Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spritzgießtechnik für Schaltungsträger und miniaturisierte Sensoren

06.03.2007
Nachwuchsforschergruppe an der Universität Magdeburg nimmt Arbeit auf

Von der Innovationskraft des wissenschaftlichen Nachwuchses sollen regionale Unternehmen in der Initiative "Unternehmen Region" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung profitieren.

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird in den nächsten fünf Jahren in dieser Initiative das Projekt "Technologieplattform für die Produktminiaturisierung in Sachsen-Anhalt - TEPROSA" mit etwa 3,9 Millionen Euro gefördert, informiert Prof. Dr. Bertram Schmidt, Initiator und Sprecher des Projekts und Leiter des Instituts für Mikro- und Sensorsysteme an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Ziel dieser Unterstützung ist es, wissenschaftlichen Nachwuchs und Unternehmer der Region zusammen zu bringen, um zukünftige Innovationen zu entwickeln.

Die Magdeburger Nachwuchsforscher entwickeln spritzgegossene Schaltungsträger und mikrotechnische Sensoren in Zusammenarbeit mit Herstellern, Ausrüstern und Anwenderfirmen. Am Mittwoch, dem 7. März 2007, findet im Beisein der beteiligten Unternehmen, eines Vertreters des Wirtschaftsministeriums und des Rektors der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, die Auftakt-Veranstaltung zum Projekt statt.

Die Mikrosystemtechnik ist eine Schlüsseltechnologie mit großen Marktchancen, mit deren Hilfe die Leistungsfähigkeit und die Zuverlässigkeit zahlreicher herkömmlicher Systeme erheblich gesteigert werden kann. Sie ermöglicht neue Applikationen mit mehr Funktionalität und trägt gleichzeitig zu einer höheren Zuverlässigkeit und kostengünstigeren Herstellung bestehender Anwendungen bei. Durch eine Kombination von Mikrosystemtechnik und Spritzgussverfahren werden neue Technologieoptionen erschlossen und in der Industrie etabliert. In Sachsen-Anhalt profitieren vor allem die Branchen Automobilzulieferindustrie und Medizintechnik von diesen Innovationen. Am Projekt beteiligt sind insbesondere Unternehmen, die im Bereich der Entwicklung und Herstellung elektronischer Baugruppen und Geräte tätig sind.

Spritzgegossene Schaltungsträger sind eine dreidimensionale Ergänzung herkömmlicher Leiterplatten. Mit modernster Technologie wie Laser- und Galvanikverfahren werden Leiterbahnen auf den Spritzgussteilen hergestellt. Damit besteht z. B. die Möglichkeit, elektronische Bauelemente ohne Leiterplatte direkt auf einem auf einem spritzgegossenen Gehäuseteil zu montieren. Die Entwicklung mikrotechnischer Sensoren beinhaltet u. a. das Herstellen dünner Siliziummembranen mit Ätztechniken und das Aufbringen piezoelektrischer Schichten. Genutzt werden diese Techniken etwa zur Herstellung miniaturisierter Sensoren zur Füllstandsmessung in Kraftfahrzeugen oder für die Ultraschalltechnik.

An der Otto-von-Guericke-Universität werden für die beginnenden Forschungsarbeiten Reinraum-Labore für die Mikrosystemtechnik und die Aufbau- und Verbindungstechnik aufgebaut. Das Land Sachsen-Anhalt hat Investitionsmittel in Höhe von 430 000 Euro für die ergänzende Beschaffung von Geräten bereitgestellt.

Die siebenköpfige Nachwuchsforschergruppe wird von Dr. Sören Hirsch geleitet. Er strebt einen intensiven Personalaustausch mit den beteiligten Unternehmen der Region an, der zur Nachwuchsgewinnung und der Aus- und Weiterbildung von qualifiziertem Personal beitragen soll. Neben der Entwicklung neuartiger mikrotechnischer Sensoren soll durch den Aufbau der Technologieplattform und die Forschungsarbeiten im Bereich der Aufbau- und Verbindungstechnik sowie der Mikrosystemtechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein spezifisches Forschungs- und Ausbildungsprofil für die Produktminiaturisierung entwickelt werden.

Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen zur Auftakt-Veranstaltung zum Projekt "Technologieplattform für die Produktminiaturisierung in Sachsen-Anhalt - TEPROSA" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Mittwoch, dem 7. März 2007, ab 17.00 Uhr im Senatssaal, um über das Projekt zu berichten.

Sven Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie