Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mission Space-Mail - Experimente in Schwerelosigkeit

20.07.2005


Studenten der Hochschule Niederrhein beteiligen sich in einem internationalen Team an der Entwicklung eines Satelliten



Gestern war der große Moment endlich da: Christian Camps, Mechatronik-Student der Hochschule Niederrhein, der Australier Andrew Hyslop und der Grieche Dimitrios Lamprou stiegen in Krefeld in einen Kleinbus der Firma Delta Utec. Mit an Bord: eine Stahlkonstruktion mit einer Kugel und einer Seilspule - die Versuchsaufbauten für zwei Experimente. Ihr Ziel: Die französische Weinmetropole Bordeaux, wo die europäische Weltraumbehörde ESA 30 internationale Studententeams des Projekts YES2 (Young Engineer Satellite) empfängt. In den nächsten zehn Tagen werden sie an Bord eines leer geräumten Airbus A 123 gehen und etwa 30 Parabelflüge durchführen. Dabei geht das Flugzeug über dem Atlantik in einen steilen Sturzflug und erzeugt dabei für jeweils 10 bis 20 Sekunden Schwerelosigkeit. Genau diesen Zustand braucht das Krefelder Studententeam, zu dem auch Mario Timmermanns gehört, der mit 31 Jahren für den Flug aber zu alt ist, um seine Experimente durchzuführen. Dabei werden Daten gesammelt, die für die Entwicklung eines Satelliten unerlässlich sind, der später als "Space-Mail" von der Weltraumstation ISS zur Erde geschickt werden soll.

... mehr zu:
»Mission »Satellit »Schwerelosigkeit


Gesteuert werden soll er mittels eines 30 Kilometer langen Seils, quasi wie ein überdimensionales Jojo. In 100 Kilometer Abstand zur Erde tritt er in eine elyptische Umlaufbahn ein, die eineinhalb Meter große Kapsel wird abgelöst und sinkt dann mit einem Fallschirm zur Erde, einen Flecken irgendwo in Kasachstan. In der Kapsel, so Prof. Dr. Ferdi Hermanns, der bei seiner Berufung nach Krefeld das YES2-Projekt mitgebracht hat, könnten sich zum Beispiel Proben von Klebeversuchen befinden, von denen man Aufschluss über Material- und Formveränderungen in Schwerelosigkeit erwartet. Das würde gegenüber dem Transport per Shuttle Zeit sparen und kontinuierliche Messungen, etwa auch bei Blutuntersuchungen, ermöglichen.

Um das Aussetzen des Satelliten zu testen, kann sich das Krefelder Team auf 25 Meter Seil und eine Kugel als Stellvertreter der Kapsel beschränken. Ansonsten sind die Experimente jedoch so angelegt, wie sie später der Wirklichkeit entsprechen werden: In einem Fall werden Gurte zum Schwingen gebracht, um die Kapsel von der Halterung des Satelliten zu lösen. Wichtig ist zu sehen, was passiert, wenn das Gewicht der aus Silikon bestehenden Kugel in Schwerelosigkeit ausgeschaltet ist. In dem zweiten Fall wird die Wirkung der Fadenbremse getestet. Weil der Faden im Weltraum kein Gewicht hat, könnte er unglücklich in den Motor geraten, mit fatalen Folgen. Nachdem die Experimente durchgeführt sind, wird der Subsatellit inklusive der Elektronik, bei denen diesmal Prof. Dr. Jürgen Büddefeld mit Pate stand, ebenfalls an der Hochschule Niederrhein als internationales Studentenprojekt realisiert, kündigt Prof. Dr. Hermanns an.

Soweit der wissenschaftliche Teil der Mission. Über das, was sie an körperlicher Beanspruchung und auch Pein erwartet, hat die Krefelder Crew durch das Video eines Kommilitonen, der als Student der FH Koblenz schon mal an einem Parabelflug teilnahm, bereits einen Eindruck. Und der legt die Mitnahme von speziellen Tüten gegen ungewollte Essensfreisetzung sehr nahe.

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Mission Satellit Schwerelosigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften