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Die Neurologische Klinik erbt 2,8 Millionen Euro für Parkinson-Forschung

21.12.2007
Aus dem Nachlass des Ehepaares Dr. Horst und Rosalie Lüneburg aus Geisenhausen bei Landshut ist der Neurologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität eine Spende in Höhe von 2,8 Mio. Euro zugeflossen, die nach dem Willen der Erblasser für Forschungszwecke zur Verbesserung der Behandlung des Morbus Parkinson eingesetzt werden soll.

Rosalie Lüneburg, geb. Kerschensteiner, hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Pharmazie studiert und führte bis 1975 ihre Apotheke in Geisenhausen. Sie erkrankte im Alter von 70 Jahren an der Parkinson´schen Erkrankung und verstarb 2006. Ihr Ehemann, Dr. med. vet. Horst Lüneburg, hat ebenfalls an der Ludwig-Maximilians-Universität studiert (Tiermedizin) und arbeitete bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1987 in seiner Praxis in Geisenhausen. In seinen letzten Lebensjahren hatte er sich der Pflege seiner Ehefrau gewidmet, bis er im Jahre 2005 verstarb.

Das Ehepaar lebte zurückgezogen in seinem Haus in Geisenhausen und war den dortigen Bürgern durch sein soziales Engagement bekannt. Die Ehe blieb ohne Nachkommen. Die Eheleute haben in ihrem Nachlass neben der Parkinsonforschung auch verschiedene soziale Institutionen bedacht.

Mit dieser großzügigen Erbschaft soll die Parkinsonforschung der Neurologischen Klinik der LMU vertieft werden. In Absprache mit dem langjährigen Hausarzt und jetzigen Nachlassverwalter des Ehepaares, Dr. med. Erich Reisch, entwickelte PD Dr. med. Kai Bötzel von der Neurologischen Klinik für die kommenden Jahre ein Forschungskonzept, das vier Schwerpunkte vorsieht. Dabei sollen miteinander vernetzte Gruppen die Grundlagen der Parkinsonerkrankung erforschen und neue Therapieansätze entwickeln.

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Ein Projekt wird sich der Untersuchung der Gleichgewichtsstörung dieser Patienten widmen. Diese Problematik, die bei den Betroffenen zu Stürzen und Verletzungen führt, ist weitgehend unerforscht.

Eine weitere Gruppe wird sich mit der Funktion der Hirnareale beschäftigen, in denen die Ursache der Erkrankung vermutet wird. Diese Areale sind heute mittels der Hirnstimulation, die als Therapie eingesetzt wird, teilweise zu kontrollieren und zu beeinflussen.

Einen weiteren Schwerpunkt soll die Bildgebung darstellen. Die krankhaften Prozesse, die im Gehirn der Patienten zu Starthemmung und Gangstörungen führen, können teilweise mit den Methoden der funktionellen Magnetresonanztomografie sichtbar gemacht werden. Aus diesen Untersuchungen könnte der gezielte Einsatz der „Tiefen Hirnstimulation“ zur Verbesserung der Starthemmung dieser Patienten resultieren.

In einer Kooperation mit dem Institut für Neuropathologie und Prionenforschung der LMU soll der Prozess der Proteinaggregation untersucht werden, der in den Gehirnzellen der Parkinsonpatienten als ursächlich für deren frühzeitigen Funktionsverlust angenommen wird. Hieraus könnten sich "neuroprotektive" Therapien entwickeln lassen, die den fortschreitenden Verlauf der Erkrankung aufhalten könnten.

Der Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum der Universität München, Prof. Dr. Thomas Brandt, äußert sich erfreut und dankbar: „Mit dieser Summe können wir Ideen umsetzen, die wir bereits als vielversprechend in unserer Parkinson-Forschung identifiziert haben, bislang aber aufgrund fehlender Mittel nicht angehen konnten. Von dem großzügigen Nachlass der Familie Lüneburg sollen nun viele Menschen, insbesondere Parkinson-Patienten, profitieren. Dafür meinen herzlichen Dank.“

Ansprechpartner:

PD Dr. med. Kai Bötzel
Oberarzt Neurologische Uniklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München
81366 München
Tel.: 089/7095-3673 oder - 0
Fax.: 089/7095-3677
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 81.000 Patienten stationär, 12.000 teilstationär und 370.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2006 mehr als 58 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-muenchen.de

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