Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viele Ärzte, eine Patientenakte

24.07.2008
Medizininformatiker des Universitätsklinikums Heidelberg entwickeln einrichtungsübergreifende Patientenakte / Projekt mit TELEMED-Award ausgezeichnet

Ob Hausarzt oder Spezialist im Krankenhaus: Von der Diagnose bis zur Nachsorge werden Patienten häufig von mehreren Ärzten in Kooperation behandelt. Damit diese Versorgung nahtlos, unkompliziert und ohne Verlust von Daten abläuft, entwickeln Informatiker am Zentrum für Informations- und Medizintechnik des Universitätsklinikums Heidelberg eine neue elektronische Patientenakte: In einem Modellprojekt mit Kooperationspartnern im Rhein-Neckar-Kreis erarbeiten sie ein Softwaresystem, das digital gespeicherte, medizinische Informationen zu Patienten allen behandelnden Ärzten verfügbar macht.

Für die Präsentation des Projekts sind Oliver Heinze (Projektleiter), Zentrum für Informations- und Medizintechnik, und Professor Dr. Björn Bergh, Direktor des Zentrums für Informations- und Medizintechnik, auf der diesjährigen TELEMED, der ältesten Fachtagung im Bereich "eHealth" in Deutschland und nationale Arbeitstagung des Berufsverbandes Medizinischer Informatiker BVMI e.V., im Juni 2008 mit dem TELEMED-Award 2008 für die beste Kurzpräsentation ausgezeichnet worden.

Sämtliche Informationen stehen vollständig zur Verfügung

... mehr zu:
»ISIS »Medizintechnik

"Eine effektive Versorgung der Patienten erfordert eine bessere Vernetzung der beteiligten Ärzte und Einrichtungen", sagt Professor Dr. Björn Bergh, d.h. eine Verknüpfung der vorhandenen Krankenhausinformationssysteme (KIS) oder Arztpraxisverwaltungssysteme (AVS) ist erforderlich.

Hierfür haben die Informatiker des Universitätsklinikums Heidelberg im Rahmen des Projektes ISIS (Intersektorales Informationssystem) in Kooperation mit vier Krankenhäusern der Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH und der Firma ICW (InterComponentWare, Walldorf) ein Konzept erarbeitet: Die Patientenakte ISIS soll es ermöglichen, die für die Behandlung relevanten Informationen über gemeinsame Patienten auf elektronischem Weg einrichtungsübergreifend einzusehen. Dazu bietet ISIS allen Nutzern eine einheitliche, webbasierte Sicht auf die medizinische Dokumentation der Patienten. Ein Austausch der Systeme ist nicht nötig, die bisherigen Systeme in den Kliniken und Praxen bleiben bestehen und werden mit ISIS vernetzt. Für den Zugriff auf ISIS reicht ein normaler Internet-Zugang aus.

Alle Dokumente sind sofort zur Hand: Die ISIS-Akte enthält neben administrativen Patientendaten auch Diagnosen, Befunde, Arzt- und Entlassbriefe, Verlegungs- und OP-Berichte sowie Bilddokumente. Die Anforderungen des Datenschutzes sind umfassend berücksichtigt: Der Patient muss der Speicherung seiner Daten zustimmen, Zugriff ist nur für autorisierte Anwender im Rahmen des Behandlungszusammenhangs möglich.

Ziel ist die Gesundheitsakte mit persönlichem Zugriff für den Patienten

"Die Hardware- und Softwareinstallationen sowie die Konfiguration sind erfolgreich abgeschlossen, jetzt folgt die Testphase mit den Kooperationspartnern", so Oliver Heinze. Verläuft diese zufriedenstellend, soll die elektronische Patientenakte zunächst weiteren Krankenhäusern und Arztpraxen zugänglich gemacht, dann zu einer elektronischen Gesundheitsakte erweitert werden. Hier haben die Patienten selbst Zugriff auf ihre persönliche Akte und können eigenständig Daten zu Ernährung, Blutdruck oder Befinden eintragen. Bei der elektronischen Gesundheitsakte hat der Patient alleinige Verfügungsgewalt, nur er erteilt seinem Arzt die Zugriffserlaubnis, wenn erwünscht auch nur zeitlich begrenzt.

"ISIS kann die Qualität der Patientenversorgung deutlich verbessern", so Oliver Heinze. Sämtliche Informationen stehen schnell und vollständig auch im Notfall zur Verfügung, lästiges Zusammensuchen früherer Diagnosen und Behandlungsprotokolle entfallen, Mehrfachuntersuchungen werden vermieden. "Auf diese Weise können wir mit ISIS die neuen kooperativen Behandlungsformen optimal unterstützen", sagt Oliver Heinze.

Kontakt:
Oliver Heinze
Zentrum für Informations- und Medizintechnik
Tel.: 06221 / 56 37571
E-Mail: oliver.heinze@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: ISIS Medizintechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie