Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umfassend Energie einsparen durch Leistungselektronik

20.05.2005


Alles spricht vom Energieeinsparen - die Leistungselektronik tut es. Der umfassende Einsatz der Technologie könnte den Energieverbrauch alleine in den USA um bis zu 30 Prozent reduzieren. Dieses Potenzial verdeutlichte der diesjährige Ernst-Blickle-Preisträger Prof. Dr. Fred C. Lee anlässlich der Preisverleihung des mit 100.000 Euro dotierten Forschungspreises der SEW-EURODRIVE-Stiftung.

Weltweit werden in jeder Stunde 12 Milliarden Kilowatt an Elektrizität verbraucht, die die Leistungselektronik in eine für den Empfänger passende Frequenz und Spannung umformt. Als Schlüsseltechnologie nimmt sie jedoch nicht nur bei der Stromversorgung, sondern auch bei der Einsparung von Energie eine zentrale Rolle ein, wie Prof. Lee im Rahmen der Preisverleihung erläuterte. In den USA könnte damit der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent reduziert werden. "Dies entspricht in etwa der Energie, die von 840 Kraftwerken produziert wird", erläutert das von Prof. Lee in Virginia / USA gegründete "Center for Power Electronics Systems" (CPES). Als deren Direktor hat Prof. Lee wesentlich zur Weiterentwicklung der Technologie und ihrem Potenzial zur Energieversorgung beigetragen. Am 29. April erhielt er für seine wissenschaftlichen Verdienste den renommierten Ernst-Blickle-Preis der SEW-EURODRIVE-Stiftung.

Grundlage für dieses Potenzial ist die optimale Steuerung von Maschinen und technologischen Prozessen durch Leistungselektronik. Sie ermöglicht die bedarfsgerechte Regelung von Elektromotoren sowie die Entwicklung sparsamer Autoantriebe. Auch bei Pumpen und Lüftern findet die Technologie ihren Einsatz. Diese laufen dank Leistungselektronik nicht mehr ständig auf Hochtouren, sondern nur mit der Drehzahl, die gerade benötigt wird.

Auch elektrische Antriebe lassen sich durch die freie Einstellung von Drehzahl oder Drehmoment präzise an die technologischen Anforderungen ihrer Aufgabe anpassen. Beispiel Verkehrstechnik: Um eine Lokomotive mit optimaler Ausnutzung der Energie bewegen zu können, bedarf es eines ausgeklügelten leistungselektronischen Systems. Dieses muss imstande sein, z. B. eine 9.000 PS starke Lok in gleichmäßige Beschleunigungs- und Bremsabläufe zu bringen. Dabei nutzt die Leistungselektronik den Bremsvorgang zur Rückgewinnung von Bewegungsenergie, die wiederum in das Netz der Bahn eingespeist wird. Momentan verfügen jedoch nicht einmal 10 Prozent der in der deutschen Industrie eingesetzten Motoren über eine elektronische Drehzahlregulierung. Käme hier eine geeignete Regelung durch Leistungselektronik zum Einsatz, die sich bei mindestens 35 Prozent aller Motoren anbietet, könnte man Energie um bis zu 40 Prozent einsparen.

Nach einem populären Schlagwort kommt der Strom aus der Steckdose, allerdings fast nie in der Form, in der er in vielen Anwendungen benötigt wird. Bis zum Aufkommen der modernen Leistungselektronik war die Umformung der elektrischen Energie in die für den Gebrauch tauglichste Variante eine schwierige und sehr aufwendige Sache. Heute ist dies ganz anders und in Haushalt, Auto und anderen Geräten des täglichen Lebens kommt sicherlich mehr Leistungselektronik zum Einsatz als Signalelektronik. Sie ist beispielsweise in jeder modernen Lampe mit Leuchtstoffröhren im elektronischen Vorschaltgerät vertreten.

Prof. Dr. Fred C. Lee hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten maßgeblich um die Leistungselektronik verdient gemacht. Der Wissenschaftler ist der zwölfte Preisträger des seit 1991 vergebenen Forschungspreises, mit dem die SEW-EURODRIVE-Stiftung hervorragende Leistungen auszeichnet. Gegründet wurde die gemeinnützige Stiftung 1989 durch Edeltraut Blickle zum Gedenken an ihren 1986 verstorbenen Ehemann Ernst Blickle, dessen unternehmerische Leistung sowie seine Verdienste um die Unternehmen der SEW-EURODRIVE-Gruppe. Unter den bisherigen Preisträgern waren Wissenschaftler aus Österreich, Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten und der Schweiz, darunter Prof. Dr. Joachim Milberg, Dipl.-Ing. Richard van Basshuysen, Prof. Georges Herniot und Prof. Dr. Jörg Hugel.

Die SEW-Firmengruppe mit dem Hauptsitz im badischen Bruchsal und weltweit rund 10.000 Mitarbeitern ist ein Weltmarktführer auf dem Gebiet der Antriebstechnik. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum qualifizierter Produkte und Dienstleistungen. Vom Einzelantrieb bis hin zu kompletten Antriebssystemen bietet SEW-EURODRIVE anwenderspezifische Komplettlösungen durch ein umfassendes Baukastensystem elektromechanischer Komponenten, elektronische Drehzahlregelsysteme und computergestützte Berechnungsprogramme. Elf Produktions- und 58 Montagewerke in 43 Ländern bieten globale Präsenz, besten Service und schnelle Verfügbarkeit.

Stefan Brill | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.sew-eurodrive.de/

Weitere Berichte zu: Leistungselektronik SEW-EURODRIVE-Stiftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie