Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Fettsäuren und Fettzellen

17.06.2008
Dr.-Werner-Fekl-Preis verliehen - Ernährungsmediziner ausgezeichnet

Positiver Einfluss von Fischöl bei Kindern mit Phenylketonurie nachgewiesen - Neue Erkenntnisse über die Steuerung der Insulinproduktion bei Adipositas.

Zum zweiten Mal teilen sich zwei Wissenschaftler den Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis für klinische Ernährung. Dr. Skadi Beblo aus Leipzig untersuchte den Einfluss von Fischöl auf die motorischen Fähigkeiten von Kindern mit Phenylketonurie. Dr. Sven Schinner aus Düsseldorf gewann neue Erkenntnisse über die Kommunikation von Fettzellen mit den insulinproduzierenden ß-Zellen bei Übergewichtigen.

Für ihre Studien wurden die Fachärztin des Universitätskinderklinikums Leipzig und der Assistenzarzt an der Klinik für Endokrinologie des Universitätsklinikums Düsseldorf jetzt mit dem Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis für klinische Ernährung ausgezeich-net. Am 13. Juni nahmen die Mediziner die Auszeichnung auf dem Kongress "Ernährung 2008" in Hamburg entgegen.

... mehr zu:
»Fettsäure »Fettzelle »Insulin

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von den Ernährungsspezialisten Pfrimmer Nutricia GmbH Deutschland und Nutricia Nahrungsmittel GmbH & Co. KG Österreich ausgelobt. Er wird seit 2002 an Nachwuchswissenschaftler verliehen, deren Forschungsarbeiten für die klinische Ernährung von besonders hohem Erkenntniswert sind.

Die eingesandten Forschungsarbeiten werden von einer unabhängigen Jury aus namhaften Wissenschaftlern unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Karl-Walter Jauch vom Uniklinikum Großhadern bewertet. Der Preis erinnert an die wissenschaftlichen Leistungen von Dr. Werner Fekl, der von 1957 an fast 30 Jahre lang wissen-schaftlicher und technischer Leiter der Pharmazeutischen Werke J. Pfrimmer & Co. in Erlangen war. Dort leistete er wegweisende Grundlagenarbeit zur klinischen Ernährung. Die Förderung junger Nachwuchswissenschaftler lag ihm dabei stets sehr am Herzen.

In ihrer klinischen Studie untersuchte Dr. Skadi Beblo die Wirkung von langkettigen, ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf die Motorik von Kindern und Kleinkindern, die an der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden. Die Krankheit führt zu schweren Störungen der geistigen Entwicklung. Allerdings lassen sich diese Folgen durch eine rechtzeitig begonnene, streng eiweißarme Diät verhindern.

Diese Diät bedeutet den Verzicht auf Fleisch, Fisch, Leber und Eier, auf Getreideprodukte und teilweise auch auf Obst und Gemüse. Die Folge: eine Unterversorgung mit langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die Bestandteil aller menschlichen Zellen sind und deren Membranfunktionen regulieren. An der Studie nahmen 36 PKU-Patienten im Alter von ein bis elf Jahren teil. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die Kinder zu Beginn der Studie eine erwartungsgemäß niedrigere Blutkonzentration von langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und eine schlechtere motorische Leistung auf, die mittels ROS bestimmt wurde (ROS = Rostock Oseretzky Skala, ein diagnostisches Verfahren zur Ermittlung der feinmotorischen Fähigkeiten und der Koordination).

Während der dreimonatigen Studie wurden die Kinder täglich mit Fischöl (15 mg/kg Körpergewicht) versorgt. Nach diesem Zeitraum ergaben Messungen, dass die Einnahme von Fischöl zu einer Erhöhung der Konzentration von langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Blut und zu verbesserten motorischen Fähigkeiten der Kinder nach ROS führte. Die Gabe von Fischöl kompensierte ihre motorischen Defizite sogar vollständig. Bei der motorischen Leistung der Patienten konnten keine Unterschiede mehr im Vergleich zu gesunden Kindern festgestellt werden.

Fettzellen beeinflussen Insulinproduktion bei übergewichtigen Menschen
Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Insulin bei übergewichtigen Menschen schlechter wirkt. Diese "Insulinresistenz" wird durch die Tatsache kompensiert, dass mit steigendem Körpergewicht auch der Insulinspiegel im Blut steigt: Das Mehr an Insulin (Hyperinsulinämie) gleicht dessen verminderte Wirkung aus. Das trägt auch zur Erklärung bei, warum etwa 50 Prozent der übergewichtigen Menschen in diabetischer Hinsicht gesund bleiben (auch wenn ein auf Dauer erhöhter Insulinspiegel als bedenklich eingestuft wird). Diesem Zusammenhang von Körpergewicht und Hyperinsulinämie liegt ein Signalweg zwischen den Adipozyten und den insulinproduzierenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse zugrunde, der bislang nicht vollständig aufgeklärt werden konnte.

Hier setzt die In-Vitro-Studie von Dr. Schinner an, die diese adipoinsuläre Kommunikation untersucht. Der Mediziner konnte nachweisen, dass Adipozyten Signalmoleküle sezernieren, die den aus Proteinen bestehenden Wnt-Signalweg in der Pankreas nutzen, um dort Zielgene anzusteuern. So können sie eine Proliferation der ß-Zellen und eine Steigerung der Insulinproduktion auslösen.

Ansprechpartner:

Pfrimmer Nutricia GmbH - Enterale Ernährungstherapie
Dr. Dietmar Stippler, Am Weichselgarten 23, D-91058 Erlangen
Tel.: +49 9131 7782-961, D.Stippler@nutricia.com

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgem.de

Weitere Berichte zu: Fettsäure Fettzelle Insulin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen