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Motorrad mit Erdgas im Tank

20.08.2007
Ingenieure der Universität Bayreuth entwickelten ein Erdgas-Motorrad, das derzeit auf einem Motorenprüfstand getestet wird.

"Wir sind europaweit die ersten, die ein Erdgas-Motorrad in der oberen Leistungsklasse umgesetzt haben", erzählt Reinhard Hackenschmidt, akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Konstruktionslehre und CAD von Professor Dr.-Ing. Frank Rieg.

Das Team des an der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der Uni Bayreuth beheimateten Lehrstuhls will mit dem Erdgas-Bike der Premiumklasse keineswegs akademische Spielereien betreiben. "Es hat uns gereizt zu beweisen, was mit dem Kraftstoff Erdgas alles möglich ist", begründet Hackenschmidt das Projekt.

Der Anblick des Erdgas-Motorrads begeistert passionierte Biker, denn die innovative Entwicklung sieht extrem dynamisch aus. Das liegt an den beiden verchromten Erdgastanks, die wie zwei zusätzliche Auspuffrohre wirken. Das Motorrad besitzt sowohl Erdgas- als auch Benzintanks. Um den Betrieb mit den beiden Kraftstoffarten vergleichen zu können, hat das Team der Uni Bayreuth umfangreiche Messreihen für beide Modi konzipiert. Die für Benzin sind abgeschlossen, die Tests mit Erdgas starten in Kürze. Im Anschluss sind Testfahrten auf der Straße geplant. "Da wird sich unser Erdgas-Bike dann unter hundertprozentig realen Bedingungen beweisen müssen", so Hackenschmidt. Von einem positiven Ergebnis ist er überzeugt, denn "wir haben von Anfang an Wert darauf gelegt, dass bei unserem Projekt ein marktfähiges Produkt herauskommt".

Um möglichst viele potenzielle Käufer anzusprechen, sei als Ausgangsmaschine bewusst eine große Maschine gewählt worden, erzählt Hackenschmidt. Entschieden habe man sich für ein Motorrad mit immerhin 130 PS bzw. 96 kW (im Benzinbetrieb) und 1.171 Kubikzentimeter Hubraum von einem renommierten deutschen Hersteller.

Mit dem Inhalt der Erdgastanks kann der Biker etwa 80 bis 100 Kilometer zurücklegen. Das ist zwar keine allzu große Distanz, aber sie kommt zu der Strecke hinzu, die der vollständig erhaltene Benzintank ermöglicht. Und das sind etwa 330 Kilometer, so dass die Gesamtreichweite über 400 Kilometer beträgt.

Als Zielgruppen der High-Tech-Entwicklung sieht Hackenschmidt
umwelt- und energiebewusste Kunden, welche die Vorteile des Fahrens mit Erdgas, nämlich extrem geringe Schadstoffemissionen und wesentlich niedrigere Tankkosten, auch auf zwei Rädern genießen wollen. Die Umwelt- und Kostenvorteile des Erdgas-Bikes sind es auch, die dem Team der Uni Bayreuth Unterstützung für ihr innovatives Projekt eingebracht haben. So gehört etwa die Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH, der örtliche Gasversorger, zu den Förderern.

Presseinformation des Initiativkreises Erdgas als Kraftstoff (IEK) in Bayern

Siynet Spangenberg | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.iek-deutschland.de

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