Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thermische Verwertung von Grünschnitt

15.09.2014

Mit der „Entwicklung eines innovativen Feuerungsverfahrens zur thermischen Verwertung von inhomogenen biogenen Reststoffen“ befasst sich ein Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Kooperationspartner sind die Bersenbrücker Unternehmen Energiegewinnung Nawaros und Hülsman Edelstahl. Projektleiter am Institut für Thermodynamik, Energieverfahrenstechnik und Systemanalyse ist Prof. Reinhold Altensen. Für das Forschungsvorhaben erhält die THM Bundesmittel in Höhe von 170.000 Euro.


Von stückig-feucht bis staubig-trocken: unterschiedliche Materialien sollen in der neuen Anlage zum Einsatz kommen.


Marcel Pfeil, Lina Steinmetz, Christian Koch, Torben Meins und Prof. Reinhold Altensen (von links) entwickeln ein Feuerungsverfahren für inhomogenen Grünschnitt.

Unter Grünschnitt versteht man Pflanzenreste, die zum Beispiel beim Mähen von Rasenflächen oder beim Schnitt von Bäumen und Sträuchern anfallen. Diese Biomasse – in Deutschland mehr als zwei Millionen Tonnen jährlich - wird heute in der Regel zu Kompost verarbeitet. Verfahren zur thermischen Verwertung in kleinen oder mittelgroßen dezentralen Heizwerken gibt es nicht.

Aktuelle Feuerungsanlagen mit einer thermischen Leistung von weniger als drei Megawatt benötigen genau konfektionierte Brennstoffe wie Holzhackschnitzel oder -pellets. Grünschnitt dagegen ist inhomogen und hat einen hohen Wasser- und Mineraliengehalt. Seine Zusammensetzung schwankt im Jahresverlauf.

Die Projektpartner wollen ein Verfahren entwickeln, „durch das aus dem Reststoff Grünschnitt ein Biobrennstoff wird“, so Altensen. Dazu gehört die Aufbereitung des Ausgangsmaterials: Der Feuchtegehalt muss ebenso wie der mineralische Anteil gesenkt werden. Gewünscht ist ebenso eine Fraktionierung in stückig-feuchtes und staubig-trockenes Material.

Ein Staubaufgabebehälter und ein Transportwalzensystem für stückiges Material müssen entwickelt werden. Über eine ebenfalls neu zu entwickelnde Fördertechnik werden die beiden Fraktionen in der gewünschten Zusammensetzung kontinuierlich zur Kesselfeuerung transportiert.

Wesentlicher Bestandteil des Forschungsprojekts ist eine Gesamtbilanz des neuen Verfahrens. Darin wollen die Forscher nicht nur den unmittelbaren Prozess der Wärmeerzeugung untersuchen, sondern zum Beispiel auch die Transportwege für das Ausgangsmaterial, den Energieeinsatz bei der Trocknung oder die Frage, ob die anfallende Asche noch als Dünger genutzt werden kann.

Für die neue Anlage sieht Altensen gute Vermarktungschancen. Die Zahl der Gemeinden und Genossenschaften steige, die nach Unabhängigkeit von großen Energieversorgern streben und auf dezentrale Nahwärmenetze setzen. Der Rohstoff Grünschnitt falle lokal an und sei im Vergleich zu anderen organischen Festbrennstoffen wie Holzhackschnitzeln oder Pellets deutlich billiger.

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Es wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand gefördert. Damit unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium Kooperationsvorhaben zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, bei denen kleine und mittelständische Unternehmen mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Weitere Informationen:

http://www.thm.de/thesa

Erhard Jakobs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Linearpotentiometer LRW2/3 - Höchste Präzision bei vielen Messpunkten
17.05.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Neues 100 kW-Wechselrichtermodul für B6-Standard halbiert Gewicht und Volumen
17.05.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie