Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beginn der Datennahme am Large Hadron Collider

15.07.2015

Freiburger Physiker erhalten 6,2 Millionen Euro für ihre Arbeit am Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik CERN

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Physikalischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Förderung von 6,2 Millionen Euro.


Der Teilchendetektor ATLAS. Foto: CERN

Diese finanziert unter anderem in den kommenden drei Jahren neue wissenschaftliche Untersuchungen im ATLAS-Experiment innerhalb des gleichnamigen Forschungsschwerpunkts (FSP-ATLAS) am europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik CERN in Genf/Schweiz. ATLAS ist ein Teilchendetektor am Large Hadron Collider (LHC), dem leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger der Welt.

Die Freiburger Physikerinnen und Physiker erhalten damit einen Anteil von etwa 16 Prozent der BMBF-Fördergelder für den FSP-ATLAS, der die Aktivitäten von 15 deutschen Universitäten, des Deutschen Elektronensynchrotrons (DESY) und des Max-Planck-Instituts für Physik in München bündelt.

Am CERN sammeln Forscherinnen und Forscher seit Anfang Juni 2015 wieder Daten. Mit der Rekordenergie von 13 Tera-Elektronenvolt – nahezu doppelt so hoch wie bisher – werden Protonen in dem 27 Kilometer langen LHC zur Kollision gebracht.

Nach der Entdeckung des Higgs-Teilchens im Jahr 2012 gehen die Forscher neue Fragen an: Finden sich bei der höheren Energie bislang unbekannte Formen von Materie, die beispielsweise die dunkle Materie im Universum erklären können? Hat das Higgs-Teilchen die in der Standardtheorie vorhergesagten Eigenschaften oder gibt es Abweichungen? Existieren noch weitere Higgs-Teilchen oder zeigen sich am LHC gar Anzeichen von weiteren Raumdimensionen, wie sie manche theoretische Modelle voraussetzen?

In den kommenden drei Jahren wird die Analyse der neu aufgezeichneten Messdaten im Vordergrund stehen. Die Freiburger Physiker konzentrieren sich auf die präzise Vermessung des Higgs-Teilchens sowie auf die Suche nach so genannten supersymmetrischen Teilchen, die bislang noch nicht nachgewiesen sind.

Parallel laufen Arbeiten zum längerfristigen Ausbau des ATLAS-Experiments mit verbesserten Detektortechnologien zur Anpassung an zukünftige Experimentierbedingungen. Auf theoretischer Seite wird die experimentelle Suche um präzise Vorhersagen ergänzt. Deren Ziel ist, auch subtile Abweichungen in den Messdaten von den theoretischen Erwartungen der Standardtheorie nachzuweisen, die durch so genannte Neue Physik verursacht werden könnten. Darüber hinaus entwickeln die Forscher alternative theoretische Modelle.

Die Freiburger Teilchenphysiker in den Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Gregor Herten, Prof. Dr. Karl Jakobs und Prof. Dr. Markus Schumacher sind seit vielen Jahren am ATLAS-Experiment beteiligt und haben wesentlich zur Konzeption, zum Bau und zum Betrieb beigetragen.

Außerdem lieferten sie wichtige Beiträge zur Analyse der Daten, unter anderem zur Entdeckung des Higgs-Teilchens. Jakobs ist darüber hinaus seit drei Jahren Sprecher des FSP-ATLAS. Auf theoretischer Seite unterstützen die Freiburger Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Stefan Dittmaier, Prof. Dr. Harald Ita und Prof. Dr. Jochum van der Bij die Forschung mit komplexen Präzisionsberechnungen zu den Teilchenkollisionen.

Zudem tragen mehr als 30 Promovierende sowie Postdocs wesentlich zum Erfolg der Freiburger Elementarteilchenphysik bei. Die Promovierenden werden zum Teil in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten, seit dem 1. April 2015 laufenden Graduiertenkolleg „Masse und Symmetrien nach der Entdeckung des Higgs-Teilchens am LHC“ gefördert.

Weitere Beiträge zur Freiburger Elementarteilchenphysik am CERN im Forschungsportal „Surprising Science“:
  www.pr.uni-freiburg.de/go/bausteine-der-welt

Informationen zum FSP-ATLAS:
www.fsp101-atlas.de

Kontakt:
Prof. Dr. Karl Jakobs
Physikalisches Institut
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-5713
E-Mail: karl.jakobs@uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2015/pm.2015-07-13.103

Rudolf-Werner Dreier | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte