Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wettbewerb: Gute Maßnahmen zur Suchtprävention in Kommunen gesucht

08.10.2001


Das Startzeichen für den Wettbewerb für vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention wurde heute in Berlin gegeben. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Elisabeth Pott und der Gesundheitsdezernent des Deutschen Städtetages als Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände (Dt. Städte- und Gemeindebund, Dt. Landkreistag, Dt. Städtetag), Dr. Manfred Wienand, stellten heute im Rahmen der Auftaktpressekonferenz den Wettbewerb vor.

... mehr zu:
»Suchtmittel »Suchtprävention

Der Wettbewerb wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) organisatorisch und fachlich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) durchgeführt.

Ausschreibungsunterlagen können von Städten, Gemeinden und Kreisen bei der BZgA und beim Difu, Geschäftsstelle Suchtprävention, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, Telefon: 030/39001-131 angefordert werden. Sie sind ebenfalls über das Internet unter www.kommunale-suchtpraevention.deabrufbar.


Die Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk erklärte in Berlin:

"Als junger Mensch zu lernen, dass Probleme ohne Suchtmittel zu bewältigen sind, ist der erste Schritt, auch später nicht abhängig zu werden. Wenn Heranwachsende gelernt haben, ihre Alltagskonflikte zu bewältigen und Belastungen standzuhalten, Eigenverantwortung zu übernehmen, ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen sowie zu entspannen und zu genießen, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu Suchtmitteln als Strategie der Lebens- und Problembewältigung greifen. Dieser Ansatz macht es erforderlich, dass eine wirksame Suchtprävention langfristig und ganzheitlich angelegt ist und die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen mit einbezieht. Dies ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die sich nicht auf Fachleute abschieben lässt - Bund, Länder, Städte, Landkreise und Gemeinden müssen sich beteiligen. Ich bin davon überzeugt, dass auf kommunaler Ebene besonders viel getan werden kann und muss. Dort werden Kinder und Jugendliche in ihrem Lebensumfeld angetroffen und können dort unmittelbar angesprochen werden. In den letzten Jahren haben sich schon viele neue und gute Ideen zur Suchtvorbeugung herausgebildet. Diese Entwicklung möchte ich mit dem bundesweiten Wettbewerb aktiv fördern. Wir wollen die guten Projekte bekannt machen, damit andere von ihnen lernen können. Sucht geht uns alle an. Deshalb habe ich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gebeten, die Ausrichtung dieses Wettbewerbs zu übernehmen."

Seit Beginn der 90er Jahre hat sich in der Suchtprävention eine Wende von der reinen Aufklärung hin zur Vermittlung von Lebenstüchtigkeit vollzogen. Missbrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln entstehen nicht erst durch den Kontakt zu Suchtmitteln. Vielmehr haben Missbrauch und Abhängigkeit vielschichtige Ursachen: Neben dem Angebot und der Verfügbarkeit von Suchtmitteln spielen vor allem Umwelt- und Persönlichkeitsfaktoren eine Rolle. Bereits im Kindesalter, bei alltäglichen Lebenszusammenhängen, können die Ursprünge für Einstellungen und Verhaltensweisen, die sich im späteren Jugend- und Erwachsenenalter als Suchtverhalten verfestigen, entstehen.

An dem Wettbewerb können sich kommunale Gebietskörperschaften (Kreise, Städte, Gemeinden bzw. Gemeindeteile und Gemeindeverbände) beteiligen. Die Preisträger sollen ihre kommunalen Strategien im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Umfeld des Weltdrogentages Ende Juni 2002 präsentieren können.

Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Elisabeth Pott, führt dazu aus:

"Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Anregung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zu einem bundesweiten Wettbewerb gerne aufgegriffen. Wir freuen uns über die Unterstützung der kommunalen Spitzenverbände und die Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik, das wir für die Betreuung gewinnen konnten.

Der Wettbewerb ist ein geeignetes Mittel, die kommunalen Aktivitäten auf dem Gebiet der Suchtprävention bekannt zu machen und der Öffentlichkeit vorzustellen. Ich wünsche mir, dass Städte und Gemeinden mit innovativen und nachhaltigen Strategien eine öffentliche Anerkennung erhalten.

Verlierer kennt dieser Wettbewerb nicht. Alle, die sich an ihm beteiligen, können nur gewinnen. Denn alle Teilnehmer gewinnen dadurch, dass ihre Beiträge einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden und sie zugleich zum kommunalen Erfahrungsaustausch beitragen. Hierzu dient auch die geplante Wettbewerbsdokumentation."

Von den eingehenden Projekten sollen sechs Wettbewerbsbeiträge ausgezeichnet werden. Selbstverständlich erhalten alle Teilnehmer eine Urkunde. Eine von der Drogenbeauftragten in Abstimmung mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und den kommunalen Spitzenverbänden berufene sachverständige Jury wird die Wettbewerbsbeiträge bewerten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt das Preisgeld in Höhe von 100.000,- DM für die insgesamt sechs zu prämierenden Preisträger zur Verfügung. Diese Preisgelder müssen der suchtpräventiven Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zugute kommen.

"Ich wünsche mir, dass möglichst viele Städte und Kommunen an dem Wettbewerb teilnehmen und damit Impulse für die Weiterentwicklung der Suchtprävention geben", so Frau Dr. Pott ergänzend.

Als Vertreter der kommunalen Spitzenverbände erklärte Dr. Manfred Wienand in Berlin:

"Suchtmittelabhängigkeit hat oft katastrophale Langzeitfolgen für die abhängigen Menschen, ihre Familien, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft insgesamt. Vor allem junge Menschen sind jedoch Einflüssen ausgesetzt, die auf kürzere Sicht bewirken können, dass der Genuss von Suchtstoffen geradezu als mit der Entwicklung des eigenen besonderen Lebensstiles verknüpft und dabei zunächst als positiv erlebt wird.

Suchtpräventive Arbeit ist vor diesem Hintergrund besonders schwierig. Bloße Informationsvermittlung und Aufklärungskampagnen genügen nicht. In Städten, Landkreisen und Gemeinden wurden deshalb vielfach neue Strategien vorbeugender Suchtarbeit entwickelt, die möglichst frühzeitig und umfassend einsetzen.

Wir begrüßen es deshalb sehr, dass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in einem Wettbewerb für vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention diesen gemeinde- und lebensweltbezogenen Ansatz fördert."


Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.kommunale-suchtpraevention.de/
http://www.difu.de/

Weitere Berichte zu: Suchtmittel Suchtprävention

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student
24.11.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine
23.11.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie