palästinensischen Autonomiegebieten und Jordanien in einem Forschungsverbund zusammengefasst, der von der Universität Potsdam geleitet und koordiniert wird.

Im Projekt sind Klimaforscher beteiligt, welche Szenarien für die zukünftige Entwicklung des Klimas der Region entwickeln. Ein großes Team von Hydrologen, Agrarwissenschaftlern und Bodenkundlern untersucht, wie sich Klima- und Landnutzungsveränderungen auf das Wasserangebot und die Wasserqualität auswirken werden. Ökologen von der Universität Potsdam und der Tel Aviv University beschäftigen sich mit dem Einfluss von Klimawandel auf natürliche Ökosysteme der Region. Schließlich werden auch die sozio-ökonomischen Konsequenzen der Prognosen der Naturwissenschaftler untersucht und die Erkenntnisse in konkrete Handlungsanweisungen an die Nutzer des Wassers übersetzt. In Zukunft sollen auch Friedens- und Konfliktforscher am GLOWA-Projekt beteiligt werden. Neben den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sollen so Lösungswege für grenzüberschreitende Wasserkonflikte aufgezeigt werden. Umgekehrt soll auch die weltwirtschaftliche Situation hinsichtlich ihrer Folgen für den Wasserexport und -import der beteiligten Länder untersucht werden.

GLOWA Jordan River ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, welches untersucht, wie die Wasserressourcen am Jordan auf globale Veränderungen reagieren. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von Managementstrategien zu einer nachhaltigen Nutzung dieser Ressource. GLOWA steht für globaler Wandel im Wasserhaushalt. Es handelt sich um eine Forschungsinitiative des BMBF. Neben dem GLOWA Jordan River Projekt existieren noch vier weitere GLOWA-Projekte, welche sich mit bestimmten Klimaregionen der Erde beschäftigen. Jedes dieser Projekte ist auf ein Flusseinzugsgebiet ausgerichtet. GLOWA Jordan River ist das jüngste der GLOWA Projekte.

Andrea Benthien | idw

Weitere Berichte zu: BMBF GLOWA Wasserressource

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften