Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adolf Goetzberger unter Finalisten für "European Inventor of the Year 2009"

09.04.2009
Europäisches Patentamt nominiert Gründer des ISE

Prof. Adolf Goetzberger, der Gründer des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, ist unter den Finalisten für den "European Inventor of the Year 2009".

Das Europäische Patentamt (EPA) und die Europäische Kommission haben im März 2009 die zwölf Nominierten für den diesjährigen Preis bekannt gegeben. Unter den ausgewählten Erfindungen dominieren die Themen Energie, Umwelt und Gesundheit. Die endgültige Entscheidung um den prestigeträchtigen Preis, der in die vier Kategorien Industrie, KMU/Forschung, außereuropäische Staaten sowie Lebenswerk unterteilt ist, fällt anlässlich der feierlichen Preisverleihung am 28. April 2009 in Prag.

Die Jury würdigt Adolf Goetzberger als Vater der kommerziellen Nutzung der Solarenergie und als Gründer des heute größten europäischen Forschungsinstituts für Solarenergie Fraunhofer ISE in Freiburg. Mit seinen Forschungen und Publikationen habe er den Grundstein zur alternativen Energiegewinnung durch Sonnenenergie gelegt. Für seine Arbeit ist Goetzberger in der Kategorie Lebenswerk nominiert.

Die Auszeichnung des European Inventor of the Year steht für die menschliche Innovationskraft als Grundlage für technischen, ökonomischen und sozialen Fortschritt. Zu den früheren Gewinnern zählen der spätere Nobelpreisträger für Physik Peter Grünberg (2006) und der Entwickler des viele Leben rettenden AIDS-Cocktails, Erik De Clercq (2008).

Adolf Goetzberger, der gemeinsam mit dem Fraunhofer ISE und langjährigen Wegbegleitern im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, hat die ersten 25 Jahre seines Berufslebens der Halbleitertechnologie gewidmet. Er arbeitete bei den ersten Adressen der US-Forschung: mit dem Nobelpreisträger und Miterfinder des Transistors William Shockley in Palo Alto, Kalifornien und in den Bell Laboratories in Murray Hill, New Jersey. 1968 holte ihn dann die Fraunhofer-Gesellschaft nach Deutschland zurück, als Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg. 1971 ernannte ihn die Universität zum Honorarprofessor in der Fakultät für Physik. Während seiner aktiven Tätigkeit hat er zahlreiche Diplomanden und Doktoranden betreut.

Ende der siebziger Jahre begann Goetzberger dann mit der Umsetzung seiner Vision, der Planung eines Solarforschungsinstituts innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft. 1981 startete das Fraunhofer ISE mit damals 18 Mitarbeitern. Welch beharrliche Pionierleistung hinter diesem Projekt stand, ist heute nur noch schwer nachzuempfinden. Goetzberger gelang es zudem, Geld für das Energieautarke Solarhaus zu akquirieren - ein bewohntes Großlabor mit einer bis heute wegweisenden Technik. Auch die Ansiedlung des Weltdachverbands der Solarenergie ISES in Freiburg geht unter anderem auf sein Engagement zurück.

Als Prof. Goetzberger 1993 aus Altersgründen aus der Institutsleitung des Fraunhofer ISE ausschied, war das ISE bereits zum weltweit zweitgrößten Solarforschungsinstitut - nach dem National Renewable Energy Laboratory in den USA - gewachsen. Unter seinen Nachfolgern Prof. Joachim Luther, von 1993 bis 2006 und Prof. Eicke R. Weber seit 2006, entwickelt sich das Institut kontinuierlich weiter und ist mit heute 830 Mitarbeitern auch das zweitgrößte Institut innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft.

Als erster Deutscher wurde Adolf Goetzberger 1983 mit dem "J.J. Ebers Award" der amerikanischen IEEE Electron Devices Society für seine herausragenden technischen Leistungen auf dem Gebiet der elektronischen Bauteile geehrt. Zu den zahlreichen solaren Ehrungen zählen: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (1989), Bundesverdienstkreuz erster Klasse (1992), Achievement through Action Award (ISES, 1993), Ehrendoktorwürde der Universität Uppsala (1995), Farrington Daniels Award (ISES, 1995), Karl Boer Medaille (1997), Bequerel Prize (1997), William R. Cherry Award (IEEE, 1997), Einstein Award der Solar World AG (2006), European Solar Award (EUROSOLAR, 2006).

Nach wie vor ist Adolf Goetzberger mit unermüdlicher Kraft für die Solarenergie tätig, er berät das Fraunhofer ISE, kommt täglich zur Arbeit und schreibt Veröffentlichungen und Patente.

Die diesjährige Preisverleihung des "European Inventor of the Year" findet in Prag im Rahmen des Europäischen Patentforums und der PATINNOVA 2009 statt. Ausgezeichnet werden Erfinder und Erfindungen, die in Europa einen maßgeblichen und nachhaltigen Beitrag zum technischen Fortschritt und damit auch zur wirtschaftlichen Stärkung Europas geleistet haben. Der Preis wurde von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Patentamt (EPA) 2006 gemeinsam ins Leben gerufen.

Karin Schneider | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de
http://www.epo.org/about-us/events/epf2009.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften