Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Klimaschutz: (k)eine Utopie?

06.12.2002


Mit 250.000 Euro unterstützt die VolkswagenStiftung ein Vorhaben an der FU Berlin zur Bedeutung von Vorreitern für den globalen Klimaschutz


Es steht zu befürchten, dass es auf absehbare Zeit kein wirksames internationales Abkommen zum Schutz des Klimas geben wird, das die Nationalstaaten zu hinreichenden Klimaschutzzielen verpflichtet. Das Kyoto-Protokoll mit den bis dato ausgehandelten Reduktionszielen spricht hier eine deutliche Sprache. Betrachtet man die privaten Akteure als rationale Egoisten und die Nationalstaaten als rationale Interessenvertreter ihrer jeweiligen Staatsangehörigen, so wird klar: Es gibt keine Alternative zu einem international ausgehandelten und/oder einem staatlich verordneten Zwang zum Klimaschutz.

Andererseits existieren durchaus Potenziale für kostenneutrale oder gar Gewinn bringende Innovationen im Klimaschutz - so genannte Win-win-Lösungen. Zugleich müssen sich private Akteure und Nationalstaaten nicht zwingend egoistisch verhalten, sondern können auch uneigennützige Motive verfolgen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit einer strategischen Vorreiterrolle im Klimaschutz. Oder konkret gesagt: Trotz eines schwachen internationalen Abkommens bietet sich für den einzelnen Staat durchaus die Chance, durch Vorreiterpolitik einen technologischen und politischen Innovationsschub auszulösen. Mit eben diesem Thema, einer möglichen "Vorreiterrolle im Klimaschutz. Der Nationalstaat im Zeichen globaler Herausforderungen" beschäftigt sich ein von der VolkswagenStiftung an der Freien Universität Berlin mit 250.000 Euro gefördertes Forschungsvorhaben.


Leiter des Projekts ist Professor Dr. Martin Jänicke vom Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Forschungsstelle für Umweltpolitik. Er stellt beispielsweise die Frage: Was geschieht, wenn ein einzelner Staat sich entsprechend vorbildlich verhält: Kann dies dann die globale Umweltpolitik beeinflussen? Den Kern des Projekts bilden Fallstudien von Vorreiterprojekten im Klimaschutz. Dabei sollen für sechs ausgewählte Aktionen die Bedingungen ihrer Einführung im Pionierland, in zwei frühen Nachahmerländern und die Restriktionen in zwei spät oder gar nicht nachahmenden Ländern nachvollzogen werden. Es werden möglichst Initiativen derselben Staaten untersucht, dabei bevorzugt aus den USA und aus deutschsprachigen Ländern. Gefragt wird insbesondere nach den Motiven und Konflikten verschiedener Akteure bei der Einführung beziehungsweise der Übernahme der Maßnahmen, dem Einfluss, den das Vorbild anderer Staaten oder Unternehmen dabei hat, sowie den Veränderungen der Maßnahmen im Entscheidungsprozess und ihren Folgen - soweit sich das bereits abschätzen lässt. Auf der Grundlage der Analyse sollen Zukunftschancen für aktuelle Vorreiterpolitiken eingeschätzt und Optimierungsempfehlungen gegeben werden.

Kontakt:

Freie Universität Berlin
Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Forschungsstelle Umweltpolitik
Prof. Dr. Martin Jänicke
Tel.: 030/838-55098
Fax: 030/838-56685

VolkswagenStiftung
Förderinitiative "Globale Strukturen"
Dr. Alfred Schmidt
Tel.: 0511/8381-237
E-Mail: schmidt@volkswagenstiftung.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse02/06122002.htm

Weitere Berichte zu: Klimaschutz Umweltpolitik Vorreiterpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie