Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2012 - Engagierte urologische Praxisprojekte im Zeichen der Zeit

15.10.2012
Auch im 12. Jahr der Ausschreibung des Alexander-von-Lichtenberg-Preises konnten sich die Initiatoren – das sind die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband der Deutschen Urologen und die Takeda Pharma GmbH – wieder über zahlreiche Bewerbungen freuen.

So hatte die vierköpfige Fachjury wiederum die Qual der Wahl und musste aus den eingereichten Arbeiten die besten auswählen. Und weil die Entscheidung wie immer sehr schwerfiel, wurden auf dem diesjährigen DGU-Kongress in Leipzig gleich drei niedergelassene Urologen mit dem mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Alexander-von-Lichtenberg-Preis ausgezeichnet: Dr. Matthias Bauermeister und Dr. Tobias von Kügelgen, beide Vorstand des Netzwerkes Urologie Schleswig-Holstein Süd (NUSS) und Dr. Dietmar Betz, Düsseldorf.

Außerdem wurde zum dritten Mal in der Geschichte des Alexander-von-Lichtenberg-Preises ein Kollege für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Dr. Hagen Bertermann, Kiel, erhielt für sein wissenschaftliches und persönliches Engagement bei der Etablierung des TRUS als fachspezifische Diagnostik in der Urologie den Alexander-von-Lichtenberg-Sonderpreis.

Prof. Dr. Haas, Mitglied der Fachjury, sieht die prämierten Arbeiten im Kontext einer praxisorientierten Wissenschaft, die in immer mehr urologische Praxen Einzug halte. Alle eingereichten Arbeiten seien ein Beweis für die Neuorientierung niedergelassener Urologen, sich mit den gesundheitspolitischen und medizinischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kreativ und innovativ auseinanderzusetzen und somit den wachsenden Anforderungen an eine ganzheitliche Patientenversorgung gerecht zu werden. Die prämierten Arbeiten spiegeln sowohl die medizinisch-wissenschaftliche Qualität als auch den engagierten persönlichen Einsatz der Preisträger für das Fach Urologie wider – und dies verdient nach Ansicht der Fachjury einen Preis.

Die prämierten Praxis-Projekte

Im Jahr 2007 wurde das Netzwerk Urologie Schleswig-Holstein Süd (NUSS) gegründet. Dr. med. Matthias Bauermeister und Dr. med. Tobias von Kügelgen arbeiteten gemeinsam mit acht weiteren niedergelassenen Urologen daran, dieses Netzwerk als sektorenübergreifende Kooperation mit dem Klinikum Wedel sowie der urologischen Klinik des Universitätskrankenhauses Eppendorf zur Optimierung der Versorgung urologischer Patienten in der Region zu etablieren. Das gemeinsame medizinische Vorgehen von Beleg- und Konsiliarärzten ließ Grenzen zwischen ambulantem und stationärem Bereich verschwinden und ebnete Behandlungspfaden den Weg, die nationalen und internationalen Versorgungsrichtlinien entsprechen. Die Arbeit des NUSS erstreckt sich sowohl auf die Teilnahme am Interessenverband uro-onkologischer Urologen IQUO) als auch auf die Neugründung des ambulanten urologischen Tumorzentrums(AUT) innerhalb des Klinikums Wedel. In dieser vertragsärztlichen überörtlichen Teilberufsausübungsgemeinschaft (KV Schleswig-Holstein) werden ambulante Chemotherapien urologischer Tumorentitäten (Hoden, Prostata, Blase) zentral durchgeführt, wobei besonders die Patienten von dieser „Behandlung aus einer Hand“ profitieren. Mit einer vorbildlichen Öffentlichkeitsarbeit konnte sich das NUSS als Qualitäts- und Gütesiegel in der Bevölkerung etablieren und erreichte dadurch einen überregionalen Bekanntheitsgrad und eine hohe Akzeptanz.

In seiner urologischen Gemeinschaftspraxis, bietet Dr. med. Dietmar Betz, Düsseldorf, als spezifischen Schwerpunkt die Behandlung der Harninkontinenz des Mannes an. Neben der Datenerhebung zu den Beschwerden seiner Patienten, führt er die komplette apparative Diagnostik sowie die konservative Therapie dieser Erkrankung in seiner Praxis durch. Zur stationären und operativen Behandlung kann er aufgrund eines Kooperationsvertrags mit einem örtlichen Krankenhaus dessen apparative und personelle Strukturen im Sinne einer urologischen Hauptabteilung nutzen, ähnlich dem im anglo-amerikanischen Raum bestehenden System des „Associate Specialists“. Dies kommt vor allem den Patienten zugute, die sich damit in die Hände ihres vertrauten Arztes begeben und so belastende Situationen besser verkraften können. Dieser menschliche Aspekt der Medizin kommt auch in Betz‘ aktivem Engagement bei der gemeinnützigen Organisation „Die Ärzte für Afrika“ zum Tragen. Dort ist er seit 2009 für ein Krankenhausprojekt in Ghana tätig, innerhalb dessen er die Patenschaft für das „Holy Family Hospital“ in Nkawkaw übernommen hat und das er regelmäßig persönlich vor Ort betreut.

In Anerkennung für sein Lebenswerk wurde Dr. Hagen Bertermann, Kiel, der Alexander-von-Lichtenberg-Sonderpreis verliehen. Neben seiner urologischen Tätigkeit als niedergelassener Urologe, hat sich Dr. Bertermann besonders intensiv mit der HDR-Brachytherapie des Prostatakarzinoms beschäftigt. Vor allem aber hat er während seiner Urologen-Laufbahn den transrektalen Ultraschall der Prostata (TRUS) nicht nur wissenschaftlich vorangebracht, sondern hat u.a. durch seine Tätigkeit im Arbeitskreis „Bildgebende Systeme“ der DGU maßgeblich dazu beigetragen, die Methode des TRUS in Deutschland zu verbreiten und zu verbessern. Die große Anzahl von Fortbildungsveranstaltungen zu TRUS, die Bertermann im Laufe der Jahrzehnte organisiert und durchgeführt hat, haben dem diagnostischen Verfahren zu seiner heutigen Bedeutung verholfen und zu seiner laufenden Optimierung beigetragen.

Die Veranstalter des Alexander-von-Lichtenberg-Preises bedanken sich bei allen Teilnehmern für die engagierten Praxis-Konzepte und wünschen allen niedergelassenen Kollegen weiterhin viel Erfolg und Freude an ihrer Arbeit.

Text: Marlies Potempa

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgu-kongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften