Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3,9 Mio. Euro für Erforschung von Kraftwerken der Zelle

01.10.2013
Zwei hochdotierte EU-Grants für die UMG: Europäischer Forschungsrat (ERC) fördert Grundlagenforschung von zwei Wissenschaftlern des Instituts für Zellbiochemie der Universitätsmedizin Göttingen.

Außergewöhnlicher Erfolg für Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen. Allein zwei Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) gehen in diesem Jahr an das Institut für Zellbiochemie der UMG: ein ERC Advanced Investigator Grant und ein ERC Starting Grant. Insgesamt rund 3,9 Mio. Euro der ERC fließen in die Grundlagenforschung an der UMG zu offenen Fragen in dem komplexen Prozess der zellulären Energiegewinnung.

Mit Prof. Dr. Peter Rehling und Dr. Nuno Raimundo konnten sich gleich zwei Wissenschaftler am Institut für Zellbiochemie der UMG mit ihren Projekten im Wettbewerb um die hochdotierte Förderung durch ERC Grants erfolgreich durchsetzen. Die Forschungsförderung durch ERC Grants der Europäischen Union zeichnet besonders hochkarätige Wissen-schaftler und ihre Projekte aus. Es ist überhaupt erst der zweite Advanced Investigator Grant, der an universitäre Einrichtungen in Göttingen vergeben wurde, beide an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen.

„Die Förderung mit zwei ERC Grants für Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen und dann noch aus einem Institut ist ein bemerkenswerter Erfolg“, sagt Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstand Forschung und Lehre der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät. „Wer sich im Wettbewerb um internationale Fördermittel so überzeugend durchzusetzen weiß, belegt als Wissenschaftler die exzellente Qualität seiner Arbeit. Wir freuen uns sehr, dass dies an der Universitätsmedizin in Göttingen möglich ist.“

ZELLKRAFTWERKE ERFORSCHEN
Störfälle in Mitochondrien, den Kraftwerken von Zellen, machen krank. Funktionieren die zellulären Energie-Kraftwerke nicht richtig, kommt es zu schweren Herz-, Nerven- und Muskelerkrankungen. Darüber hinaus spielen Fehlfunktionen der zellulären Kraftwerke auch bei der Entstehung der Parkinsonschen und der Alzheimer Erkrankung eine Rolle. Warum das so ist, ist immer noch nicht genau verstanden.

Prof. Dr. Peter Rehling, Direktor des Instituts für Zellbiochemie der UMG und assoziierter Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Biophysikalische Chemie, erhält für seine Forschungen einen ERC Advanced Investigator Grant mit einer Förderung von 2,4 Millionen Euro über fünf Jahre. Die Höhe der Förderung ist mit dem renommierten Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergleichbar. Der ERC Avanced Investigator Grant wird jährlich an Wissenschaftler vergeben, die bereits bedeutende Beiträge für die Wissenschaft geleistet haben.

Prof. Rehling und seine Mitarbeiter untersuchen, wie die Kraftwerke in Zellen zusammengebaut werden und wie die Zellen dafür sorgen, dass die Energieerzeugung in den Mitochondrien den Bedürfnissen von Zellen angepasst werden können. Die meisten Proteine des Maschinenparks werden von außen in unsere Kraftwerke transportiert. Gleichzeit werden die Grundbausteine der Maschinen in den Mitochondrien selbst angefertigt. Ziel der Arbeiten des Forscherteams von Prof. Rehling ist es, die grundlegenden Mechanismen zu verstehen, die beim Aufbau des Maschinenparks der Kraftwerke in Zellen von Bedeutung sind. Rehling will klären, wie die Bauteile zu funktionsfähigen Maschinen zusammengesetzt werden. Zudem wollen die Forscher im Detail untersuchen, welche Fehlfunktionen in diesen Prozessen schließlich zu Erkrankungen führen.

Dr. Nuno Raimundo, Wissenschaftler am Institut für Zellbiochemie der UMG, kann mit der Förderung im Rahmen eines ERC Starting Grants in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre seine Forschungen durchführen. Mit dieser Förderung unterstützt die Europäische Union exzellente NachwuchswissenschaftlerForscher beim Aufbau einer Arbeitsgruppe.

In dieser Runde der ERC für Starting Grants wurden 3.329 Anträge eingereicht und davon 287 bewilligt. Dr. Raimundo ist von der renommierten Yale Universität (USA) an das Institut für Zellbiochemie nach Göttingen gekommen, um hier Arbeiten zur Vernetzung der Mitochondrien innerhalb der Zelle durchzuführen. Er untersucht, wie die zellulären Kraftwerke mit anderen Funktionsbereichen in den Zellen kooperieren und wie Störungen dieser Prozesse zu Erkrankungen führen können. Die Arbeiten sollen neue Proteine für zukünftige Behandlungsstrategien erkennbar machen.

MITOCHONDRIEN – KRAFTWERKE DER ZELLEN
Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. In ihnen werden in einem komplizierten Prozess Nahrungsbestandteile umgesetzt und die zelluläre Energiewährung, das Adenosintriphosphat, kurz ATP, hergestellt. ATP ist die Währung, mit der die Zellen die Energiekosten für ihre Leistungen bezahlen. In diesem Prozess wird rund 95 Prozent des Sauerstoffs verbraucht, den wir täglich einatmen. Störungen dieser Prozesse führen zu schweren Herz-, Nerven- und Muskelerkrankungen. Fehlfunktionen der zellulären Kraftwerke sind offenbar eng mit der Entstehung der Parkinsonschen und Alzheimer Erkrankung verknüpft.
WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Zellbiochemie
Prof. Dr. Peter Rehling; Telefon 0551 / 39-5948;
peter.rehling@medizin.uni-goettingen.de
Institut für Zellbiochemie
Dr. Nuno Raimundo, Telefon 0551 / 39-12167 oder 39-12809,
nuno.raimundo@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.umg-goettingen.de/de/content/presseinformationen/presseinformationen_19199.asp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops