Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann

09.01.2008
Würdigung der Verdienste eines herausragenden Geowissenschaftlers / Verabschiedung am GFZ Potsdam

Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann / Würdigung der Verdienste eines herausragenden Geowissenschaftlers / Verabschiedung am GFZ Potsdam

In einem feierlichen Festakt wurde am 08. Januar 2008 Herrn Professor Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann im GeoForschungsZentrum (GFZ) das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan überreichte ihm die Ehrung für seine außergewöhnlichen Verdienste um den Aufbau und die Neuorganisation der Geowissenschaften in Deutschland. "Mit Professor Emmermann wird eine Persönlichkeit geehrt, die maßgeblich die Geowissenschaften in Deutschland geprägt hat", führte Frau Schavan aus. "Die hohe internationale Reputation der deutschen Geowissenschaften beruht zu einem erheblichen Teil auf Rolf Emmermanns Initiativen." An der Feier nahmen der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Johanna Wanka, Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil.

Gründung des GFZ
Untrennbar mit dem Namen Professor Emmermanns verbunden ist die Konzipierung, die Gründung und der Aufbau des GeoForschungsZentrums Potsdam. Diese zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörige Einrichtung hat sich unter Emmermanns Leitung seit der Gründung 1992 zum international etablierten zentralen Forschungszentrum für Geowissenschaften Deutschlands entwickelt. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung entwarfen Anfang der 1990er Jahre mehrere führende deutsche Geowissenschaftler unter der Federführung Rolf Emmermanns ein Konzept für eine Großforschungseinrichtung zur Erforschung des Systems Erde. Emmermann wurde zum Gründungsdirektor des GeoForschungsZentrums auf dem traditionsreichen Potsdamer Telegrafenberg.
Das Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland
Den dafür nötigen wissenschaftlichen und organisatorischen Hintergrund brachte Rolf Emmermann aus einem weiteren Großprojekt der Geowissenschaften mit, das wesentlich von ihm initiiert und unter seiner Leitung und Federführung durchgeführt wurde: das Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland (KTB), aus dem ab 1996 das International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) entwickelt wurde. Das KTB war seinerzeit das bis dato größte deutsche Geo-Forschungsprojekt. Aus dem KTB wurden zahlreiche Technologien und Patente der Bohrindustrie entwickelt. Mit dem KnowHow aus dem KTB war das GFZ unter Führung Emmermanns in der Lage, ein groß angelegtes internationales wissenschaftliches Bohrprogramm mit vielfältigen geowissenschaftlichen Fragestellungen zu entwerfen. Im Februar 1996 wurde in Tokyo der Gründungsvertrag des ICDP unterzeichnet, neben Deutschland waren die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China Gründungsmitglieder. Ziel des Programms ist es - analog zum Integrated Ocean Drilling Program IODP- globale geowissenschaftliche Fragestellungen an den dafür am besten geeigneten kontinentalen Lokationen zu untersuchen. Heute gehören dem ICDP 16 Nationen an; 22 Bohrprojekte, 43 große internationale Workshops, Trainingskurse und über 1000 beteiligte Wissenschaftler sind ein Beleg für die Qualität des Programms. Professor Emmermann ist Vorsitzender des Executive Committee, das die wissenschaftliche Leitung des ICDP organisiert.
Der Tsunami im Indischen Ozean 2004
Auch die Initiierung und Leitung des Großprojekts zum Aufbau eines "Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean" geht auf Rolf Emmermann zurück. Die Zahl von mehr als 230.000 Opfern der Katastrophe vom 26. 12. 2004 verdeutlichte drastisch die Notwendigkeit eines solchen Frühwarnsystems für den Indischen Ozean. Unmittelbar nach der Katastrophe entwarf ein Konsortium deutscher Geo- und Meereswissenschaftler unter Leitung von Professor Emmermann das Konzept für das heute unter dem Namens GITEWS (German-Indonesian Tsunami Early Warning System) bekannte Warnsystem und konnte es bereits im Januar 2005, knapp drei Wochen nach der Katastrophe, dem Bundeskanzler vorstellen. Der Helmholtz-Gemeinschaft, vertreten durch das GFZ unter Leitung Emmermanns, wurde schließlich der Auftrag zum Aufbau des Warnsystems als dem zentralen Teil der deutschen Flutopferhilfe übertragen. Seitdem arbeitet das GFZ Potsdam, gemeinsam mit den anderen wichtigen Geo- und Meeresforschungs¬einrichtungen in Deutschland, einigen KMU-Firmen und Partnern im Ausland, am Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems. Das GITEWS befindet sich auf gutem Weg, die Arbeiten laufen nach Plan und Ende 2008 kann der operationelle Betrieb aufgenommen werden. Zahlreiche innovative Technologien und Verfahren sind bereits erfolgreich entwickelt worden.
GEOTECHNOLOGIEN-Programm
Auch die Konzeption des GEOTECHNOLOGIEN-Programms , eines von der DFG und dem BMBF gemeinsam finanzierten FuE-Programms, als neues Großforschungsprojekt der Geowissenschaften in Deutschland, geht auf Professor Emmermanns Initiative zurück. Hier ist es erstmals gelungen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung zu einem gemeinsam getragenen und langfristig angelegten Förderprogramm zusammen zu bringen.
... mehr zu:
»GFZ »Geowissenschaft »ICDP »KTB

Förderentscheidungen werden in diesem Programm gemeinsam getragen, es gibt einen gemeinsamen Lenkungsausschuss und gemeinsam gewählte Gutachtergremien. Die Etablierung dieses Förderprogramms, wo unter Federführung von Rolf Emmermann Universitäten und nicht-universitäre Forschungseinrichtungen ein Forschungskonzept und eine gemeinsam verabschiedete Strategie erfolgreich etabliert haben, gehört zu den herausragenden Beispielen der Integration einer sehr diversifizierten Wissenschaftslandschaft, wie es gerade die Geowissenschaften in Deutschland darstellen.

Abschied vom GFZ-Potsdam
Die Feierstunde war zugleich der offizielle Abschied Professor Emmermanns vom GFZ Potsdam. Bereits seit Juni 2007 liegt die Leitung des GFZ in der Hand von Professor Reinhard Hüttl, der die Arbeit seines Vorgängers wie folgt würdigt: "Selten fokussiert sich in einer Person so viel wissenschaftliche Zeitgeschichte wie bei Rolf Emmermann. Allein der Aufbau des GFZ ist schon eine enorme Leistung. Aber alle größeren Projekte in der Hand von Professor Emmermann hatten aufgrund seines strategischen Weitblickes eine nicht für möglich gehaltene Integration der Geowissenschaften Deutschlands zum Resultat. Wenn wir heute die Geowissenschaften in unserem Land nicht mehr als ein Konglomerat aus Einzeldisziplinen sehen, sondern eher unter einem themen- und problemorientierten Ansatz mit einem starken gesellschaftlichen Bezug, dann ist das zum nicht unerheblichen Teil Rolf Emmermanns Verdienst und zugleich eine Verpflichtung für die Zukunft."
Franz Ossing
GFZ Potsdam, a Helmholtz Centre
- Public Relations -
Telegrafenberg
14473 Potsdam / Germany
e-mail: ossing@gfz-potsdam.de
Tel. ++49 (0)331-288 1040
Fax ++49 (0)331-288 1044

Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/
http://www.gfz-potsdam.de/news/foto/Emmermann/welcome.html

Weitere Berichte zu: GFZ Geowissenschaft ICDP KTB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten