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Forschung zur chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung fand internationale Beachtung

05.12.2002


Die Medizinische Fakultät der Universität Rostock erhält bis 2004 Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von ca. 600.000 Euro zur Erforschung der molekularen und zellbiologischen Grundlagen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine an der Abteilung Gastroenterologie der Klinik für Innere Medizin angesiedelte achtköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung des Arztes und Biochemikers Dr. Robert Jaster wird sich in den kommenden Jahren auch darauf konzentrieren, gezielt nach neuartigen Ansatzpunkten zur Behandlung dieser Erkrankung zu suchen.


Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung tritt in westlichen Ländern mit einer Häufigkeit von jährlich etwa acht Erkrankungen pro 100.000 Einwohner auf. Unter den Ursachen steht der Alkoholmissbrauch an vorderster Stelle, während angeborene Formen selten sind. In ca. 25% der Fälle lässt sich bisher keine Ursache ermitteln. Unklar ist auch, warum bei einer erst einmal bestehenden chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung selbst völliger Verzicht auf Alkohol das Fortschreiten der Erkrankung nicht immer verhindern kann. Die Lebensqualität der Patienten ist häufig durch die langwierige Schmerzsymptomatik und die Folgen des fortschreitenden Funktionsverlusts des Organs, zu denen Verdauungsstörungen und die Entwicklung eines Diabetes zählen, erheblich eingeschränkt.

Den derzeitigen Forschungsschwerpunkt der Rostocker Arbeitsgruppe und ihrer europäischen sowie auch australischen Kooperationspartner bilden Untersuchungen zu der Frage, warum im Verlaufe der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung fortschreitend Bauchspeicheldrüsengewebe durch wucherndes Bindegewebe ersetzt wird. Dahinter steht die Hoffnung, auf Basis einer Kenntnis der Ursachen die übermäßige Bildung von Bindegewebe im Rahmen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung therapeutisch beeinflussen zu können.


Eine starke Bindegewebsvermehrung findet sich auch beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, und es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Wechselwirkungen zwischen Krebs- und Bindegewebszellen für das Voranschreiten der Krebserkrankung eine wesentliche Rolle spielen. Die Studien der Rostocker Forschergruppe sind daher auch für ein besseres Verständnis der molekularen Grundlagen des Bauchspeicheldrüsenkrebses von grundsätzlichem Interesse.

Auf der Jahrestagung 2002 der Amerikanischen Fachgesellschaft für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (American Pancreatic Association) im November in Chicago wurde der Rostocker Arbeitsgruppe in Anerkennung der bisher erzielten Ergebnisse ein Preis für den besten Beitrag auf dem Gebiet der Grundlagenforschung verliehen.



Dr. Robert Jaster
T: 0381 494 7342

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw

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