Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Initiative für Elektromobilität „Natürlich mobil in der Region“

26.09.2012
- Projektgruppe zur Stärkung der E-Mobilität in Verbindung mit erneuerbaren Energien in Heilbronn-Franken

- Ziele: Ausbau des Bestands an E-Fahrzeugen, Aufbau eines Netzes an Ladestationen und Bündelung bestehender Elektromobilitäts-Projekte in einem Verein

- Zwei Forschungsprojekte zur Elektromobilität an der Hochschule Heilbronn
Die Stadt Heilbronn, die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH, die Hochschule Heilbronn und die ZEAG Energie AG setzen sich langfristig dafür ein, die Elektromobilität in Verbindung mit Erneuerbaren Energien in Heilbronn-Franken zu stärken, in dem sie ihre Aktivitäten zielgerichtet bündeln. Die Aktivitäten einer gemeinsamen Projektgruppe, die in einem Verein „Elektromobilität Heilbronn-Franken e. V.“ münden soll, stehen unter dem Motto: „Natürlich mobil in der Region“

Die Projektteilnehmer verweisen dabei nicht nur auf den eigenen, wachsenden Bestand an E-Fahrzeugen, sondern wollen auch eine Infrastruktur aufbauen, die den Bürgerinnen und Bürgern die Nutzung von solchen Fahrzeugen leichter macht. So wird die ZEAG noch in diesem Jahr mit dem Aufbau eines Netz an Ladestationen beginnen und den Heilbronner CarSharing-Fuhrpark mit Elektrofahrzeugen ausbauen, zudem wird ein Internetportal mit regional relevanten Informationen aufgebaut.

Erste Bürgermeisterin Margarete Heidler erklärt: „Auf Basis erneuerbarer Energien sind Elektrofahrzeuge CO2-neutral, sauber und leise und verbessern damit nachhaltig die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger und das Image von Heilbronn als innovativem, zukunftsorientiertem Wirtschaftsstandort. Unsere Aktivitäten kommen den ansässigen Händlern von E-Fahrzeugen und Anbietern entsprechender Konzepte zugute und bieten uns zugleich die Chance, an weitere Fördertöpfe des Bundes und der EU zu gelangen.“ Bis 2020 will die Bundesregierung Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität machen. Dann sollen in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge rollen. Stand Januar 2012 gibt es laut Process Consulting 24 Elektro- sowie 224 Hybridfahrzeuge in Heilbronn. Im Jahr 2020 ergibt sich auf Basis der Prognose der Bundesregierung ein Bestand von rund 4000 Fahrzeugen in Heilbronn.

Um diese Ziele zu erreichen, wollen die ProjektpartnerAkteure aus Wirtschaft, Hochschule, Politik, Bürgerschaft und Medien miteinander vernetzen, die öffentliche Wahrnehmung für Elektromobilität fördern und sich für die notwendigen infrastrukturellen Veränderungen einsetzen. „Elektromobilität soll im Alltag selbstverständlich werden. Den Partnern ist es wichtig, das Thema Elektromobilität erlebbar zu machen und die Akzeptanz für neue Antriebsformen und nachhaltige Mobilität insgesamt zu erhöhen“, so Heidler.

Zum gemeinsamen Marketing wurde bereits ein Logo entwickelt. Ein Internetportal wird in den nächsten Wochen Informationen zur Elektromobilität speziell in der Region Heilbronn-Franken anbieten, unter anderem zu den Händlern und Car-Sharing-Anbietern von E-Fahrzeugen in der Region, den Standorten von Ladesäulen, Aktuelles zu den einzelnen Projekten sowie regionalen Veranstaltungen, die sich mit Elektromobilität beschäftigen.

Im nächsten Schritt ist die Gründung eines Vereins Elektromobilität Heilbronn-Franken e. V. geplant, in dem geschäftlich tätige Unternehmen sowie Institutionen, Organisationen, Vereine, Verbände und Einzelpersonen Mitglied werden können. Nach der Eintragung des Vereins werden auf der Internetplattform die Einladung zur ersten Mitgliederversammlung und auch Formulare zum Beitritt zum Download verfügbar sein. Zahlreiche Elektromobilitäts-Projekte sind in den vergangenen Monaten in Heilbronn bereits angelaufen. Diese sollen in dem Verein gebündelt werden, um eine ganzheitliche Lösung zu finden und die Schlagkraft der gemeinsamen Initiative zu erhöhen.

Elektromobilität im Alltag: Erfahrungen sammeln
Die Möglichkeiten, Elektromobilität im Alltag zu erleben, waren bisher rar. Alle vier Projektpartner haben sich in den vergangenen Jahren Elektrofahrzeuge beschafft, um selbst Erfahrungen mit Elektromobilität zu sammeln. Zudem soll künftig die Erlebbarkeit für die Öffentlichkeit gestärkt werden. Neben Probefahrten von Auto- und Fahrradhändlern ist auch das Thema CarSharing mit Elektromobilen geplant. Seit diesem Jahr gibt es das CarSharing in Heilbronn. Die ZEAG Energie AG wird Elektrofahrzeuge für den CarSharing-Fuhrpark beschaffen. Die Autos stehen der Allgemeinheit zur Verfügung und können bei Bedarf auch von ZEAG-Mitarbeitern für Dienstfahrten genutzt werden.

