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Solarzellenfabriken verzehnfachen ihre Kapazitäten bis 2010

19.10.2006
Solarzellenhersteller, Maschinen- und Anlagenbauer sollen gemeinsam an der Fabrik der Zukunft arbeiten

„Solarzellen ‚made in Europe’ werden im Jahr 2010 ihren Weltmarktanteil halten oder sogar ausbauen können. Allerdings sollten bis dahin die Herstellungskosten unter zwei Dollar pro Watt Leistung sinken“. Dies sagte M+W Zander FE Geschäftsführer Robert Gattereder im Rahmen eines Vortrags vor Branchenexperten auf der Semi Expo in Moskau.

Bei dem Branchentreffen stellte er für die Solarindustrie ein Konzept für eine ‚Fabrik der Zukunft’ vor. Danach wird eine (Dünnschicht-) Solarzellenfabrik bis zum Jahr 2010 ihre Produktionskapazität verzehnfacht haben und im Gigawatt-Bereich (= 1000 Megawatt) produzieren. Derzeit liegen die Kapazitäten von Solarzellenfabriken noch bei 80 bis 100 Megawatt.

Gattereder: „Das stellt die Branche und ihre Zulieferer vor völlig neue Herausforderungen. Deshalb sollten die Solarzellenhersteller, die Maschinen- und die Anlagenbauer gemeinsam über die Anforderungen für 2010 nachdenken.“

Der Marktpreis für die Leistung von Solarmodulen liegt gegenwärtig noch zwischen 4,50 und 5,50 US-Dollar pro Watt. Um sich aber ohne Subventionen und weltweit gegen fossile Brennstoffe durchsetzen zu können, müsse dieser Preis unter zwei US-Dollar rutschen. Dieses Ziel sei, so Gattereder, erst bei einer globalen Jahreskapazität bei Solarzellen von erwarteten zehn Gigawatt pro Jahr erreichbar. Zum Vergleich: Für das laufende Jahr erwarten Experten ein Jahresvolumen von weltweit 2,1 Gigawatt.

Einsparpotenziale sieht das M+W Zander Konzept nicht nur in drastisch vergrößerten Produktionskapazitäten. Parallel dazu könnten die Produktionsprozesse durch Standardisierung vereinfacht werden. Ebenfalls möglich sei eine bessere Energieausnutzung, etwa durch spezielle, fabrikeigene Kraftwerke wie in der Halbleiterindustrie, sowie eine optimierte Logistik bei der Ver- und Entsorgung mit Chemikalien, Flüssigkeiten und Gasen. Weitere Einsparmöglichkeiten böten die schrittweise Steigerung der Substratgrößen von derzeit 125 auf 210 Millimeter und die Verwendung dünnerer Waferscheiben. Gattereder: „Für derartige Produktionsprozesse müssen die Maschinen teilweise erst noch entwickelt werden. Wir können als Anlagenbauer unsere Erfahrungen beim Bau von Halbleiterfabriken auf die Solarbranche übertragen.“

Das drastische Hochfahren der Produktionskapazitäten in den Gigawattbereich führt nach Schätzungen von M+W Zander im Vergleich mit heutigen Solarzellenfabriken zu Skalengewinnen von jährlich 20 bis 30 Prozent. Gleichzeitig sinken die Fixkosten allein durch die bessere Nutzung der Maschinen und Anlagen sowie Einsparungen beim Bau der Fabriken. Hinzu kommen die genannten Verbesserungen in der Fabrikautomation und –logistik, bei der Energie- und der Medienversorgung.

Die Semi Expo CIS ist eine jährlich stattfindende Messe- und Kongreßveranstaltung für Vertreter der Halbleiter- wie der Solarindustrie. Sie fand am 3. und 4. Oktober in Moskau (Russland) statt.

M+W Zander zählt zu den Marktführern bei Planung und Bau schlüsselfertig erstellter Photovoltaik-Fertigungsanlagen. Die Kunden kommen überwiegend aus Europa und Asien. Insgesamt hat die M+W Zander Gruppe im vergangenen Jahr mit weltweit rund 7000 Mitarbeitern etwa 1,5 Milliarden Euro umgesetzt.

Für Rückfragen:
Michael Gemeinhardt
Phone: +49 711 8804-1420
Fax: +49 711 8804-1363
mailto:michael.gemeinhardt@mw-zander.com

Michael Gemeinhardt | M+W Zander
Weitere Informationen:
http://www.mw-zander.com
http://www.mw-zander.com/hld-newspress-pm061019-solarcellfactories.pdf

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