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Eine Straßenbahn trotzt dem Wüstenklima

14.07.2015

Siemens hat seine für das Emirat Katar bestimmten Trambahnen erfolgreich auf ihre Wüstentauglichkeit getestet.

Dafür wurde im Klima-Wind-Kanal des Rail-Tec-Arsenal in Wien der Betrieb der Tram in der für Katar typischen feuchten Hitze simuliert. Trotz 40 Grad Außentemperatur und 30 Prozent Luftfeuchte herrschten in der voll besetzten Bahn noch angenehme 25 Grad.


Siemens errichtet in Katars Hauptstadt Doha ein hochmodernes, schlüsselfertiges Tramsystem mit 19 Straßenbahnen und dazugehöriger Infrastruktur. Im Bild: Der Klima-Wind-Kanal des Rail-Tec-Arsenal in Wien.

Auch genügend Frischluft für die Passagiere war stets vorhanden. Die Tram beruht auf der Platform Avenio, ist aber mit leistungsfähigen Klimaanlagen, speziellen Abschattungen auf dem Dach und mit besonders guter Isolation ausgestattet.

Das Klimatestlabor der Rail-Tec-Arsenal, an dem auch Siemens beteiligt ist, ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, um bis zu 100 Meter lange Züge allen erdenklichen Wetter- und Betriebsszenarien auszusetzen. Ein riesiges Gebläse erzeugt Fahrtwind und große Felder mit starken Halogenlampen simulieren die Sonneneinstrahlung.

Man kann die Luftfeuchte einstellen und es regnen oder schneien lassen. Die Fahrgastbelegung wird mit Heizmatten auf den Sitzen und mit Luftbefeuchtern simuliert. Entsprechend der Haltestellen-Stopps entlang der späteren Einsatzstrecke werden die Türen geöffnet und geschlossen. Um die Tram für Katar zu testen, wurde ein kompletter, 27 Meter langer Zug in den Kanal geschoben und verschiedenen Szenarien unterzogen.

Energiespeicher in der Tram erlauben oberleitungsfreies Fahren

Siemens errichtet in Katars Hauptstadt Doha ein schlüsselfertiges Tramsystem und liefert die gesamte, gut elf Kilometer lange Bahnstrecke inklusive aller Infrastruktur. Dazu gehören unter anderem 25 Haltestellen, ein Depot und 19 hochmoderne Avenio-Bahnen.

Mit dem Tramsystem für Doha realisiert Siemens erstmals eine vollständig oberleitungsfreie Straßenbahnstrecke. Stattdessen sind die Bahnen mit Energiespeichern ausgerüstet, die sich an den Haltestellen über spezielle Deckenstromschienen aufladen. 2016 soll die Tram in Betrieb gehen.

Siemens hat für Straßenbahnen die hybriden Energiespeicher Sitras HES entwickelt, die einen Doppelschichtkondensator mit einer Nickel-Metallhydrid-Batterie kombinieren. Der Speicher erlaubt nicht nur das oberleitungslose Fahren, er ermöglicht auch die Rückgewinnung von Bremsenergie.

Damit können der Energieverbrauch einer Tram um bis zu 30 Prozent und ihre CO2-Emissionen um bis zu 80 Tonnen sinken. Bis zu 2,5 Kilometer weit kann eine Straßenbahn mit dem Speicher fahren, bevor sie wieder nachladen muss.

Um die neue Tramstrecke in Katar durchgängig ohne Oberleitung zu realisieren, sind die Abstände zwischen den Haltestellen auf diese maximal erreichbare Fahrtstrecke abgestimmt. Beim Anfahren, was besonders viel Energie kostet, bezieht die Bahn noch Strom aus dem Netz und danach übernimmt der Energiespeicher die Versorgung. Auch die Ladezyklen des Energiespeichersystems wurden im Klima-Wind-Kanal unter allen in Katar erwarteten Klimabedingungen getestet. Christine Rüth

www.siemens.com


Kontakt für Journalisten
Florian Martini
Tel.: +49 (89) 636-33446

Christine Rüth | Siemens - Pictures of the Future

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