Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demografie und Sicherheitsforschung: Erster Recherchepreis Wissenschaftsjournalismus

13.06.2008
Der erste Peter Hans Hofschneider Recherchepreis für Wissenschafts- und Medizinjournalismus geht an Björn Schwentker, Redakteur "Wissen" bei ZEITonline. Schwentker wird die Auszeichnung auf der Jahrestagung des netzwerk recherche überreicht, die am 13. und 14. Juni in Hamburg stattfindet.

Gleichzeitig wird der mit 20 000 Schweizer Franken dotierte Preis erneut ausgeschrieben. Die Auszeichnung wird auf Anregung des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund und in Kooperation mit dem netzwerk recherche von der Stiftung experimentelle Biomedizin (Zürich) vergeben - zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Peter Hans Hofschneider.

Björn Schwentker erhält den Preis für seine Artikel "Aussterben abgesagt" und "Pokerspiele an der Wiege", die als Teil einer von ihm in wesentlichen Teilen gestalteten Serie zum Thema Demografie in der ZEIT und in ZEITonline erschienen sind. Eine weitere Grundlage für die Entscheidung der Jury war eine von Herrn Schwentker eingereichte Rechercheskizze zu gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen Aspekten der "zivilen Sicherheitsforschung" , die mit einer wachsenden Terrorgefahr begründet wird.

In seinen Beiträgen zur demografischen Entwicklung demonstriert Schwentker, wie ein Journalist bereits durch genaues Hinterfragen von Statistiken aus Wissenschaft und Politik zu hochinteressanten Rechercheergebnissen kommen kann. Er macht deutlich, dass viele Aussagen zur demografischen Entwicklung (die von vielen Medien ungeprüft weiterverbreitet wurden) fragwürdig oder gar falsch sind. Auf der Basis seiner Recherche bei Wissenschaftlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt Schwentker zu dem Schluss, dass auch eine höhere Geburtenrate kaum das Rentenproblem einer alternden Gesellschaft zu lösen vermag - anders als dies von der Politik häufig behauptet wurde. Auch hinterfragt er andere gängige Behauptungen, etwa dass 40 Prozent der Akademikerinnen in Deutschland kinderlos seien.

In seinen Beiträgen erfüllt Björn Schwentker in besonderem Maße die Anforderungen der Ausschreibung, wonach journalistische Beiträge ausgezeichnet werden sollen, die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Hintergründe der Forschung sowie der wissenschaftlichen Qualitätssicherung beleuchten. Diese Anforderung ist auch in seiner eingereichten Rechercheskizze zur zunehmenden Forschungsförderung der "zivilen Sicherheitsforschung" hervorragend erfüllt. Finanziert durch ein entsprechendes Programm des BMBF beschäftigen sich immer größere Teile der zivilen Wissenschaft in Deutschland mit der Entwicklung von Techniken gegen den Terror. Doch ist dies wissenschaftlich gut begründet? Welche Folgen hat dies für die freie Forschung? Und wie gehen Wissenschaft und Öffentlichkeit mit solchen Risikothemen um? Das Preisgeld fließt nun komplett in ein journalistisches Projekt, das diese Fragen in einer mehrteiligen Serie beantworten soll.

Erneute Ausschreibung bis 30. Oktober 2008

Mit der Preisverleihung beginnt auch die zweite Ausschreibung des Preises. Die Auszeichnung wird auf Anregung des Dortmunder Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus und in Kooperation mit dem netzwerk recherche von der Stiftung experimentelle Biomedizin (Zürich) vergeben - zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Peter Hans Hofschneider (14.02.1929 - 23.07.2004), des ehemaligen Direktors des Max-Planck-Instituts für Biochemie. Prof. Hofschneider setzte sich Zeit seines Lebens nicht nur für exzellente Wissenschaft ein, sondern auch für eine kritische öffentliche Auseinandersetzung mit möglichen Fehlern und Folgen wissenschaftlicher Forschung. Die Stiftung vergibt neben dem Recherchepreis auch eine Stiftungsprofessur.

Eingereicht werden können Arbeiten, die im Jahr 2007 oder 2008 in einem deutschsprachigen Medium in der Schweiz, in Österreich oder in Deutschland veröffentlich wurden. Der Preis wird in Form eines zweckgebundenen Recherchestipendiums (Honorar sowie Reise- und Sachkosten) vergeben. Eine entsprechende Rechercheskizze ist daher ebenfalls Bestandteil der Bewerbung. Die Frist zur Einreichung der Bewerbung endet am 30. Oktober 2008 (Datum des Poststempels).

Weitere Informationen und Adressen für die Bewerbung:
www.recherchepreis-wissenschaftsjournalismus.ch
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Holger Wormer, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus
Telefon: (0231) 755 -6231 oder -4152
E-Mail: holger.wormer@udo.edu

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dortmund.de/
http://www.recherchepreis-wissenschaftsjournalismus.ch

Weitere Berichte zu: Demografie Wissenschaftsjournalismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise