Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geothermiekarte belegt Nutzungspotenzial von Erdwärme für Hausheizung

01.02.2002


EnBW Pilotprojekt in Ettlingen abgeschlossen
Wachsende Bedeutung der Geothermie als Wärmequelle für die Heizung der Zukunft


Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat ihr Pilotprojekt "Untiefe Geothermie" abgeschlossen. Ziel des Projekts war die Ermittlung und Kartierung von Nutzungspotentialen für untiefe Geothermie (bis zu 80 Metern) in Ettlingen. Die in der ein-jährigen Untersuchung erstellte Geothermiekarte für die Beispielregion Ettlingen belegt nun, dass Erdwärme für die Hausheizung eine Alternative zur herkömmlichen Verbrennung von Öl und Gas sein kann. Dies erklärte der Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW, Dr. Wolfram Münch, am Donnerstag bei der Vorstellung der Geothermiekarte in Ettlingen. "Wir messen der Geothermie eine wachsende Bedeutung in der Wärmeversorgung der Zukunft bei - insbesondere in Regionen mit dafür besonders geeigneten geologischen Verhältnissen wie im Oberrheingraben", sagte Dr. Münch.

Das Pilotprojekt "Geothermie" des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW wurde aus Mitteln des EnBW Forschungsprogramms finanziert. Planerisch und technisch betreut wurde das Projekt von dem EnBW Tochterunternehmen ELS Genius GmbH Ettlingen in Kooperation mit der ECOS Umwelt GmbH aus Aachen. Bei der Datenbeschaffung waren die Stadt Ettlingen, das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg, die Stadt Karlsruhe und die Stadtwerke Karlsruhe sowie das Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe behilflich.

Die jetzt fertiggestellte Geothermiekarte zeigt mit einer übersichtlichen Farbskala an, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand die Erdwärme in Tiefen bis zu 80 Metern ("Untiefe" Geothermie) für die Hausheizung vernünftig genutzt werden kann. In der Karte sind neben geologischen Bedingungen auch genehmigungsrechtliche Aspekte sowie Bebauungspläne berücksichtigt. Für die Geothermiekarte wurden auf bestehendes Datenmaterial zurückgegriffen als auch eigene Testbohrungen durchgeführt.

Nach Auffassung von Dr. Münch stellt die Karte eine notwendige und solide Diskussionsgrundlage für Bauherren und Bohrfirmen dar. In Ettlingen habe die EnBW gezeigt, daß die Wärmedarbietung übersichtlich und flächendeckend kartiert werden kann. Die aus diesem Projekt gewonnenen Ergebnisse werde die EnBW nun zunächst ihren kommunalen Partnern vorstellen und gemeinsam mit ihnen die weitere Vorgehensweise erörtern. Mit der Erstellung solcher Karten bestehe die Möglichkeit, so Dr. Münch, interessierte Kommunen bei der Realisierung ökonomisch und ökologisch sinnvoller Wärmeversorgungskonzepte auf der Basis von untiefer Geothermie zu unterstützen. Auch Angebote für Privatkunden wären denkbar und könnten in naher Zukunft Wirklichkeit werden.

Zur Nutzung der untiefen Erdwärme -etwa zur Gebäudeheizung- werden bei vorhandenem Geothermie-Potenzial zusätzlich Wärmepumpen installiert. Notwendig ist der Wärmepumpeneinsatz, weil das Temperaturniveau des Untergrunds bei Nutzung der untiefen Geothermie in Baden-Württemberg und geologisch vergleichbaren Gebieten nicht für eine Direktheizung ausreicht. Die untiefe Geothermie erlaubt, die nahezu Jahreszeit unabhängige Erdwärme bei moderaten Bohrkosten zu nutzen und ist eine Fortentwicklung des bisherigen Boden-Wärmepumpensystems, wobei hier statt eines Kältemittels ein Wasser-Glykol-Gemisch verwendet wird.

Die Investitionskosten der Erdwärmeheizung für ein Einfamilienhaus sind durch die Erschließung der Wärmequelle etwas höher als bei vergleichbaren gas- oder ölbefeuerten Heizanlagen. Der Ausstoß des klimaverändernden CO2 und die Energiekosten je Quadratmeter Wohnfläche fallen jedoch um 40-50% geringer aus als beim konventionellen Pendant. Die Gesamtkosten hängen vom Einzelfall ab. Allgemein sind sie in etwa vergleichbar, nicht selten jedoch unterschreiten sie die des konventionellen Systems.

EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Unternehmenskommunikation
Durlacher Allee 93
76131 Karlsruhe
Telefon: +49 (07 21) 63-1 43 20
Telefax: +49 (07 21) 63-1 26 72
unternehmenskommunikation@enbw.com

| ots
Weitere Informationen:
http://www.enbw.com

Weitere Berichte zu: Erdwärme Geothermie Geothermiekarte Hausheizung Nutzungspotenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

I-ESA 2018 – Call for Papers

12.09.2017 | Event News

EMBO at Basel Life, a new conference on current and emerging life science research

06.09.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

New quantum phenomena in graphene superlattices

19.09.2017 | Physics and Astronomy

A simple additive to improve film quality

19.09.2017 | Power and Electrical Engineering