Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Rheuma-Forschung in München und Lübeck

15.09.2010
Rudolf-Schoen-Preis 2010 für wissenschaftliche Arbeiten über Th-Zellen bei rheumatoider Arthritis und Biomarker bei Morbus Wegener

Mit dem Rudolf-Schoen-Preis zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) junge Forscher für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit in der Rheumatologie aus.

In diesem Jahr erhalten drei Wissenschaftler den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Preis: die Rheumatologin Julia Holle vom Klinikum Bad Bramstedt sowie der Arzt Jan Leipe und die Biologin Alla Skapenko von der Rheumaeinheit der LMU München. Die Preisverleihung findet am Eröffnungsabend des DGRh-Jahreskongresses in Hamburg statt.

Der Rudolf-Schoen-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der DGRh. Sie vergibt ihn für hervorragende experimentelle oder klinische Arbeiten in der Rheumatologie. Der Preis wird aller zwei Jahre ausgeschrieben und über vereinseigene Stiftungsmittel finanziert. In diesem Jahr begutachtete die Jury insgesamt 14 Abhandlungen, die Forscher und Ärzte verschiedener deutscher Hochschulen und Kliniken eingereicht haben. Ausschlaggebend bei der Bewertung waren die Originalität und die wissenschaftliche Qualität. Letzteres sei bei allen eingegangenen Arbeiten beachtlich gewesen, betont DGRh-Präsident Professor Wolfgang Rüther. Anlässlich des Eröffnungsabends des DGRh-Kongresses 2010 in Hamburg wird er die Laudationes für die diesjährigen Preisträger verlesen.

Die Arbeitsgruppe um Leipe und Skapenko aus der Rheumaeinheit der Ludwig-Maximilian-Universität München erhalten den Preis für ihre Arbeit „Th17 cells in autoimmune arthritis“. Die Jury sieht in dieser Arbeit ein sorgfältig ausgearbeitetes neues Konzept zum Verständnis des Krankheitsgeschehens bei rheumatoider und Psoriasisarthritis. Bei diesen häufigen rheumatischen Erkrankungen leiden Betroffene unter dauerhaften Entzündungen der Gelenke, die zu deren Zerstörung führen können. Meist sind auch noch andere Organe betroffen. Ursache der Entzündungen ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Das komplexe Zusammenspiel der beteiligten Immunzellen ist bislang allerdings weitgehend unverstanden. Die Münchner Wissenschaftler wiesen in ihrer Arbeit nun erstmals nach, dass bestimmt T-Helfer-Zellen am Krankheitsgeschehen beteiligt sind. Dies eröffnet neue Möglichkeiten der Therapie.

Frau Dr. Julia Holle aus der Klinik für Rheumatologie und Immunologie des Klinikums Bad Bramstedt wird für ihre Habilitationsarbeit „Wegenersche Granulomatose - Neue Aspekte zu Verlaufsformen, Biomarkern, genetischen Risikofaktoren und Prognose“ ausgezeichnet. Die Wegenersche Granulomatose (WG), auch als Morbus Wegener bezeichnet, ist eine seltene Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße entzünden. Bei den Betroffenen bilden sich oft herdförmige „granulomatöse“ Entzündungen im Gewebe in den oberen oder unteren Atemwegen. In der Arbeit untersuchte sie den Verlauf der Krankheit in Abhängigkeit von Krankheitsstadium und -aktivität. Zudem überprüfte sie diejenigen Patienten, die keine ausgedehnten körperlichen Merkmale entwickeln. Bisher ist nicht systematisch untersucht, wie viele Patienten dieses seltene Phänomen betrifft und welche klinischen Merkmale sie aufweisen. Darauf sowie auf neue immunologische und genetische Marker zur Charakterisierung der Erkrankung geht Frau Holle in ihrer Arbeit ein.

Literatur:
1. Leipe J, Grunke M, Dechant C, Reindl C, Kerzendorf U, Schulze-Koops H, Skapenko A (2010) Th17 cells in autoimmune arthritis. Arthritis Rheum 2010 [Epub ahead of print]

2. Holle JU, Gross WL, Latza U, Noelle B, Ambrosch P, Heller M, Fertmann R, Reinhold-Keller E (2010) Improved outcome of 445 Wegener`s granulomatosis patients in a German vasculitis center over four decades. Arthritis Rheum (eingereicht, Manuskript-Code: ar-09-1897)

Weitere Literaturangaben zur Arbeit von Dr. Julia Holle können erfragt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.200 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle DGRh
Sandra Wittig
Luisenstraße 41  10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 240484-80
Fax: +49 (0)30 240484-79
sandra.wittig@dgrh.de

Dr. Cornelia Rufenach | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de/rudolfschoen.html -
http://www.dgrh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie