Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kennzeichnungspflicht für Stromverbrauch von TV-Geräten gefordert

20.08.2008
Das Öko-Institut und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierten heute das Fehlen einer eindeutigen Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehern.

Eine klare Orientierung sei nur gewährleistet, wenn die EU-Kommission auch für TV-Geräte das EU-Energieeffizienz-Label verbindlich vorschreiben würde. Die jetzigen Herstellerangaben zum Strombedarf von TV-Röhrengeräten sowie LCD- und Plasma-Bildschirmen seien wenig aussagekräftig und nicht vergleichbar, weil keine einheitlich geltenden Messmethoden verwendet würden.

Dies sei eine inakzeptable Energieverschwendungs- und Kostenfalle. Auch Händler wie Media-Markt und Saturn, die ihre Kunden informieren, seien auf die wenig aussagekräftigen Herstellerangeben angewiesen. Der BUND und das Öko-Institut empfehlen, Geräte zu kaufen, die dem Bedarf entsprechen und die nicht aufwändiger ausgestattet sind als nötig.

"Die Werbeprospekte und Produktdatenblätter enthalten zwar viele technische Details und Ausstattungsmerkmale, jedoch keine oder kaum Informationen zum Energieverbrauch der Fernseher", sagte Stéphanie Zangl vom Öko-Institut. "Große Plasma-Fernseher verbrauchen bei einer Nutzung von vier Stunden pro Tag jährlich bis zu 800 Kilowattstunden Strom. Zum Vergleich: Effiziente Kühlschränke, die den ganzen Tag laufen, verbrauchen nur zwischen 100 und 200 Kilowattstunden im Jahr." Den Kunden werde es zu schwer gemacht, die Angaben der unterschiedlichen Modelle zu vergleichen. Beispielsweise benötigten Plasmabildschirme je nach ihrer Bildhelligkeit unterschiedlich viel Strom. Die geltende Norm zur Messung des Stromverbrauchs von Fernsehgeräten berücksichtige dies jedoch nicht. Die Angaben einiger Hersteller beruhten auf eigenen Vorgaben, andere würden nach der geltenden Norm messen, andere wiederum nach einer überarbeiteten aber noch nicht gültigen Fassung. Je nach Gerät führe dies dazu, dass Messergebnisse teilweise um den Faktor zwei voneinander abwichen.

"Hersteller, Handel und auch der Staat lassen derzeit die Verbraucherinnen und Verbraucher im Unklaren. Das ist inakzeptabel", sagte der stellvertretende BUND-Vorsitzende Klaus Brunsmeier. "Um die Verbraucher zu schützen, muss die EU-Kommission eine Kennzeichnung von TV-Geräten mit dem EU-Energieeffizienz-Label vorschreiben. Außerdem muss sie im laufenden Prozess zur Ökodesign-Richtlinie strenge Grenzwerte für den Energieverbrauch elektronischer Geräte festlegen. Bis es soweit ist, müssen Handel und Hersteller den Stromverbrauch freiwillig und gut sichtbar kennzeichnen."

Eine vom BUND erstellte Liste mit Verbrauchswerten vieler aktueller Modelle zeige, dass die Stromverbräuche je nach Größe und Technologie enorm schwankten. Selbst bei Geräten der gleichen Größe gebe es große Unterschiede: Bei Modellen mit einer Bilddiagonale von 80 Zentimetern unterscheide sich die Leistungsaufnahme der Geräte um bis zu 100 Watt. Das mache bei einer Nutzung von vier Stunden pro Tag jährlich nach der durchschnittlichen Betriebsdauer von zehn Jahren bis zu 300 Euro Mehrkosten aus. Plasma-Modelle verursachten auf zehn Jahre gerechnet bis zu 500 Euro höhere Stromkosten als vergleichbare LCD Bildschirme.

Potentielle Käufer sollten immer Geräte auswählen, die ihrem tatsächlichen Bedarf entsprechen. 26 bis 32 Zoll bzw. 66 bis 81 Zentimeter Bildschirmdiagonale reichten für die meisten Wohnzimmer vollkommen aus. TV-Geräte mit 40 Zoll und mehr verbrauchten meistens sehr viel Strom.

Im Internet findet der Kunde auf der Seite http://www.ecotopten.de eine interaktive Entscheidungshilfe und einen Energie- und Kostenrechner für Fernsehgeräte.

Eine Liste mit Verbrauchsangaben verschiedener TV-Hersteller finden Sie auch unter

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/energie/20080820_energie_stromverbrauch_tv_marktuebersicht.pdf

EcoTopTen ist die Verbraucher-Informationskampagne des Öko-Instituts für nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt. Sie finden die EcoTopTen Marktübersichten im Internet auf http://www.ecotopten.de. Erstmals ist EcoTopTen dieses Jahr auf der IFA vertreten. Wir freuen uns über Ihren Besuch in Halle 7.1c!

Pressekontakt

Stéphanie Zangl
Öko-Institut e.V.
Expertin für Fernsehgeräte
Telefon 0761/45295-66
E-Mail: s.zangl@oeko.de
Dr. Dietlinde Quack
Öko-Institut e.V.
Projektleiterin EcoTopTen
Telefon 0761-45295-48
E-Mail: d.quack@oeko.de
Christian Noll
BUND-Experte für Energieeffizienz
Tel. 030-27586-436
Mobil: 0179-1495764
Katrin Riegger
BUND-Pressestelle
Tel. 030-27586-464
Fax: -440
E-Mail: presse@bund.net

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bund.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten