Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rekord-OLEDs stechen Leuchtstoffröhren aus

15.05.2009
Erstmals höhere Energieeffizienz für vielversprechende Technologie

Forscher des Instituts für Angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dreden haben in Zusammenarbeit mit der Firma Novaled erstmals eine OLED-Lichtquelle entwickelt, die eine höhere Energieeffizienz erreicht als Leuchtstoffröhren. Das berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins Nature.

Bei einer Helligkeit von 1.000 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) wurde eine Lichtausbeute von bis zu 124 Lumen pro Watt (lm/W) erreicht. "Weiße OLEDs werden bald dazu beitragen, unsere CO2-Bilanz zu reduzieren", meint daher Novaled-CEO Gildas Sorin. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften versprechen OLEDs auch attraktive Beleuchtungslösungen. Ehe kommerzielle Weißlicht-OLEDs mit derart hoher Energieeffizienz Realität werden, muss aber noch die Lebensdauer verbessert werden.

"OLEDs haben viele Vorteile gegenüber anderen Lichtquellen", meint Novaled-Sprecherin Anke Lemke im Gespräch mit pressetext. So können mit OLEDs Flächenlichtquellen umgesetzt werden. "Diese geben eine diffuses, angenehmes Licht ab", sagt Lemke. Durch die flächige Lichtabgabe könne auch dem Schattenwurf entgegengewirkt werden, was beispielsweise in Operationssälen von Vorteil wäre.

Auch können OLEDs tranparent gefertigt werden und Lampenschirme oder andere Abdeckungen, die letztendlich die effektive Lichtausbeute senken, sind nicht erforderlich. Sogar leuchtende Tapeten sind denkbar. "Es werden in der Herstellung keine gefährlichen Substanzen verwendet", betont die Novaled-Sprecherin ferner. Im Gegensatz dazu enthalten Leuchstoffröhren Quecksilber. Ein Hindernis für die praktische Anwendung von OLEDs in der Beleuchtung war bislang die Energieeffizienz. Der bislang höchste in der wissenschaftlichen Fachliteratur publizierte Wert lag bei 44 lm/W, so die IAPP-Forscher. Das lag deutlich unter dem Wert von Leuchtstoffröhren.

"In unserem Ansatz vereinen wir ein neues, sehr energieeffizientes Design der emittierenden Schichten mit Konzepten zur Erhöhung der Lichtauskopplung", so Sebastian Reineke, Projektleiter am IAPP. Schon mit einem einfachen Auskoppelungsansatz wurden bis zu 90 lm/W erreicht und mit einem speziellen 3D-System konnten sogar 124 lm/W erreicht werden - und das bei einem leicht gelben, angenehmen, statt harten weißen Licht. "Das große Potenzial dieser Bauteile zeigt sich, wenn man beachtet, dass sogar bei sehr hohen Helligkeiten von 5.000 cd/m2 eine Effizienz von 74 lm/W erreicht wird", sagt Prof. Karl Leo, Direktor des IAPP. Das ist immer noch mehr als bei Leuchtstoffröhren üblich. Allerdings bleiben OLEDs in Sachen Effizienz hinter anorganischen LEDs zurück. Hier hatte etwa Osram im Vorjahr bereits 136 lm/W gemeldet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080726005/). "Normale LEDs sind für Spots besser", bestätigt Lemke. Allerdings betont sie, dass OLEDs für flächige Anwendungen interessanter seien.

Für kommerzielle Anwendungen ist die Lebensdauer der Rekord-OLEDs derzeit noch zu gering. Allerdings wurden im Rahmen des EU-Projekts OLLA http://www.olla-project.org für OLEDs mit 50,7 lm/W bei 1000 cd/m2 bereits über 10.000 Stunden Lebensdauer realisiert. Das Nachfolgeprojekt OLED100 http://oled100.eu , an dem sowohl Novaled als auch IAPP beteiligt sind, strebt nun mehr als 100.000 Stunden an. Das mittelfristige Ziel muss also sein, Forschungserfolge in Sachen Energieeffizienz und Langlebigkeit zusammenzuführen.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://iapp.de
http://www.novaled.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht DFKI-Roboter erkunden autonom Lavahöhlen auf Teneriffa
21.11.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie