Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Andrea Ablasser mit Nachwuchsforscherpreis des HZI ausgezeichnet

24.10.2013
Immunologin erhält Jürgen-Wehland Preis

Dr. Andrea Ablasser, Wissenschaftlerin des Instituts für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn, ist die diesjährige Preisträgerin des Jürgen-Wehland Preises.

Geehrt wird sie für ihre herausragende Forschung an den Mechanismen, mit denen das menschliche Immunsystem Krankheitserreger erkennt. Der mit 5.000 Euro dotierte Nachwuchspreis wurde ihr am 24. Oktober während des vierten „North Regio Day on Infection“, kurz NoRDI IV, am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig verliehen.

Wie genau erkennt das Immunsystem Krankheitserreger? Welche Schritte leitet die Immunantwort ein, um Keime zu bekämpfen? Wie unterscheidet das Immunsystem zwischen schädlichen und nützlichen Besiedlern unseres Körpers? Fragen wie diese versuchen Infektionsforscher seit Jahren zu beantworten. Die Antworten darauf zu finden ist jedoch keineswegs trivial. Schließlich unterscheiden sich schädliche und nützliche Keime kaum in den Strukturen, die das Immunsystem anfänglich erkennt. Sie trotz ihrer Ähnlichkeit auseinanderzuhalten ist jedoch wichtig, damit das Immunsystem die richtige Reaktion auf einen Eindringling zeigen kann und ihn entweder unberührt passieren lässt oder aktiv bekämpft.

Erst in den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Immunsystem virale Nukleinsäuren - die Bausteine der genetischen Information von Viren - erkennen kann und so Erreger identifiziert. Ablasser und ihre Kollegen haben neue Erkennungsmoleküle des Immunsystems erforscht, die in Virus-infizierten und benachbarten Zellen aktiviert werden und dann eine Immunantwort hervorrufen. „Langfristig ist es unser Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse therapeutisch zu nutzen. Eine Möglichkeit dazu stellt die Entwicklung spezifischer Antagonisten dar, die man in der Immuntherapie einsetzen könnte“, sagt Ablasser. Antagonisten hemmen Erreger in ihrer Wirkung, ohne selbst einen Effekt auszulösen.

Auf dem Weg zu diesem Ziel stellt der Jürgen-Wehland Preis eine besondere Auszeichnung für sie dar. „Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr über diese Auszeichnung. Es ist eine große Anerkennung unserer bisherigen wissenschaftlichen Leistung und gleichzeitig eine gute Motivation für die Zukunft“, sagt die Preisträgerin. Der Preis wird zu Ehren des ehemaligen Wissenschaftlichen Geschäftsführers des HZI, Jürgen Wehland, verliehen, der nach nur einjähriger Amtszeit unerwartet verstarb. Aus diesem Grund trägt auch die Tagung den Beinamen „Jürgen-Wehland-Symposium“.

Ablasser studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität Münschen (LMU), an der Universidad Miguel Hernandes de Eiche Alicante, Spanien, und an der Harvard Medical School, USA. 2008 schloss sie ihr Studium mit Bestnote ab. Gegenwärtig ist sie Juniorprofessorin an der Universität Bonn.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. http://www.helmholtz-hzi.de

Rebecca Winkels | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/ansicht/article/complete/andrea_ablasser_mit_nachwuchsforscherpreis_des_hzi_ausgezeichnet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik