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Die Preisträger des Henri Nannen Preises 2008

13.05.2008
Henri Nannen Preis 2008 geht an: Sabine Rückert (Reportage), Lars Abromeit, Katja Trippel, Torsten Hampel (Dokumentation), Detlef Hacke, Matthias Geyer, Lothar Gorris, Udo Ludwig (Investigation), Harald Martenstein (Humor) und Lu Guang (Fotoreportage)

Weitere Preisträger der vom Verlagshaus Gruner + Jahr und stern vergebenen Auszeichnungen sind Marcel Reich-Ranicki für sein Lebenswerk und Zainab Ahmed für ihren besonderen Einsatz für die Pressefreiheit.

Heute Abend haben der Verlag Gruner + Jahr und der stern zum vierten Mal den Henri Nannen Preis vergeben, mit dem die Bestleistungen im deutschsprachigen Printjournalismus ausgezeichnet werden. Die insgesamt 12 Preisträger wurden im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Deutschen Schauspielhaus Hamburg vor rund 1.200 prominenten Gästen aus Medien, Kultur, Politik und Wirtschaft geehrt.

G+J-Vorstandsvorsitzender Bernd Kundrun betonte, dass der Henri Nannen Preis 2008 - in diesem Jahr mit 830 Arbeiten von Journalisten aus 181 Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - wiederum in beeindruckender Weise die Qualität des deutschsprachigen Printjournalismus dokumentiert: "Der Henri Nannen Preis geht 2008 in sein viertes Jahr. Auch diesmal zeichnen der stern und das Medienhaus Gruner + Jahr herausragende Journalisten aus, die mit ihrer Arbeit dem großen Namensgeber dieses Preises alle Ehre gemacht haben. Diese große Zahl an Einsendungen ist ein Indiz dafür, dass auch in einer Zeit des dramatischen Wandels der Medienlandschaft hohe journalistische Qualität nicht verkümmert, ja vielleicht sogar als Reaktion von den Besten mehr gepflegt wird denn je."

Mit dem Henri Nannen Preis stellen Gruner + Jahr und der stern die Bedeutung von anspruchsvollem Printjournalismus heraus, leisten einen Beitrag zu seiner Pflege und erinnern zugleich an das Werk des stern-Gründers Henri Nannen (1913-1996). Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Außerdem erhalten die Preisträger den "Henri", eine von dem Berliner Bildhauer Rainer Fetting geschaffene Bronzeskulptur Henri Nannens im Andenken an dessen Lebenswerk.

Der Henri Nannen Preis 2008 wird verliehen an Sabine Rückert (Reportage), Lars Abromeit, Katja Trippel und Torsten Hampel (Dokumentation), Detlef Hacke, Matthias Geyer, Lothar Gorris und Udo Ludwig (Investigation), Harald Martenstein (Humor) und den Fotografen Lu Guang (Fotoreportage). Ebenfalls ausgezeichnet werden vom Verlagshaus Gruner + Jahr und stern Marcel Reich-Ranicki für sein Lebenswerk und Zainab Ahmed für ihren Einsatz für die Pressefreiheit.

In ihrer Sitzung am 8. Mai 2008 hat sich die Hauptjury dazu entschlossen, den Preis für die "Beste Reportage" (Egon Erwin Kisch-Preis) an Sabine Rückert zu vergeben. Ausgezeichnet wird eine Reportage aus "Zeit Magazin Leben" über den Doppelmord eines 17-jährigen Gymnasiasten, der im Januar 2007 gemeinsam mit einem Freund in dem mecklenburgischen Dorf Tessin ein Ehepaar aus der Nachbarschaft niederstach. "Wie das Böse nach Tessin kam" ist nach Ansicht der Jury eine Reportage "von brennender Aktualität, die Autorin beschreibt den Boden, aus dem eine gespenstisch anmutende Tat wächst; sie führt den Leser auf beklemmende Weise in die Gedankenwelt und Motivationslage eines Jugendlichen ein, der trotz fürsorglicher und bemühter Eltern aus der Realität gleitet und in einer Welt von Computer-Spielen, der Verachtung des Schwachen und Identifizierung mit dem Starken zum Killer wird".

Für den Beitrag "Kampf bis zum letzten Fisch" in "GEO" werden Lars Abromeit, Katja Trippel und Torsten Hampel von der Jury mit dem Henri Nannen Preis für eine "Besonders verständliche Berichterstattung" ausgezeichnet. Ihre an mehreren Schauplätzen in drei Erdteilen dokumentierte Ausplünderung der Meere offenbart "ebenso umfassend wie anschaulich eine der größten ökologi-schen Katastrophen unserer Zeit, die aber - buchstäblich - unter der Oberfläche bleibt und deswegen kaum wahrgenommen wird: die Vernichtung der Fischbestände in den Ozeanen, der letzten großen Wildnis unserer Erde."

Den Henri Nannen Preis für die "Beste investigative Leistung" des Jahres 2008 vergibt die Jury an ein Team von "Spiegel"-Journalisten.

Udo Ludwig, Matthias Geyer, Lothar Gorris und Detlef Hacke haben in jahrelangen Recherchen nachgewiesen, dass auch im Radrenn-Team der deutschen Telekom verbotene Doping-Mittel verwendet wurden. Die Telekom zog sich daraufhin aus dem Radsport zurück. Die Jury würdigte die Leistung der Journalisten, die immer wieder unter Druck gesetzt wurden, durch drohende Anzeigen-Stornierung auch unter massiven wirtschaftlichen Druck gerieten, ihre Recherchen aber dennoch fortsetzten und schließlich "eine der populärsten Sportarten als großes Kartell von Manipulateuren und Vertuschern entlarvten".

In der Kategorie "Herausragende humorvolle Berichterstattung" wird Harald Martenstein mit dem Henri Nannen Preis 2008 für seine wöchentliche Kolumne im "Zeit Magazin Leben" ausgezeichnet. Damit ehrt die Jury einen "völlig freien und vollkommen unkontrollierbaren Kopf, in dem die Synapsen anders verschaltet zu sein scheinen als bei normalen Menschen, so dass es immer wieder zu den überraschendsten Geistesblitzen, Assoziationen, Schlussfolgerungen und Pointen kommt und zu Texten voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung".

Der Fotograf Lu Guang ist der Henri Nannen Preisträger 2008 in der Kategorie "Beste fotografische Leistung". Damit wird seine in "GEO"

erschienene Reportage "Der schwarze Riese" prämiert. Die Foto-Jury war beeindruckt von der Leistung des Fotografen, der die Auswirkungen des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs in China am Beispiel der boomenden Kohleregion Wuhai in ebenso berührenden wie bedrohlichen Bildern dokumentiert.

Der deutsche Schriftsteller und Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wird für sein journalistisches Lebenswerk mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet. Die Laudatio auf Marcel Reich-Ranicki hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Reich-Ranicki gilt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart.

Seine Kritik - folgend dem Credo "Die Klarheit ist die Höflichkeit des Kritikers, die Deutlichkeit seine Pflicht und Aufgabe" - machte ihn populär und sorgte immer wieder für Wirbel in der Literaturszene.

"Durch seine entschiedenen Kritiken, seine leidenschaftlich geführten Debatten und seinen passionierten Einsatz für die Literatur und ihre humanitäre Kraft hat Marcel Reich-Ranicki Maßstäbe gesetzt - auch für den Qualitätsjournalismus in Deutschland", so Thomas Osterkorn, stern-Chefredakteur und Mitglied der Hauptjury.

Zainab Ahmed erhält den Henri Nannen Preis 2008 für ihre Verdienste um die Pressefreiheit. Stellvertretend für alle irakischen Journalisten des Institute for War and Peace Reporting (IWPR) nahm sie den Preis entgegen. Die Laudatio auf Zainab Ahmed hielt Clare Short. Die ehemalige Entwicklungsministerin von Großbritannien war im Mai 2003 aus Protest gegen die von Premierminister Tony Blair verfolgte Irakpolitik aus dessen Kabinett ausgetreten.

Thomas Osterkorn: "Ungeachtet der Bedrohung ihres Lebens verteidigt Zainab Ahmed die Unabhängigkeit der journalistischen Berichterstattung. Ihr Einsatz für die Presse- und Meinungsfreiheit hat unseren Respekt und unsere Bewunderung. Mit der Vergabe des Henri Nannen Preises wird das mutige Engagement von Zainab Ahmed sowie ihrer irakischen Kollegen gewürdigt."

Für den Henri Nannen Preis 2008 wurden insgesamt 830 Arbeiten eingereicht. Die Artikel kommen aus 181 deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften und wurden dort im vergangenen Jahr publiziert.

Allein 328 Arbeiten wurden für die Kategorie "Reportage" eingereicht, gefolgt von 217 Einsendungen für die Kategorie "Dokumentation", 154 Arbeiten für die Kategorie "Humor", 51 Beiträge für die Kategorie "Investigation" und 80 Fotoreportagen.

Ein aufwendiges Sichtungsverfahren sowie eine hochkarätige Jury, der erfahrene Journalisten, Autoren, Chefredakteure und Herausgeber großer Verlage Deutschlands angehören, gewährleisten die Unabhängigkeit der Auszeichnung.

Zur Jury des Henri Nannen Preises gehören: Alice Schwarzer, Chefredakteurin und Herausgeberin von "EMMA", Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur von "GEO", Christoph Keese, Chefredakteur "Welt am Sonntag", Hans Werner Kilz, Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der "Zeit", Helmut Markwort, Chefredakteur von "Focus", Thomas Osterkorn, stern-Chefredakteur, Frank Schirrmacher, Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
und Cordt Schnibben, Ressortleiter Gesellschaft des "Spiegel".
Elisabeth Biondi, die Bildchefin des "New Yorker" und die Fotografen Thomas Hoepker und Martin Schoeller jurieren die Fotoreportagen.

Weitere Informationen zum Henri Nannen Preis finden sich im Internet unter www.henri-nannen-preis.de.

Dr. Andreas Knaut | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.guj.de
http://www.henri-nannen-preis.de

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