Infrastruktur: Bequemes Tanken
Für das Aufladen zuhause wird die ZEAG Energie AG passende Produkte mit verschiedenen Tarifzeiten anbieten. Für das Laden unterwegs hat der Heilbronner Energieversorger gemeinsam mit der ABN Braun AG, einem mittelständischen Familienunternehmen aus Neuenstadt mit über 60 Jahren Erfahrung in der Elektro- und Gebäudetechnik, eine bedarfsgerechte Ladesäule entwickelt. Thomas Peter Müller, Projektleiter E-Mobilität bei der ZEAG, erklärt: „An der Ladesäule können Elektrofahrzeugnutzer bequem und für zunächst drei Jahre kostenlos tanken. Wir versorgen die Ladesäulen mit Strom aus Wasserkraft.“ 20 Exemplare sind bestellt und es wird noch in diesem Jahr mit der Installation in Parkhäusern, öffentlichen Parkplätzen und bei Autohäusern begonnen. Der Schwerpunkt wird hierbei im Heilbronner Stadtgebiet liegen. Die Infrastruktur soll mit der Zahl der Elektrofahrzeuge wachsen und so auf den individuellen Bedarf abgestimmt sein.

Forschung an der Hochschule Heilbronn
An der Hochschule Heilbronn laufen derzeit gleich zwei Projekte zur Elektromobilität. Professor Dr. Andreas Daberkow erklärt: „Im Projekt „Elektromobilität im ländlich-urbanen Raum“ stehen die Einsatzmöglichkeiten der Elektrofahrzeuge und die Anforderungen an die Infrastruktur speziell für den ländlich-urbanen Raum im Mittelpunkt. Das zweite Projekt, das am 25. September offiziell startet, dient der Erforschung einer Reichweitenerhöhung mit Hilfe eines Schwungradspeichers.“

Das zweite Förderprojekt EREX (Emissions-freies Range Extending) ist vor dem Hintergrund entstanden, dass die nach wie vor nicht ausreichende Kapazität von Batterien ein Grund für die verlangsamte Verbreitung von Fahrzeugen ist. Automobilhersteller bieten zunächst sogenannte Range Extender (Reichweitenverlängerer) mit Hilfe klassischer Verbrennungsmotoren an. Zusammen mit einer Partnerhochschule und Unternehmen aus Baden-Württemberg soll ein Elektrofahrzeug als Demonstrator aufgebaut werden, welches mit Hilfe eines Schwungradspeichers ein neuartiges Range Extending ohne einen zusätzlichen Verbrennungsmotor ermöglicht. Die ZEAG Energie AG unterstützt beide Projekte als Partner.

Die Fahrzeuge der vier Projektpartner
Das Elektroauto der Hochschule Heilbronn, das Elektroauto Citysax wird von der Auto Neff GmbH in Heilbronn gewartet. Bei einer Spitzenleistung von 26 Kilowatt wird eine Höchstgeschwindigkeit von 115 Kilometern pro Stunde erreicht. Die von der Hochschule spezifizierte zusätzliche Messdatenerfassung erlaubt die Protokollierung wichtiger Fahrzeugdaten wie der Batteriespannungen und -ströme. Für das vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt „Elektromobilität im ländlich-urbanen Raum“ werden damit verschiedene reale Fahrzyklen mit fünf, 25 und 50 Kilometern Fahrstrecke untersucht.

Die ZEAG Energie AG hat 2009 als erstes Pilotfahrzeug ein TWIKE beschafft, im Laufe des Jahres 2010 kamen ein Fiat 500 und Elektroroller hinzu. Mit der Serienreife neuer Elektrofahrzeuge sollen noch weitere E-Fahrzeuge konventionelle Autos im Fuhrpark ersetzen. Um die Erfahrungen auszuweiten, hat die ZEAG 2011 im Rahmen ihres E-Mobilitätsprojekts zudem Elektroroller an die Kommunen Heilbronn, Lauffen a. N. und Neckarwestheim sowie an die Handwerkskammer Heilbronn bis zum 31.12.2013 verliehen bzw. zu einem ermäßigten Preis zur Verfügung gestellt. Zudem wurden Ladestationen installiert, wie z. B. im Technischen Rathaus in der Cäcilienstraße in Heilbronn. Im Gegenzug beantworten die Partner regelmäßig Fragen über Mobilitätsmuster und Ladeverhalten, die zu Forschungszwecken ausgewertet werden.

Über den aktuell größten Elektrofuhrpark verfügt die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH: Sie hat ihn Mitte 2012 mit elf Elektrofahrzeugen aufgestockt. Gemeinsam mit der ZEAG Energie AG sowie den Partnern Assenheimer + Mulfinger GmbH & Co.KG, Zweiradcenter Umbach GmbH und Fahrrad Franz wurde ein Mobilitätskonzept entwickelt, das den Einsatz von drei E-Smarts, vier E-Rollern und vier E-Bikes vorsieht. Die Fahrzeuge werden in der Geschäftsstelle der Stadtsiedlung Heilbronn, beim Regiebetrieb sowie in der Innovationsfabrik Heilbronn eingesetzt und an der ebenfalls erworbenen Ladesäule im Zukunftspark Wohlgelegen „aufgetankt“.

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit nahezu 8.000 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 45 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

Pressekontakt Hochschule Heilbronn:
Heike Wesener (Kommunikation und Marketing),
Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn,
Telefon: 0 71 31-504-499, Telefax: 0 71 31-504-559,
E-Mail: heike.wesener@hs-heilbronn.de,

Pressekontakt Stadt Heilbronn:
Christian Britzke (Pressestelle),
Marktplatz 7, 74024 Heilbronn,
Telefon: 0 71 31-56-22-88,
Telefax: 0 71 31-56-31-69,
E-Mail: pressestelle@stadt-heilbronn.de

Heike Wesener | idw
Weitere Informationen:
http://www.heilbronn.de
http://www.hs-heilbronn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Lasersensoren LAH-G1 – Optische Abstandssensoren mit Messwertanzeige
15.08.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz