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Mais-Bohnen-Gemenge als Biogassubstrat

13.09.2012
Das Ziel: Mehr Vielfalt ohne Ertragseinbußen durch konkurrenzstarke Maisgenotypen als optimale Mischungspartner

Die Universität Göttingen und die KWS Saat AG wollen ein uraltes Anbausystem für die Biogaserzeugung fit machen: Den Mischanbau von Mais und Stangenbohnen. Erste Anbauversuche zeigten, dass das Gemenge ertraglich mit dem Reinanbau von Mais durchaus mithalten kann. Dafür wollen die Projektpartner in einem jetzt gestarteten Vorhaben die züchterischen Grundlagen legen.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert.

Gemenge aus Mais und Bohnen sind in den Tropen weit verbreitet, hatten früher in der Schweiz eine Bedeutung und werden heute in Österreich auf etwa 600 Hektar zur Produktion der „Käferbohne“ (Phaseolus coccineus) angebaut.

Der Gedanke liegt nahe, die Gemenge auch als mögliche Substratquelle für Biogasanlagen zu prüfen. Sie könnten die Biodiversität in Energiefruchtfolgen erhöhen, zudem würde die Bohne die Agrarlandschaft als Pollen- und Nektarquelle für Blütenbesucher bereichern und durch ihre Stickstoff-Fixierleistung zu einem reduzierten Bedarf an mineralischen N-Düngemitteln beitragen.

Erste einjährige Anbauversuche der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen haben gezeigt, dass die Biomasse- und Methanerträge der Gemenge nur geringfügig unter den Erträgen von Mais im Reinanbau liegen. Es wurde aber auch deutlich, dass die Konkurrenzkraft des Maises gegenüber der Stangenbohne der Schlüssel für noch bessere Erfolge ist.

Aus Versuchsreihen aus dem Jahr 2010 weiß man, dass sich der Ertrag von Maisgenotypen im Mischanbau mit Sonnenblumen teilweise deutlich von der Leistung derselben Genotypen im Reinanbau unterscheidet: Offensichtlich gibt es bei Mais eine genetische Variation für die Eignung zur Mischkultur. Im jetzt angelaufenen Vorhaben wollen die Forscher eine Methodik entwickeln, um genau solche Genotypen zu selektieren, die sich ideal für einen Mischanbau eignen.

Dazu sind Feldversuche mit verschiedenen vorhandenen Genotypen und die Erzeugung von Hybriden aus den jeweils besten dieser Linien geplant. Nach der erfolgreichen Testung dieser Hybriden auf ihre Mischanbaueignung sollen diese als Sorten angemeldet und vermarktet werden.

Informationen und Ansprechpartner zum Verbundprojekt „Entwicklung von Energiemaissorten für die Mischkultur mit Stangenbohnen - Optimierung der Züchtungsstrategie“ stehen auf www.fnr.de unter den Förderkennzeichen 22003412 und 22003512 zur Verfügung.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

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