Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Leitlinien für die Behandlung der Psyche

24.07.2008
VolkswagenStiftung fördert Projekt zu ethischen Fragen bei der Anwendung der Tiefen Hirnstimulation in der Psychiatrie mit 200.000 Euro.

Seit einigen Jahren setzen Ärzte die sogenannte Tiefe Hirnstimulation ein, um verschiedene psychiatrische Erkrankungen zu behandeln - beispielsweise Depressionen oder Zwangserkrankungen. Entsprechende Therapieversuche, die allerdings weltweit nur in wenigen Zentren und bei einer bislang geringen Zahl an Patienten vorgenommen wurden, stimmen durchaus optimistisch.

Auch ist die Tiefe Hirnstimulation inzwischen ein Standardverfahren bei der Behandlung schwerer Bewegungsstörungen, etwa der Parkinson'schen Krankheit. Die Anwendung dieser neurochirurgischen Therapieform in der Psychiatrie weckt auf manchen Seiten die Befürchtung einer Wiederkehr der Psychochirurgie. Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig und sinnvoll, die medizinisch-wissenschaftlichen Aktivitäten in einem ethisch-juristischen Kontext zu betrachten und von Beginn an kritisch zu begleiten.

Diese Herausforderung nimmt jetzt ein interdisziplinär zusammengesetztes Expertenteam an. Den Anstoß zur Bildung der Arbeitsgruppe gab Professor Dr. Thomas Schläpfer von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn. Koordiniert wird das Projekt von der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe werden sich mit der grundlegenden Frage befassen, inwieweit die etablierten Therapie- und Forschungsstandards in der Psychiatrie angepasst werden müssen, um den speziellen Bedingungen der Tiefen Hirnstimulation gerecht zu werden.

Im Einzelnen verfolgt die Gruppe folgende Ziele: Es sollen ethische Kriterien für die Auswahl von Patienten und methodische Vorgaben für Versuchs- und Untersuchungsprotokolle formuliert werden. Weiterhin werden Fragen der Patientenautonomie (z. B. Einwilligungserklärungen) behandelt. Schließlich wird es darum gehen, wie sich die Untersuchung langfristiger Behandlungsfolgen verbessern lässt. Die Gruppe will sich auf klare ethische und methodische Standards verständigen - und am Ende Leitlinien vorlegen, die sowohl die Erforschung der therapeutischen Möglichkeiten der Tiefen Hirnstimulation in der Psychiatrie als auch deren klinische Anwendung regeln sollen.

An dem Arbeitsprozess beteiligt sind international führende Experten der jeweiligen klinisch-therapeutischen Fächer Neurochirurgie, Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie sowie Juristen und Medizinethiker. Damit bringt das Vorhaben Fachleute aus allen relevanten Disziplinen an einen Tisch. Die Ergebnisse sollen 2011 bei einer internationalen Tagung vorgestellt werden.

Kontakt VolkswagenStiftung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Förderinitiative
Dr. Henrike Hartmann
Telefon: 0511 8381- 376
E-Mail: hartmann@volkswagenstiftung.de
Kontakt Projekt
Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH
Dr. Thorsten Galert
Telefon: 02641 973307
E-Mail: Thorsten.Galert@ea-aw.de
Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Professor Dr. Thomas Schläpfer
Telefon: 0228 2871 5715
E-Mail: schlaepf@jhmi.edu

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

Weitere Berichte zu: Hirnstimulation Psyche Psychiatrie Psychotherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie