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Chemnitzer Schweißexperte erhielt den Abicor-Innovationspreis 2002

04.11.2002


Höchste Anerkennung für eine "heiße" Idee


Mario Kusch und Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes im Schweißlabor der TU Chemnitz

Foto: TU Chemnitz/Uwe Meinhold



Mario Kusch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Schweißtechnik der TU Chemnitz hat allen Grund zur Freude. Der 35-jährige Diplomingenieur gehört zu den drei Preisträgern, die vor wenigen Tagen den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Abicor-Innovationspreis 2002 erhielten. Die von der Alexander Binzel Schweißtechnik GmbH & Co. KG alle zwei Jahre gestiftete Auszeichnung ist die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Schweißtechnik. Der Preis würdigt vor allem grundlegende Forschungsarbeiten, die eine weitere Entwicklung der Mechanisierung und Automatisierung des Lichtbogenschweißens und -schneidens erwarten lassen. Mario Kusch überzeugte die Jury mit einer neuen Anlagentechnik zum Plasma-MIG-Schweißen und erhielt dafür den 1. Preis.

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Zum Hintergrund seiner Entwicklung: Obwohl das Prinzip und die Vorteile des Plasma-MIG-Verfahrens seit etwa 30 Jahren bekannt sind, wird die Technologie auf Grund fehlender Anlagentechnik praktisch selten eingesetzt. Da jedoch in den letzten Jahren Aluminium als Konstruktionswerkstoff immer mehr zum Einsatz kommt, steigt auch das Interesse der Industrie an diesem Verfahren, welches hohe Fertigungsgeschwindigkeiten bei sehr guter Verbindungsqualität möglich macht. Ausgehend vom heutigen Stand der Schweißtechnik hat Mario Kusch in den letzten zwei Jahren systematische Untersuchungen zur konzeptionellen Auslegung von Plasma-MIG-Schweißanlagen durchgeführt. So bewertete der Schweißexperte der TU Chemnitz die verfügbare Stromquellentechnik hinsichtlich Strom- und Regelungsart auf ihre Eignung zum Plasma-MIG-Schweißen und entwickelte ein Steuerungskonzept für den Prozessablauf. Der größte Forschungs- und Entwicklungsbedarf bestand jedoch bei der Auslegung des Schweißbrenners. Dazu führte Mario Kusch umfangreiche Untersuchungen zur elektrischen Isolation, zur Brennerkühlung, zur Werkstoffauswahl und zur strömungstechnischen Gestaltung der Gasführung durch. Die Eignung der während der Untersuchungen entstandenen Prototypanlagen wurde in einer Vielzahl von Schweißversuchen nachgewiesen.

Derzeit erfolgt die Umsetzung der Chemnitzer Prototypanlagen in industrielle Produkte. Dazu wurden mit mehreren Firmen Kooperationsverträge abgeschlossen. Ebenso werden konkrete Schweißaufgaben für erste Anwender des Verfahrens realisiert. Interesse besteht vor allem von Seiten der Fahrzeugindustrie und des Behälterbaues.

Auch Prof. Klaus- Jürgen Matthes, Inhaber der Professur Schweißtechnik an der TU Chemnitz, freut sich über den Preis seines Mitarbeiters: "Diese Auszeichnung ist zugleich Ausdruck für die kontinuierliche Entwicklung des Institutes für Fertigungstechnik/Schweißtechnik in der Forschung. Durch ständig neue Ideen und innovative Füge-Technologien hat sich das Institut in Deutschland einen guten Namen gemacht. Ich freue mich besonders, dass mein Mitarbeiter Mario Kusch diese Auszeichnung erhalten hat, da er zu den hervorragenden Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Schweißtechnik gehört."

Mario Kusch
Professur für Schweißtechnik der TU Chemnitz
Telefon: 0371-53122-10
E-Mail: mario.kusch@mb2.tu-chemnitz.de

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

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