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Prof. Wahlster nominiert für Deutschen Zukunftspreis 2001

27.09.2001


Prof. Dr. Dr.h.c Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI.


Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Kaiserslautern und Saarbrücken, 27. September 2001

Deutscher Zukunftspreis 2001 - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation

Am 29. November 2001 verleiht Bundespräsident Johannes Rau den Deutschen Zukunftspreis 2001 - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - im Max Delbrück Kommunikationszentrum in Berlin. Eine Jury renommierter Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft hat vier Forscher und ihre Teams für die Endausscheidung nominiert. Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation wird jährlich vergeben und ist mit 500.000 DM dotiert.

Einer der Nominierten ist Prof. Dr. Dr.h.c Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI. Damit wurde erstmals seit Bestehen des Deutschen Zukunftspreises ein Informatiker nominiert.

Diese Nominierung würdigt seine Verdienste um die Informatikforschung und seinen Ruf als einer der führenden Wissenschaftler der Künstlichen Intelligenz und Sprachtechnologie.

Durch die Fortschritte auf dem Gebiet der Sprachtechnologie wird der Computer vom komplexen Werkzeug für Experten zum allgegenwärtigen Assistenten und Dialogpartner, der menschliche Alltagssprache versteht und selbst auch spricht. Prof. Wahlster und seiner Arbeitsgruppe ist nach zwanzig Jahren intensiver Grundlagenforschung mit der Entwicklung einer innovativen Sprachverarbeitungsmethode ein international vielbeachteter Durchbruch gelungen: Das Verbmobil-System, das als Prototyp Ende 2000 vollständig realisiert wurde, erkennt gesprochene Spontansprache, analysiert die Eingabe, übersetzt sie in eine Fremdsprache (derzeit: Englisch, Japanisch, Chinesisch), erzeugt einen Satz und spricht ihn aus.

Aus den im Rahmen dieses Prototyps erprobten sprachtechnologischen Innovationen sind inzwischen bereits sechs Spin-Off Firmenneugründungen mit dreihundert neuen Hightech-Arbeitsplätzen und zwanzig marktfähige Produkte (z.B FairCar zur sprachbasierten Produktsuche im Internet und FränKi zur vollautomatischen Kinoauskunft über Telephon) hervorgegangen. Der Kern der Innovation besteht in der semantischen Integration und der konfidenzbasierten Selektion multipler und konkurrierender Analyse- und Übersetzungspfade, die erstmals hohe Robustheits- und Realzeitanforderungen mit variabler Verstehenstiefe und Analysekorrektheit verbindet. Der entscheidende technische Fortschritt ist ein innovatives Verfahren zur wechselseitigen, synergistischen Ergänzung flacher, statistischer Algorithmen und tiefer, wissensbasierter Analyseverfahren für spontane Umgangssprache in einer hybriden Multi-Blackboard-Architektur.

Die Sprachtechnologie zählt deshalb zu den Schlüsseltechnologien bei der Verwirklichung der Wissensgesellschaft, weil sich bislang keine mathematischen Kunstsprachen, sondern nur die menschlichen Sprachen zur Formulierung, Speicherung und Weitergabe komplexer Sachverhalte, Gedanken und Wissensinhalte eignen. Der weltweite Zugriff auf das gesamte digital gespeicherte Wissen für jedermann, zu jeder Zeit und an jedem Ort würde daher im Zeitalter des mobilen Internet und UMTS ohne den Einsatz von sprachverstehenden Computersystemen eine Fiktion bleiben.

Erst wenn es prinzipiell für jeden Menschen möglich wird, in seiner Muttersprache spontan eine Anfrage oder ein Kommando in Computersysteme zu sprechen, und wenn die entsprechende Antwort oder Reaktion wiederum für ihn verständlich in Alltagssprache ertönt, wird die Mensch-Computer-Interaktion den Stand erreicht haben, der den Computer zum integralen Bestandteil einer universalen Technik für die Wissensgesellschaft macht. Da elektronische Interaktion ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens, der Arbeit und der Erziehung sein wird, könnten rasch Nachteile für diejenigen Menschen entstehen, die nicht in der Lage sind, solche Interaktionen auszuführen. Um diesen Personenkreis von der Wissensgesellschaft nicht auszuschließen, werden mithilfe der Sprachtechnologie Dialogschnittstellen zu informationstechnischen Diensten geschaffen, die möglichst jedermann unabhängig von seinem Bildungsstand und seinem Lebensalter völlig intuitiv über seine Alltagssprache bedienen kann.


Kontakt:
Reinhard Karger, M.A., Leiter Unternehmenskommunikation
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH

Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. 43.8
D- 66123 Saarbrücken
Tel.: 0681 302 5253, Fax: 0681 302 5341
E-Mail: karger@dfki.de


Weitere Informationen zum Deutschen Zukunftspreis:

Deutscher Zukunftspreis
Büro München
Organisation/Presse
Unsöldstraße 5
D- 80538 München

Info-Telefon: 089 / 21 09 61 27
Info-Fax: 089 / 21 09 61 20
E-Mail: info@deutscher-zukunftspreis.de

M.A. Reinhard Karger | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://www.dfki.de/zukunftspreis/
http://www.deutscher-zukunftspreis.de/

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