Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Windkraftanlagen der Zukunft fehlt Getriebe

04.04.2007
Höherer Wirkungsgrad durch Magnet-Erregung vielversprechend

Wissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt ist es gelungen, spezielle Generatoren für Windkraftanlagen weiterzuentwickeln, die ohne Getriebe funktionieren. Der wesentliche Vorteil der neuen Entwicklung besteht darin, dass sich die Energieausbeute im Vergleich zu bisherigen Anlagen deutlich steigern lässt. "Die Weiterentwicklung der ursprünglich aus der Wasserkraft stammenden Generatoren wurde geleitet von der Überlegung, dass bei der Windkraft viel geringere Umdrehungszahlen erreicht werden und herkömmliche Getriebe zur Geschwindigkeitsregulierung bei Windkraftanlagen folglich überflüssig werden", erklärt Thomas Hartkopf, Fachgebietsleiter Regenerative Energien im Fachbereich Elektro- und Informationstechnik, im Gespräch mit Pressetext.

Im Detail handelt es sich bei dem von der EU geförderten Projekt um ein hochkomplexes Modell, das speziell für Windkraftanlagen weiterentwickelt wurde und von den Forschern als "permanenterregte Synchronmaschine" bezeichnet wird. "Dadurch, dass sich Windkraftgeneratoren langsam drehen müssen, funktioniert unser Generator auf Basis der Erregung mit Magneten, sodass die Anlage, da kein Getriebe vorhanden, erheblich leichter, effektiver und letztlich auch robuster arbeitet", so Hartkopf. Hierbei betont der Elektro- und Informationstechniker einen weiteren Vorteil der Weiterentwicklung, da die Umweltgefährdung durch auslaufendes Getriebeöl nun "kein Thema" mehr ist. Schließlich können mittels neuer Technik nicht nur Gewicht und Getriebeöl, sondern langfristig auch Kosten eingespart werden.

Aufgrund des höheren Wirkungsgrads der neuen Generator-Generation sowie besserer Umweltverträglichkeit, werden diese vor allem für so genannte Offshore-Anlagen - Parks aus Windkraftanlagen, die vor der Küste ins Meer gebaut werden - zunehmend interessant. In diesem Bereich sieht der Experte die Zukunft der deutschen Windkraft. So könnte sich der geplante Bau von großen Parks mit hunderten Anlagen und Leistungen bis zu 1.000 Megawatt für die kommenden Jahre erheblich auszahlen. Dies scheint für den Standort Deutschland aufgrund seiner geografischen Küstenlage relevant, wobei der Anteil der Windenergie von heute sechs auf 15 bis 20 Prozent in zehn Jahren erhöht werden soll. Bei einer flächendeckenden Versorgung mit diesen Systemen wäre es somit noch schneller möglich, das in Europa bis 2020 gesteckte Ziel einer Reduktion von Treibhausgasen um mindestens 20 Prozent zu erreichen.

Obwohl die neuen Generatoren derzeit noch hohe Material-, Produktions- und damit Anschaffungskosten aufweisen, gibt sich Hartkopf von der Zukunftsträchtigkeit der Systeme überzeugt: "Diese werden sich endgültig durchsetzen, wenn man bedenkt, dass die Anforderungen an die Windkraftanlagen steigen und die Effizienz immer stärker in den Vordergrund rückt. Aufgrund des höheren Leistungspotenzials werden auch die Preise sinken." Doch nicht nur Deutschland, als vielmehr Windkraftanlagen-Hersteller in China, Indien, Spanien und den USA könnten von der neuen Generation der Geräte profitieren.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de

Weitere Berichte zu: Generator Getriebe Windkraftanlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik
17.02.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Verborgene Talente: Mit Bleistift und Papier Wärme in Strom umwandeln
16.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics